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Nvidia steigt bei Intel ein und plant gemeinsame Chips

Nvidia steigt bei Intel ein und plant gemeinsame ChipsNVIDIA hat Ende Dezember 2025 eine Beteiligung an Intel aufgebaut und dafür Aktien im Wert von fünf Milliarden US-Dollar übernommen. Der Preis pro Aktie war bereits im September mit 23,28 US-Dollar festgelegt worden. Durch den anschließenden Kursanstieg ist das Paket inzwischen deutlich mehr wert, in Medienberichten ist von einem rechnerischen »Buchgewinn« in der Größenordnung von rund 2,5 Milliarden US-Dollar die Rede.

Für Intel ist die Transaktion vor allem eine Kapitalspritze über eine Privatplatzierung. Dabei geht es um ein Paket von rund 214 Millionen Aktien, das Closing erfolgte am 26. Dezember.

Regulatorik: FTC lässt den Einstieg passieren

Mit der Transaktion erreicht Nvidia eine Beteiligung von rund vier Prozent, damit stand der Einstieg unter kartellrechtlicher Beobachtung. Im Kern ging es um die Frage, ob der Erwerb eines signifikanten Anteils an einem direkten Wettbewerber wettbewerbsrechtlich relevant wird. Die FTC hat die Transaktion am 18. Dezember 2025 freigegeben, im Rahmen einer sogenannten »Early Termination Notice«.

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Technik-Pläne: NVLink zwischen Architekturen, neue x86-Varianten

Strategisch wichtiger als die Beteiligung selbst ist die geplante gemeinsame Chip-Entwicklung für Rechenzentrum und PC über mehrere Generationen. Vorgesehen ist, dass die Partner ihre Bausteine über NVLink koppeln. Als technische Zielgröße werden dabei Bandbreiten von bis zu 1,8 TByte/s pro GPU genannt (je Richtung 900 GByte/s), eingeordnet im Vergleich zu einem PCIe-5.0-x16-Slot.

Für den Rechenzentrumsbereich ist ein Ansatz im Gespräch, bei dem Intel Nvidia-spezifische x86-CPUs liefert, die Nvidia in eigene KI-Infrastruktur-Plattformen integrieren kann. Für den PC-Markt gibt es einen zweiten Strang: Intel soll x86-System-on-Chip-Designs bereitstellen, die RTX-GPU-Chiplets integrieren, also besonders eng gekoppelte CPU/GPU-Kombinationen auf x86-Basis.

Einordnung: Warum das fürs Rechenzentrum relevant ist

Für Rechenzentrumsbetreiber ist vor allem die Richtung interessant: Bislang werden klassische x86-Serverplattformen und Nvidias Beschleuniger-Ökosystem häufig über PCIe als »Standard-Klebstoff« zusammengeführt. Wenn NVLink künftig nicht nur GPU-zu-GPU, sondern auch als engere Kopplung zwischen CPU- und GPU-Domänen eine Rolle spielt, könnten sich Plattformgrenzen verschieben, etwa bei Node-Designs, Topologien und beim Ausbaupfad in AI- und HPC-Clustern. Das ist noch nicht operative Realität, deutet aber auf mehr Co-Design und weniger »Baukastenprinzip« hin.

Historischer Kontext: Arm als »Warnschild«

Als Vergleich wird oft die gescheiterte Arm-Übernahme aus dem Jahr 2021 herangezogen. Damals plante Nvidia den Kauf von Arm für 40 Milliarden US-Dollar, stieß jedoch auf massiven regulatorischen Widerstand, unter anderem durch eine Klage der FTC, und gab das Vorhaben schließlich auf. Im Vergleich wirkt die jetzige Kombination aus Minderheitsbeteiligung und Technologiepartnerschaft deutlich weniger invasiv, bleibt aber politisch und kartellrechtlich sensibel.


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