30.08.2019 (kfr)
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Vmware aktualisiert »Workspace ONE«-Plattform

Vmware »Workspace ONE«-Architektur (Grafik: Vmware)Vmware »Workspace ONE«-Architektur (Grafik: Vmware)Auf seiner Hausmesse VMworld, die am 29. August in San Francisco geschlossen wurde, hat VMware Neuerungen für seine Digital Workspace-Plattform Workspace ONE vorgestellt. Diese zielen einerseits auf eine Erhöhung der Mitarbeiterbindung, -motivation und -leistungsfähigkeit, andererseits darauf eine Produktivität und Sicherheit der IT-Systeme durch Automatisierung und durchgängige Verwaltung zu verbessern. Neue Management-, Sicherheits- und Multi-Cloud-VDI-Funktionen sollen dies bewirken.

KI-basierte Concierge-Services

Der Concierge-Service der Workspace-One-Plattform soll Mitarbeiter Integration vermitteln und ihnen über einen zentralen Kommunikations-Hub sicheren Zugriff auf Anwendungen, Workflows und Benachrichtigungen ermöglichen und sich mit Kollegen zu verbinden. Laut Hersteller hilft dabei ein virtueller Assistent auf Basis von künstlicher Intelligenz (KI), der von IBM Watson Assistant unterstützt wird und über den Nutzer mithilfe von NLP (Natural Language Processing) oder durch Text interagieren können.

Der neue digitale Concierge-Service, Workspace ONE Intelligent Hub Virtual Assistant, soll Mitarbeiter bei der Erledigung zahlreicher IT- und HR-bezogener Aufgaben unterstützen. Hierzu zählen die Beschaffung und Registrierung eines neuen Geräts, die Fehlerbehebung von WLAN-Profilen, das Öffnen und Verwalten von Service-Desk-Tickets sowie die Anmeldung betrieblicher Leistungen. Zudem können Mitarbeiter mit dem virtuellen Assistenten auch auf unternehmensspezifische Ressourcen wie Firmenrichtlinien, Bürostandorte und Sitzpläne sowie weitere Unternehmens- und Teamprozesse zugreifen. Desweiteren werden HR-, Branchen- und IT Service Management (ITSM) Anwendungen unterstützt. Darunter der Jira Service Desk der Firma Atlassian für die nahtlose Bereitstellung von Service-Desk-Ticketinformationen. Kontextbezogene One-Click-Workflows sind auch für Partner-Plattformen wie Salesforce, Coupa und SAP Concur integriert.

Shankar Iyer, Senior Vice President bei Vmware kommentiert das so: »Die ganzheitliche Berücksichtigung der Mitarbeiterzufriedenheit – von der Anstellung bis zum Ruhestand – muss im Mittelpunkt des Digital-Workspace-Designs eines jeden Unternehmens stehen und ist für den Erfolg der Transformation entscheidend. Mit Workspace One kann die IT-Abteilung Mitarbeiter besser dabei unterstützen, produktiv zu arbeiten, indem sie diesen auf benötigte Ressourcen Zugriff geben und gleichzeitig die modernen Management- und Zero-Trust-Sicherheitsinitiativen des Unternehmens vorantreiben.«

Digitaler Workspace war auf der Vmworld 2019 das entscheidende Thema (Bild: Vmware)Digitaler Workspace war auf der Vmworld 2019 das entscheidende Thema (Bild: Vmware)

Fern- und Auto-Wartung für alle Geräte

Der Digital-Employee-Experience-Management-Service soll potenzielle Geräte-Probleme proaktiv erkennen und automatisch beheben können. Die Anwendungen basieren auf Echtzeit-Telemetrie aus der digitalen Arbeitsumgebung. Durch Nutzung der kombinierten Funktionen von Workspace ONE UEM, Workspace ONE Intelligence und Apteligent ist Digital Employee Experience-Management laut Vmware die einzige Lösung in der Branche, die IT-Abteilungen mit diesen Funktionen sowohl für Mobil- als auch Desktop-Plattformen vollständig automatisiert unterstützt – von der Selbstreparatur bis hin zur Problembehebung. Dies funktioniere für Windows, Android, macOS und iOS. Im Vmware-Chargon heisst dies auch Unified Endpoint Management (UEM).

Concierge-Service vs. Datenschutz

Kritiker stellen hier natürlich die – typisch deutsche – Frage zum Schutz persönlicher Daten. Wenn der Arbeitgeber über KI die Mitarbeiterzufriedenheit vom Firmeneintritt bis zur Rente verbessern möchte, muss er sie permanent messen und kann sie auch anderweitig bewerten. Inwieweit diese vom Hersteller gefeierte Concierge- und Kontroll-Innovation im Interesse der Mitarbeiter ist und in Europa Anwendung finden kann, wird sich zeigen. Das System wird sicherlich mehr als einen Datenschutzbeauftragten auf den Plan rufen.

Vmware-Neuheiten im Überblick

Weitere Neuerungen betreffen erweiterte Cloud-Services, Sicherheits- und Risikoanalysen sowie die Integration von Drittanbietertechnologien:

Erweiterte Multi-Cloud Virtual Desktop-Services:
Die neuen VMware Horizon Services für Multi-Cloud sollen es IT-Administratoren ermöglichen, die Vermittlung und Verwaltung in Umgebungen mit mehreren Standorten zu automatisieren. Die Horizon-Services unterstützen Mitarbeiter dabei, sich in den bestmöglichen virtuellen Arbeitsbereich einzuloggen – entweder On-Premise oder in der Cloud. So sollen die Leistungen für Benutzer verbessert, die Kosten gesenkt und eine Reihe von Anwendungsfällen unterstützt werden, darunter Disaster-Recovery, Erweiterung des Rechenzentrums und Cloud-Bursting.

