Fast LTA Silent AI Pro bringt KI-Agenten ins Rechenzentrum

Fast LTA Silent AI Pro bringt KI-Agenten ins RechenzentrumSilent AI Pro ist eine lokale KI-Appliance für Wissenssuche und mehrstufige Aufgaben im eigenen Rechenzentrum. Fast LTA ergänzt dafür Projekte, Skills und Agenten. Ergebnisse entstehen als Dokumente oder Auswertungen, Arbeitskontexte bleiben erhalten. Nutzerlizenzen, API-Kontingente und nutzungsabhängige Token-Abrechnung entfallen.

An Unternehmen, die generative KI im eigenen Rechenzentrum betreiben wollen, richtet sich das neue Flaggschiff der KI-Appliance-Serie Silent AI Pro von FAST LTA. Silent AI Pro geht über die reine Wissenssuche hinaus und soll auch mehrstufige Aufgaben bearbeiten. Verfügbar sein soll das System ab 1. Oktober 2026.

Die im Frühjahr gestartete Silent AI konzentriert sich auf Retrieval Augmented Generation (RAG): Unternehmensdaten werden lokal indexiert, Antworten mit Quellenverweisen erzeugt und vorhandene Leserechte aus Identity-Provider und Quellsystem übernommen. In unserer Produktanalyse vom Juli hatten wir die Appliance entsprechend als lokale KI-Plattform für Unternehmenswissen eingeordnet.

Silent AI Pro setzt auf dieser Basis auf und ergänzt Projekte, Skills und Agenten. Ergebnisse können dabei als Dokumente, Auswertungen oder Entwürfe entstehen, und Arbeitskontexte bleiben über Sitzungen hinweg erhalten. Projekte bündeln Quellen und Arbeitskontexte, Skills speichern wiederkehrende Aufgaben. Agenten sollen mehrstufige Abläufe ausführen und dafür angebundene Fachsysteme nutzen. Ergebnisse können als Dokumente, Auswertungen oder Entwürfe entstehen. Ein Gedächtnis soll Arbeitskontexte über Sitzungen hinweg erhalten.

Agenten statt reiner Wissensabfrage

Der wesentliche Unterschied liegt im Arbeitsmodell. Silent AI beantwortet Fragen auf Basis interner Wissensbestände. Die Pro-Version soll zusätzlich Aufgaben zerlegen, Zwischenschritte bearbeiten und Werkzeuge beziehungsweise Fachsysteme einbeziehen. Rechte, Quellenverweise und Protokollierung sollen auch für diese Abläufe gelten.

Zusätzlich ist Silent AI Pro mandantenfähig. Mehrere Organisationsbereiche sollen dieselbe Appliance verwenden können, während Daten und Anwendungsfälle voneinander getrennt bleiben. Damit ist das System für Organisationen gedacht, die KI-Funktionen lokal betreiben und bestehende Rechte- und Governance-Strukturen weiter nutzen wollen.

»Silent AI Pro bietet den Funktionsumfang der großen KI-Dienste als Appliance«, erklärt Samir Fadlallah, CEO bei Fast LTA. »Unsere Kunden können also sicher sein, dass sie die Kontrolle über ihre Daten behalten. Damit punkten wir gegenüber den KI-Diensten von US-Cloud-Anbietern, die dem CLOUD Act und FISA 702 unterliegen. Die vollständige Datenhoheit im eigenen Rechenzentrum erleichtert zudem die DSGVO-konforme Verarbeitung erheblich.«

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Neue 4U-Plattform mit bis zu drei GPUs

Auch die Hardware fällt größer aus: Das von uns im Juli beschriebene System belegt zwei Höheneinheiten und arbeitet mit einer Nvidia-GPU mit 96 GByte Speicher. Silent AI Pro nutzt eine neue 4U-Plattform, die sich mit einer bis drei Nvidia-GPUs bestücken lässt. Weitere GPUs sollen sich im laufenden Betrieb ergänzen lassen.

Fast LTA stellt dem nutzungsabhängigen Cloud-Modell feste Appliance-Kosten gegenüber. Die Rechenleistung ist Bestandteil des Systems und wird nicht nach der Zahl der Anfragen oder verbrauchten Tokens abgerechnet. Als Begründung verweist der Anbieter auf mehrstufige Agenten-Aufgaben, die größere Modelle, längere Kontexte und deutlich mehr Tokens benötigen können als eine einzelne Wissensabfrage.

»Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichen Branchen und sie verbindet derselbe Anspruch: Sicherheit, Kontrolle über die eigenen Daten und im Voraus kalkulierbare Kosten«, ergänzt Fadlallah. »Erstmals bieten wir eine neue Hardwareplattform auch ohne eigene Software an. Partner, die eine souveräne Hardware-Basis für ein eigenes KI-Produkt suchen, erhalten sie einschließlich Fertigung, Service und Wartung aus Deutschland.«

Silent AI Pro: Preise starten bei rund 72.000 Euro

Preislich startet das Silent AI Pro R1000 bei rund 72.000 Euro netto. Das beinhaltet 128 GByte RAM, eine Nvidia-GPU RTX Pro 6000 sowie die Silent-AI-Software. Der Einstiegspreis liegt damit ungefähr in der Größenordnung der jährlichen Arbeitgeberkosten für eine qualifizierte Vollzeitkraft im Mittelstand. Die Appliance ist allerdings auf eine mehrjährige Nutzung ausgelegt und dies rund um die Uhr.

Für einen höheren Durchsatz bei mehreren gleichzeitig arbeitenden Nutzern bietet sich das Pro-Modell R3000 mit 3 GPUs an. Hier müssen Interessenten mit einem Investitionsrahmen ab 159.630 Euro kalkulieren. Für maximale GPU-Rechenleistung für LLM-Inferenz und Fine-Tuning ist die Pro Z3000 gedacht, die mit bis zu 512 GByte RAM, zwei Nvidia H200- sowie einer RTX-Pro-600-GPU ab 280.330 Euro kostet.

Für die Pro-Appliances gibt es laut Anbieter keine Begrenzung bei Nutzerzahl oder Token-Nutzung. Nutzerbezogene Lizenzen, API-Kontingente oder eine nutzungsabhängige Abrechnung sind nicht vorgesehen. Unternehmen kaufen damit feste Rechenkapazität statt laufend neue Token-Kontingente oder Nutzungsrechte nachzubuchen. Die praktischen Grenzen setzt die eigene Hardware – und damit die Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum, nicht ein externes Abrechnungsmodell.