26.05.2014 (eh)
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IBM-Forscher demonstrieren 85,9 Gbit/Quadratzoll auf Tape

  • Inhalt dieses Artikels
  • IBM-Forscher demonstrieren 85,9 Gbit/Quadratzoll auf Tape
  • Weg frei für fünf bis sechs weitere LTO-Tape-Generationen
  • Kostenlose Cloud-Services brauchen kostengünstigste Storage-Infrastruktur
  • Fernsehsender verkleinerte mit LTO-Bandspeicher Videoarchivfläche von 140 auf 36 qm
Roadmap der verschiedenen Speichertechnologien (Grafik/Quelle: IBM)

An vorderster Themenfront waren auf IBMs Technologie- und Partnerkonferenz »Edge 2014« letzte Woche alles rund um Server, Flash, Rechenzentrums-Infrastruktur und Cloud. Ganz am Rande gab es aber auch eine Ankündigung von den IBM-Forschungslabors in Zürich: Es gelang, eine Speicherdichte von 85,9 Gbit/Quadratzoll auf kostengünstigem Barium-Ferrit-Magnetband zu demonstrieren. Zusammengearbeitet haben die IBM-Forscher dabei mit dem japanischen Unternehmen Fujifilm.

Die Speicherdichte entspricht der 62-fachen Kapazität einer heutigen Bandspeicherkassette im Industriestandard LTO (Linear Tape-Open) der sechsten Generation (LTO-6), und stellt einen neuen Rekord bezüglich Datendichte pro Flächeneinheit auf linearem Partikel-basierten Magnetband dar. Mit der weiterentwickelten Technologie könnte eine LTO-Cartridge bis zu 154 TByte an unkomprimierten Daten aufnehmen.

Weg frei für fünf bis sechs weitere LTO-Tape-Generationen

Dr. Mark Lantz, Manager Exploratory Tape, Storage Technologies, IBM Research ZurichBis es soweit ist, dauert es natürlich noch etliche Jährchen. Aber das Signal an die Storage-Branche ist eindeutig: Mit Tape ist weiterhin zu rechnen. »Mit der Demonstration können wir zeigen, dass wir in der Lage sind, die Bandkapazitäten in den nächsten zehn Jahren alle zwei Jahre zu verdoppeln«, erläutert Dr. Mark A. Lantz, Manager Exploratory Tape, Storage Technologies bei IBM Research Zurich im Gespräch mit speicherguide.de. Heißt, von der aktuellen LTO-6-Generation ist der Weg frei bis mindestens LTO-11 oder LTO-12.

Generell denkt Dr. Lantz, dass mit der Big-Data-Explosion und dem Trend zu einem Mehr an Archivierung dank immer schärferer Compliance-Richtlinien das Tape eine Renaissance erfahren sollte. Den langjährigen Trend zu Backup-to-Disk sieht er dagegen nun abflachen: »Tape hat das wesentlich größere Skalierungspotenzial.«

Kostenlose Cloud-Services brauchen kostengünstigste Storage-Infrastruktur

Denn mit der Datenexplosion würden nun die eigentlich altbekannten Argumente für Tape, wie wesentlich günstigere Energieeffizienz und die klaren Stellflächenvorteile, wieder deutlicher greifen. Sogar ein Unternehmen wie Google habe das erkannt, und installiere nun vermehrt Tape-Systeme für diverse Services. »Vor allem, wenn die Services kostenlos sind, dann muss die Storage-Infrastruktur dahinter so günstig wie möglich sein«, argumentiert Dr. Lantz. »Und dieses Problem löst Tape immer besser.« Die Kosten für Tape-Speicher würden bei weniger als zwei Eurocent pro GByte liegen.

Ein großer Teil der Daten von kostenlosen Cloud-Services wird nicht häufig abgerufen, oder muss nicht binnen Millisekunden verfügbar sein. Massen von Daten lagern daher oftmals lange ungenutzt in digitalen Archiven. Dazu gehören beispielsweise Daten- und Videoarchive, Backup-Dateien oder Sicherungskopien im Rahmen von Data-Recovery-Management oder der Einhaltung gesetzlicher Auflagen. Bandspeichersysteme sind für solche Anwendungen eigentlich prädestiniert und weitaus energieeffizienter und kostengünstiger als Festplattenspeicher.

Fernsehsender verkleinerte mit LTO-Bandspeicher Videoarchivfläche von 140 auf 36 qm

So konnte zum Beispiel das griechische Fernsehsender AlphaTV durch den einsatz von IBM-LTO-Ultrium-5-Bandspeicher die Fläche seines Videoarchivs von 140 auf 36 Quadratmeter reduzieren, und damit signifikant die System- und Energiekosten reduzieren. Auch beim »Large Hadron Collider«, dem weltweit größten und leistungsstärksten Partikelbeschleuniger am europäischen Kernforschungszentrum CERN, kommen Magnetbandkassetten zur Speicherung der Messergebnisse zum Einsatz. In den ersten drei Betriebsjahren wurden mehr als 100 PByte im CERN-eigenen Massenspeichersystem aufgezeichnet. Der größte Teil dieser Daten ist auf über 52.000 Bandkassetten archiviert.

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