Forrester und Gigaom: Object-Storage wird zur KI-Plattform

Forrester und Gigaom: Object-Storage wird zur KI-PlattformObject-Storage rückt näher an aktive Workloads. Hoher Durchsatz, verteilte Datenbestände, Governance und S3-Kompatibilität ergänzen die klassischen Kriterien Kapazität und Haltbarkeit. Forrester und Gigaom sehen die Technik deshalb zunehmend als Datenplattform für produktive KI-Workloads, Analytics und Cloud-native Anwendungen.

Object-Storage entwickelt sich vom Kapazitätsspeicher zur aktiven Datenplattform. Diesen Wandel stellt Forrester in seiner ersten Wave for Object Storage Solutions in den Mittelpunkt. Analyst Brent Ellis beschreibt die Technik als Plattform, die über günstigen Cold-Storage hinaus, zunehmend produktive Anwendungen bedient.

Damit verschieben sich die Auswahlkriterien. Haltbarkeit, Skalierbarkeit und Kosten pro TByte bleiben wichtig. Hinzu kommen Performance, Betriebsmodelle sowie Anforderungen an Sicherheit, Regulierung und Governance. Für KI-Pipelines, Retrieval-Augmented Generation und große unstrukturierte Datenbestände rückt Object-Storage damit näher an die Anwendung.

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Vier Leader, aber ein ungewöhnlich kleines Feld

Quelle: Forrester Wave: Object Storage Solutions, Q2/2026Quelle: Forrester Wave: Object Storage Solutions, Q2/2026Die Forrester Wave Q2/2026 bewertet zwölf Anbieter. Als Leader gelten NetApp, Everpure, Nutanix und VAST Data. Dell, Scality, AWS, Hitachi Vantara, HPE und Huawei werden als Strong Performer geführt, DDN und Alibaba Cloud als Contender.

Auffällig ist vor allem das Fehlen etablierter Object-Storage-Spezialisten wie Cloudian und MinIO. Auch Anbieter mit eigenen Object-Storage-Plattformen wie Quantum und DataCore sind nicht vertreten. IBM und Oracle wurden nach Angaben von Forrester ausgeschlossen: IBM erfüllte die Vorgabe eines einzelnen Object-Storage-Angebots nicht, Oracle wurde als reiner Public-Cloud-Service nicht aufgenommen. AWS und Hitachi Vantara nahmen nicht vollständig an der Evaluation teil; Forrester bewertete sie auf Basis eigener Recherchen.

Die Auswahlkriterien erklären einen Teil des kleinen Feldes. Anbieter mussten unter anderem mindestens 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz mit Object-Storage-Produkten erzielen, große Unternehmen unterstützen und regelmäßig auf den Auswahllisten von Forrester-Kunden erscheinen.

Gigaom sieht einen deutlich breiteren Markt

Der GigaOm Radar for Object Storage v7 zeichnet ein deutlich breiteres Bild. Er untersucht 27 Object-Storage-Lösungen, fünf mehr als im Vorjahr. Elf Anbieter gelten als Leader, 15 als Challenger und einer als Entrant. VAST Data und Nutanix werden zusätzlich als Outperformer geführt.

Der Unterschied zu Forrester ist vor allem methodisch. Gigaom setzt andere Aufnahmekriterien und berücksichtigt unter anderem Cloudian, MinIO, Quantum, IBM und Infinidat, die in der Forrester Wave fehlen. Die Reports zeigen damit unterschiedliche Ausschnitte desselben Markts.

Technisch beschreibt Gigaom denselben Wandel: Object-Storage habe sich vom günstigen Archiv zu einer primären Storage-Klasse für leistungsintensive Workloads entwickelt und sei inzwischen die dominierende Architektur für unstrukturierte Daten. Als Treiber nennt der Report moderne Anwendungen, Cloud-native Entwicklung, Analytics sowie KI und Machine Learning.

KI verschiebt die Bewertungskriterien

Die wichtigere Aussage der Wave ist deshalb weniger die Rangfolge als der Maßstab. Forrester bewertet, wie gut Object-Storage KI-Workloads, verteilte Umgebungen und regulierte Datenbestände unterstützt.

Auch die Herstellerpositionierungen spiegeln das wider. NetApp verweist auf hybride, Multicloud- und souveräne Einsatzszenarien sowie Storage-Services für KI. Everpure betont leistungsorientierte Object-Workloads, Cyber-Resilienz und eine einheitliche Datenebene über Edge, Rechenzentrum und Cloud.

Object-Storage rückt näher an aktive Workloads

Für Käufer wird damit die Architekturfrage wichtiger. Wer Object-Storage heute für Backup, Archivierung oder Data-Lake-Szenarien beschafft, sollte prüfen, ob dieselbe Plattform künftig auch KI-Pipelines, RAG, Analytics oder verteilte Anwendungen bedienen soll.

Kosten, S3-Kompatibilität, Datenhaltbarkeit, Skalierbarkeit und Betrieb bleiben entscheidend. Zusätzlich gewinnen Performance für aktive Workloads, Datenmobilität, Governance, Cyber-Resilienz und die Integration in hybride Umgebungen an Gewicht.

Forrester und Gigaom setzen unterschiedliche Schwerpunkte, beschreiben aber denselben technischen Trend: Object-Storage wird stärker danach bewertet, wie schnell, sicher und flexibel Anwendungen auf große unstrukturierte Datenbestände zugreifen können.