IBM DS8000: Neue Flash-Module verdoppeln den Backend-Durchsatz
IBM erweitert das DS8000 mit Flashcore Module 5 und PCIe Gen4. Backend-Durchsatz und IOPS sollen sich gegenüber der bisherigen Flash-Anbindung verdoppeln. Auffällig sind auch die Kapazitätsangaben: Für 26,4 TByte Rohkapazität weist IBM 134,4 TByte logische Größe aus. Das ist nicht mit tatsächlich nutzbarer Kapazität gleichzusetzen.
IBM aktualisiert seine Highend-Storage-Plattform DS8000 mit FlashCore Module 5 (FCM5). Die neuen Module arbeiten im HPFE-Gen3-Gehäuse über NVMe und PCIe Gen4. Die neue Speichergeneration soll den Backend-Durchsatz und die IOPS gegenüber den Vorgängerversionen verdoppeln. Ausgelegt ist das DS8000 vor allem für geschäftskritische IBM Z-, LinuxOne- und Enterprise-Umgebungen.
FCM5 basiert auf QLC-NAND und übernimmt zusätzliche Aufgaben direkt im Flash-Modul. Dazu gehören Kompression, Teile der Deduplizierung, Telemetrie und die Analyse von I/O-Mustern zur Erkennung möglicher Ransomware-Aktivitäten. Damit wandert Rechenarbeit, die sonst Controller beanspruchen würde, zunehmend auf die SSD selbst. IBM bezeichnet diesen Ansatz als Computational Storage.
26,4 TByte bleiben physisch 26,4 TByte
Erklärungsbedarf gibt es bei den Kapazitätsangaben. IBM weist für das 26,4-TByte-FCM5 eine logische Größe von 134,4 TByte aus. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Modul diese Datenmenge physisch speichern kann.
Der Hersteller unterscheidet zwischen physischer Kapazität, Datenreduktion und logischer Adressierbarkeit. Beim 26,4-TByte-Modul stehen 26,4 TByte Rohkapazität einer dokumentierten logischen Größe von 134,4 TByte gegenüber. Der größere logische Adressraum lässt sich bereitstellen, ist aber nicht mit tatsächlich nutzbarer Kapazität gleichzusetzen.
Davon getrennt arbeitet die Hardware-Kompression. IBM nennt für FCM5 abhängig vom Workload Kompressionsraten von bis zu etwa 3:1. Bei einem 26,4-TByte-Modul ergäben sich unter entsprechend günstigen Datenbedingungen rechnerisch bis zu 79,2 TByte. Dieser Wert ist ebenfalls nicht garantiert: Bereits komprimierte, verschlüsselte oder anderweitig schlecht reduzierbare Daten lassen sich deutlich weniger stark komprimieren.
Die 134,4 TByte beschreiben damit weder die physische noch die durch Kompression tatsächlich nutzbare Kapazität. Sie geben den maximalen logischen Adressraum an. Wie viel davon sich tatsächlich mit Daten füllen lässt, hängt von der Datenreduktion und der vorhandenen physischen Kapazität ab.
Cyber-Resilienz und Systemüberwachung im Ausbau
Neben Kapazität und Performance baut IBM die Cyber-Resilienz aus. FCM5 analysiert I/O-Muster direkt im Modul und kann Veränderungen erkennen, die auf Ransomware-Aktivitäten hindeuten. Das Laufwerk stoppt einen Angriff jedoch nicht selbst. Es liefert Erkennungssignale an darüberliegende Management- und Schutzfunktionen.
Neu ist außerdem die detailliertere Überwachung von Energie- und Temperaturwerten. Das DS8000 kann Stromverbrauch und durchschnittliche Einlasstemperatur über die Performance-Ansicht erfassen. Entsprechende Messwerte stehen auch in IBMs Storage Insights zur Verfügung.