Als Teil von Horizon-Services für die Multi-Cloud sollen neue Verwaltungsdienste die Desktop- und App-Administration über mehrere Standorte hinweg vereinfachen und echte Hybridität ermöglichen.

Paketierung und Bereitstellung von Anwendungen soll nun entkoppelbar sein, um identische Pakete über lokale und Cloud-Desktops hinweg mit einem One-to-Many-Publikationsmodell nutzbar zu machen. Schließlich wird ein neuer Cloud-Monitoring-Dienst die Horizon-Leistungsdaten anzeigen, wodurch Administratoren ihre Umgebung proaktiv über eine einzige cloudbasierte Konsole überwachen, Probleme erkennen und diese beheben können.

In der Zusammenarbeit mit Microsoft wurde ein bedingter Zugriff auf Office 365 mit Microsoft Intune und Azure Active Directory sowie Horizon-Cloud-Support für Windows-Virtual-Desktop auf Azure erarbeitet.

Mit dem VMware Subscription Upgrade-Programm für Horizon besteht für Horizon-7-Kunden die Möglichkeit, bestehende, unbefristete Lizenzen für die Horizon-Universal-Lizenz zu erweitern. Diese lässt sich vor Ort oder in der Cloud bereitstellen.

Plattformübergreifende Risikoanalysen
Eine Zero Trust
-Sicherheitsarchitektur soll für Netzwerke, Geräte, Anwendungen und Benutzer gelten. Dafür wird die Workspace ONE Intelligence eingeführt. Sie erstellt Risiko-Scores für Benutzer und Geräte, berechnet Risikoattribute, bedingte Zugriffsrichtlinien und automatisierte Korrekturen. Laut Vmware lassen sich mithilfe des maschinellen Lernens Anomalien im Benutzerverhalten auf der Grundlage von Abweichungen des strukturierten Verhaltens identifizieren und Korrekturmaßnahmen automatisieren.

Darüber hinaus unterstützt Workspace ONE Trust Network nun vollständig Carbon Black, Lookout und Netskope. So können Kunden Sicherheitslösungsdaten in Workspace One integrieren und die Dashboards von Workspace One Intelligence nutzen, um einen Überblick über ihre Sicherheitslage zu erhalten.

Erweiterter Windows 10-Support
Unter den von Workspace One unterstützten Plattformen wächst Windows 10 am stärksten. In der neuen Version wurden diverse Migrations-Tools integriert. Zusätzlich zur Unterstützung der Migration von Microsoft SCCM-Sammlungen (System Center Configuration Manager), Geräten und Anwendungen kann das Tool nun auch den Prozess der Migration von Group-Policy-Objects (GPOs) von SCCM zu Workspace One automatisieren, so der Hersteller.

Integration mit Dell Unified Workspace
Der Dell Unified Workspace
integriert nun auch Vmwares Workspace One in alle Dell-Geräte und -Services. Dies soll helfen, den gesamten Lebenszyklus von IT-Geräten zu vereinfachen und gleichzeitig den Mitarbeitern ein personalisiertes und sofort einsatzbereites Arbeitserlebnis zu bieten. Die Integration gehe laut Hersteller dabei bis auf BIOS-Ebene.

iOS 13-Support ab Herbst
Für später im Herbst plant Vmware den Support von iOS 13 und iPadOS, sodass die IT-Abteilung persönliche Geräte (BYOD) mit Geschäftsanwendungen und -diensten unterstützen können, ohne die vollständige Verwaltung des Geräts zu übernehmen. Unter anderem unterstützt Workspace One Software-Updates für Apple-Geräte, und bietet damit fein abgestufte Kontrollen für alle umfangreichen und kleinen iOS- und macOS-Updates mit benutzerdefinierten Freigabe-Workflows, um Updates basierend auf dem Risikoprofil des Unternehmens automatisch auszurollen, anzuhalten oder zu verschieben.

Eine neue macOS-Skript- und Sequenzierungs-Engine passt Betriebssysteme an, installiert Anwendungen, stellt Systemkorrekturen bereit und stellt diese Skripte Benutzern mit einer Self-Service-Methode zur Verfügung. Ein neues Lifecycle-Management für die FileVault-Verschlüsselung unter MacOS soll zur Vereinfachung von Hinterlegung, Aktualisierung und Wiederherstellung von Schlüsseln dienen. Ebenso wurde die SIP-Unterstützung (System Integrity Protection) für MacOS mit Integritätsbescheinigung und Compliance-Status überarbeitet.

Einfache Migration zu Android Enterprise
Anwender können nach Herstellerangaben jetzt mit wenigen Klicks von älteren Android- zu Android Enterprise-Profilen über die Workspace ONE UEM-Konsole migrieren und die Vorteile der Echtzeitüberwachung hinsichtlich des Gerätezustands und des Implementierungsfortschritts nutzen. Darüber hinaus haben Administratoren die Möglichkeit, mit der neuen Workspace One UEM-Erweiterung für Chrome OS benutzer- und gerätebasierte Authentifizierungszertifikate zu hinterlegen, zu widerrufen und zu erneuern.

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