Tesco plant Vmware-Ablösung durch Proxmox in Filialen

Tesco plant Vmware-Ablösung durch Proxmox in FilialenProxmox soll künftig die Vmware-Virtualisierung in den Tesco-Filialen ersetzen. Eine Stellenanzeige beschreibt die geplante Migration und eine zentrale Verwaltung der Filial-IT. Parallel streitet der britische Handelskonzern mit Broadcom über bestehende Lizenz- und Support-Verträge.

Der britische Handelskonzern Tesco plant, Vmware in seiner Filial-IT durch Proxmox Virtual Environment (VE) zu ersetzen. Das geht aus einer aktuellen Stellenanzeige hervor. Eine neue Management-Plattform soll Anwendungen an zahlreichen Standorten zentral verwalten, aktualisieren und bei Störungen wiederherstellen. Tesco sucht dafür eine Führungskraft. Wie viele Server betroffen sind und wann die Migration beginnt, ist noch nicht bekannt.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit über einen Vertrag von 2021. Tesco hatte damals unbefristete Vmware-Lizenzen und Support bis Anfang 2026 erworben. Nach Darstellung des Handelskonzerns konnte er den Support bis 2030 verlängern.

Nach Broadcoms Übernahme von Vmware im November 2023 änderte sich das Lizenzmodell. Broadcom setzte verstärkt auf Abonnements. Tesco wirft dem Anbieter vor, die vereinbarte Support-Verlängerung nicht einzuhalten und stattdessen neue Lizenzkäufe zu verlangen.

2025 verklagte Tesco unter anderem Broadcom, Vmware und den IT-Dienstleister Computacenter. Der Händler verlangt die Erfüllung der Verträge und Schadenersatz. In dem Verfahren standen ursprünglich Forderungen von mindestens 100 Millionen Pfund im Raum. Broadcom bestreitet die Vorwürfe. Die rechtliche Bewertung ist damit weiterhin umstritten.

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Vmware-Streit: höhere Angebote und Migrationskosten

Tesco bezifferte ein neues Jahresangebot für Vmware- und Mainframe-Software auf rund 17,4 Millionen Pfund. Das entspreche 175 Prozent mehr als den aus seiner Sicht vereinbarten Konditionen. Die Zahlen stammen aus Tescos Darstellung im Rechtsstreit; sie belegen weder einen allgemeinen Preisanstieg noch mögliche Einsparungen durch Proxmox.

Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für die Umstellung hat Tesco nicht veröffentlicht. Wie die Kollegen der Computerwoche berichtet, hält Joe Locandro, CIO des Support-Anbieters Rimini Street, bei Vmware-Migrationen allgemein eine Amortisationszeit von drei bis fünf Jahren für möglich. Das ist eine Einschätzung eines kommerziellen Dienstleisters, keine Berechnung für Tesco.

Vmware-Ausstieg frühestens Ende 2027

Die Handelskette prüft seit 2025 Alternativen zu Vmware. Ein vollständiger Ausstieg wäre nach eigener Einschätzung frühestens Ende 2027 möglich. Der Zeitplan ist kein bestätigter Termin für die Proxmox-Umstellung in den Filialen.

Die Kollegen von The Register berichtet unter Berufung auf Gerichtsunterlagen, dass Tesco für den beschleunigten Ausstieg hohe Zusatzkosten und Betriebsrisiken erwartet. Seit Januar 2026 bezahlt der Konzern demnach externe Dienstleister für Vmware-Support. Hinzu kommen Probleme mit Backup und Recovery: Eine von Tesco geprüfte Ersatzplattform sei nicht mit den bislang eingesetzten Lösungen von Veeam und Zerto kompatibel. Aus den Unterlagen geht nicht hervor, dass damit Proxmox gemeint ist.

Proxmox ist bisher nur für die Filial-IT konkret benannt. Welche Systeme Tesco in seinen Rechenzentren ersetzen will, ist offen. Ebenso fehlen Angaben zu den Kosten der Proxmox-Migration und zu den erwarteten Einsparungen.