Phison startet mit Pascari-SSDs im deutschen Enterprise-Markt
Mit Pascari tritt Phison im Enterprise-Markt erstmals mit SSDs unter eigener Marke auf. Das Portfolio reicht von kapazitätsstarken QLC-Modellen bis zu besonders ausdauernden Laufwerken für Caching und andere Rechenzentrums-Workloads. Für den Ausbau des Geschäfts in Europa hat Phison nun eine GmbH mit Sitz in Eschborn gegründet.
Phison baut sein Enterprise-Geschäft in Europa aus und setzt dabei auf Deutschland als wichtigsten Zielmarkt. Mit der neu gegründeten Phison Electronics Europe GmbH in Eschborn schafft der taiwanische NAND-Spezialist erstmals eine eigene Gesellschaft in der Region. Von dort sollen Vertrieb, Partnergeschäft sowie technischer Support für Europa, den Nahen Osten und Afrika ausgebaut werden. Ingvar Ersson übernimmt als General Manager & President EMEA die Leitung, Antony Zukowski verantwortet das Geschäft als Regional Director EMEA.
Im Mittelpunkt der Expansion steht Pascari, Phisons eigene Marke für Enterprise-SSDs. Damit tritt das Unternehmen nicht mehr nur als Entwickler und Lieferant von NAND-Controllern auf, sondern bietet komplette SSDs unter eigenem Namen an. Phison blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung mit NAND-Technologie zurück und beziffert seinen weltweiten Marktanteil bei Client-SSD-Controllern auf rund 20 Prozent. »Mit Pascari bringen wir unser Controller- und Firmware-Know-how nun direkt in eigene Enterprise-SSDs ein«, sagt Ersson. »Wir wollen damit nicht nur Komponenten liefern, sondern komplette Speicherlösungen für anspruchsvolle Rechenzentrums-Workloads anbieten.«
Deutschland wird zum Schlüsselmarkt für Pascari
Für Phison ist Europa vor allem wegen der steigenden Investitionen in KI- und Enterprise-Infrastrukturen interessant. »Europa bietet Phison eine bedeutende Wachstumschance, da sich die Einführung von KI und Investitionen in die Enterprise-Infrastruktur weiter beschleunigen«, sagt KS Pua, CEO und Gründer von Phison Electronics. Mit der neuen EMEA-Organisation wolle das Unternehmen Kunden stärker vor Ort betreuen und Partnerschaften in der Region ausbauen.
Deutschland soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. »Deutschland ist für uns der wichtigste Markt in Europa«, erklärt Ersson gegenüber speicherguide.de. »Hier gibt es viele Systemintegratoren und Kunden, die individuelle, hochwertige Infrastrukturen aufbauen und nicht einfach nur Standardboxen kaufen.« Phison will deshalb Vertrieb und technischen Support vor Ort ausbauen und Kunden auch bei Qualifizierung und Tests begleiten. Die Expansion sei langfristig angelegt und keine kurzfristige Reaktion auf den aktuellen KI-Boom. Laut Ersson will das Unternehmen eine dauerhafte Präsenz in Europa aufbauen.
Als wichtige Einsatz- und Kundensegmente nennt Phison KI-Infrastrukturen, HPC, Cloud- und Neocloud-Anbieter sowie den öffentlichen Sektor. »Unser Fokus liegt darauf, das Partner-Ökosystem auszubauen und Phisons Speichertechnologien breiter im Markt zu etablieren«, sagt Ersson. Besonderes Potenzial sieht er in datenintensiven Bereichen wie Medien und Unterhaltung, HPC, Neocloud sowie im öffentlichen Sektor. Dort wachse nach seiner Einschätzung der Bedarf an schnellen Gen5-SSDs und maßgeschneiderten Lösungen für KI- und Big-Data-Workloads.
Pascari-SSDs für unterschiedliche Rechenzentrums-Workloads
Das Pascari-Portfolio deckt unterschiedliche Einsatzbereiche im Rechenzentrum ab. Besonders auffällig ist die D206V, eine PCIe-5.0-NVMe-SSD auf QLC-Basis mit bis zu 245,76 TByte. Phison bietet sie in den Formfaktoren U.2, E3.S, E3.L und E1.L an. Sie erreicht laut Hersteller bis zu 14.000 MByte/s beim sequenziellen Lesen und ist für kapazitätsintensive Anwendungen wie KI-Daten und Warm Storage vorgesehen. Die größte Ausbaustufe mit 245,76 TByte soll im vierten Quartal 2026 verfügbar werden.
Daneben positioniert Phison die D250 als kompakte E1.S-SSD für dichte und energieeffiziente Hyperscale-Systeme. Die Kapazitäten reichen von 480 GByte bis 3,84 TByte, die sequenzielle Leserate gibt Phison mit bis zu 13.800 MByte/s an. Die B200 übernimmt dieselben Kapazitätsklassen im M.2-2280-Format und zielt als PCIe-5.0-SSD vor allem auf Boot- und Systemlaufwerke in Servern.
Für besonders schreibintensive Workloads gibt es die X202Z. Die PCIe-5.0-SSD ist für Caching, Logging und Metadaten ausgelegt und erreicht laut Phison eine Haltbarkeit von bis zu 60 Drive Writes per Day. Mit bis zu 6,4 TByte Kapazität und maximal 14.800 MByte/s beim Lesen bzw. 10.000 MByte/s beim Schreiben besetzt sie das High-End des Pascari-Portfolios.