Zusammenfassung: 20 Prozent mehr Besucher auf der it-sa 2026
Die it-sa 2026 verzeichnet nach Angaben der Veranstalter mehr als 33.000 Fachbesucher und über 1.000 Aussteller. Für das kommende Jahr ist eine sechste Messehalle vorgesehen. Eine neue Konferenz soll den strategischen Austausch ergänzen. Auf der diesjährigen Messe standen KI, Cloud-Sicherheit und der Umgang mit Cyberangriffen im Fokus.
Für IT-Verantwortliche standen auf der diesjährigen it-sa vor allem Cyberangriffe, Cloud-Sicherheit und die organisatorische Vorbereitung auf Sicherheitsvorfälle im Mittelpunkt. Nach Angaben des Veranstalters kamen an den drei Messetagen mehr als 33.000 Fachbesucher aus über 70 Ländern nach Nürnberg.
Das entspricht einem Besucherplus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 1.005 Ausstellern überschritt die it-sa zugleich erstmals die Marke von 1.000 Unternehmen. Neben Anbietern und Anwendern beteiligten sich auch Vertreter aus Behörden, Wissenschaft und Politik am Austausch.
Thimo Holst, Head of Brand Strategy der it-sa, betonte die Bedeutung des fachlichen Austauschs: »Cyber-Security ist heute ein strategisches Thema für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft gleichermaßen.« Das Rahmenprogramm umfasste sechs offene Foren sowie den begleitenden Congress@it-sa.
Krisensimulation macht Entscheidungsdruck sichtbar
Thematisch ging es unter anderem um künstliche Intelligenz, Cloud-Sicherheit, digitale Resilienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Für Unternehmen sind dabei neben technischen Schutzmaßnahmen auch Abläufe wichtig, mit denen sie im Ernstfall handlungsfähig bleiben.
Wie schnell Sicherheitsvorfälle zu Managemententscheidungen werden, zeigte eine interaktive Simulation mit Prof. Dr. Marco Gercke. In dem Szenario wurde ein fiktives mittelständisches Unternehmen angegriffen. Das Publikum übernahm die Rolle der Geschäftsleitung und musste in Echtzeit über den Umgang mit einzelnen Vorfällen entscheiden.
Die Teilnehmer stimmten unter anderem darüber ab, wie sie den Angriff einstufen und ob sie Lösegeld zahlen würden. Die unterschiedlichen Ergebnisse zeigten, wie schwer Einigkeit unter Zeitdruck fallen kann. Gercke riet dazu, Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Krisenkommunikation vor einem Vorfall zu klären.
Sechs Hallen und neue Konferenz ab 2027
Für 2027 kündigt der Veranstalter eine Erweiterung der Ausstellungsfläche um Halle 10 an. Damit soll die it-sa EXPO künftig sechs Messehallen umfassen. Als Grund nennt er die hohe Nachfrage und die vollständige Auslastung der bisherigen Flächen.
Hinzu kommt die neue it-sa CONFERENCE, die an den ersten beiden Messetagen stattfinden soll. Sie ergänzt die Messe um ein Format für strategische Gespräche aus Politik, Verwaltung und Cyber-Security. Zusammen mit dem ganzjährigen Online-Angebot it-sa 365 bilden Messe, Konferenz und digitale Vernetzung künftig drei Veranstaltungsbereiche.
Die nächste it-sa Expo ist für den 5. bis 7. Oktober 2027 in Nürnberg angesetzt. Die it-sa Conference soll am 5. und 6. Oktober stattfinden. Bereits für den 19. November 2026 ist ein digitaler Messerückblick auf it-sa 365 angekündigt.
Aussteller zwischen Freude und Skepsis
»Wir sind mit der it-sa in diesem Jahr sehr zufrieden«, erklärt Samir Fadlallah, CEO bei FAST LTA, gegenüber speicherguide.de. »Unser Stand war an allen drei Tagen stark besucht. Wir haben spürbar mehr Gespräche geführt als 2025 und bereits nach dem zweiten Tag unsere Vorjahreszahlen erreicht. Sowohl Besucher als auch Pressevertreter kamen gezielt wegen unserer neuen Appliance Silent AI Pro auf uns zu.« Dabei handelt es sich um eine im September vorgestellte Appliance für den lokalen KI-Betrieb, die auf der Messe erstmals präsentiert wurde.
»Die Resonanz und die geführten Gespräche zeigen uns, dass regulatorischer Druck und geopolitische Risiken immer stärker ins Bewusstsein der Kunden rücken und dass wir mit unseren Produkten einen Nerv treffen«, ergänzt Fadlallah. »Dies gilt vor allem für lokale KI, aber auch für den wachsenden Bedarf an souveränen Backup- und Archivlösungen.«
Eine Aussage, die wir an nahezu allen Ständen sinngemäß gehört haben: »Wir nehmen viele gute Kontakte mit nach München und werden 2027 sicher wieder in Nürnberg dabei sein.« Weniger gut kamen dagegen die Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent im Vorfeld der Messe an. In diesem Zusammenhang gab es durchaus skeptische Stimmen zum weiteren Ausbau der Veranstaltung.
Dennoch überwiegt die Zufriedenheit. »Die Messe war wirklich gut«, bestätigt uns auch Andreas Raum, Gründer und Geschäftsführer von freyraum Marketing. »Es waren alle Anbieter und Hersteller da. Stimmung war sehr gut, obwohl die Geschäfte momentan eher so lala laufen.«