Ionos Hidrive Next: Cloud-Speicher aus deutschen RZ
Ionos stellt Hidrive Next auf eine neue technische Basis. Der Cloud-Speicher nutzt Nextcloud, wird in deutschen Rechenzentren betrieben und richtet sich an Privatnutzer, Freiberufler und kleine Unternehmen. Tarife starten bei zwei Euro monatlich, ein Einführungsangebot senkt den 1-TByte-Tarif für zwölf Monate auf ein Euro pro Monat.
Für kleine Unternehmen und Freiberufler zählen bei Cloud-Speicher vor allem einfache Nutzung, Datenstandort und Integration in vorhandene Umgebungen. Mit IONOS HiDrive Next erneuert der Hosting-Anbieter seinen Online-Speicher und setzt auf die Open-Source-Plattform Nextcloud. Das bisherige Hidrive bleibt für Bestandskunden nach Angaben des Unternehmens weiter nutzbar.
Der Dienst ist über eine Web-Anwendung sowie Clients für Windows ab Version 10, macOS und Linux erreichbar. Apps gibt es für iOS ab Version 13 und Android. Mobil integriert Ionos einen Dokumentenscanner mit optischer Texterkennung, der Dokumente als durchsuchbare PDF-Dateien erfassen kann. Fotos und Videos lassen sich automatisch in den Cloud-Speicher übertragen.
Für die Einbindung in vorhandene Umgebungen bietet Hidrive Next eine WebDAV-Schnittstelle. Damit lässt sich der Speicher beispielsweise als Netzwerklaufwerk einbinden oder mit Routern und Backup-Systemen nutzen. Dateien können im Browser angezeigt werden. Das direkte Bearbeiten von Office-Dokumenten soll laut Ionos später über ein optionales Add-on hinzukommen.
Nextcloud als Basis und Betrieb in Deutschland
Nextcloud ist Open Source, der Quellcode ist öffentlich einsehbar. Ionos betreibt Hidrive Next nach eigenen Angaben in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland und bezeichnet den Dienst als DSGVO-konform.
Die Datenübertragung ist laut Anbieter verschlüsselt. Zum Funktionsumfang gehören außerdem Dateiversionierung, ein Papierkorb für gelöschte Dateien sowie passwortgeschützte Freigabelinks mit optionalem Ablaufdatum. Damit deckt Hidrive Next typische Anforderungen an einen Filesync-and-Share-Dienst ab. Versionierung und Papierkorb ersetzen jedoch kein eigenständiges Backup geschäftskritischer Daten.
Drei Tarife von 100 GByte bis 1 TByte
Ionos bietet drei monatlich kündbare Tarife an. Starter umfasst 100 GByte für einen Benutzer und kostet zwei Euro im Monat. Standard bietet 500 GByte für bis zu drei Benutzer für fünf Euro. Plus enthält 1 TByte und bis zu fünf Benutzer für regulär sieben Euro monatlich. Zum Start kostet der Plus-Tarif in den ersten zwölf Monaten ein Euro pro Monat.
Einordnung: Hidrive Next, Pcloud und Luckycloud
Die drei Angebote setzen unterschiedliche Schwerpunkte. pCloud richtet sich mit EU-Speicherstandort und Lifetime-Modell vor allem an Privatanwender und kleinere Teams, die laufende Abokosten vermeiden möchten. Luckycloud ist deutlich breiter aufgestellt: Der Berliner Anbieter kombiniert Dateiablage mit Kollaboration, S3-kompatiblem Objektspeicher, Rollenverwaltung, optionaler Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und weiteren Diensten. Damit adressiert die Plattform auch Behörden und Organisationen mit höheren Compliance-Anforderungen.
Hidrive Next konzentriert sich stärker auf klassischen Cloud-Speicher mit Dateiablage, Synchronisation und Freigaben. Für kleinere Firmen sind vor allem der Betrieb in deutschen Rechenzentren, die Nextcloud-Basis und die Einbindung per WebDAV relevant.