Trendforce: DRAM-Preise ziehen massiv an
Der DRAM-Markt hat im vierten Quartal 2025 einen kräftigen Preisschub erlebt. Laut Trendforce trieben zusätzliche Bestellungen aus dem KI-Umfeld den Branchenumsatz auf 53,58 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 29,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Samsung zog dabei wieder an SK Hynix vorbei.
Nach Einschätzung von TrendForce weitet sich der Ausbau von KI-Infrastrukturen in Rechenzentren inzwischen über klassische AI-Server hinaus auf Standard-Server aus. Damit steige die Speichernachfrage nicht mehr nur bei HBM3e, LPDDR5X und hochkapazitiven RDIMMs, sondern breiter über verschiedene RDIMM-Kapazitäten hinweg.
Diese Entwicklung habe im vierten Quartal 2025 zu zusätzlichen Bestellungen geführt. Gleichzeitig sei die Versorgungslage enger geworden. Käufer hätten in mehreren Segmenten Schwierigkeiten gehabt, ausreichende Mengen zu sichern. Das habe die Verhandlungsposition der Hersteller deutlich gestärkt.
Vertragspreise ziehen massiv an
Laut Trendforce stiegen die VertragArbeitsspeicherspreise für klassische DRAMs im Vergleich zum Vorquartal um 45 bis 50 Prozent. Im kombinierten Mix aus konventionellem DRAM und HBM habe der Anstieg bei 50 bis 55 Prozent gelegen. Der gesamte DRAM-Branchenumsatz erreichte damit 53,58 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 29,4 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2025.
Für das erste Quartal 2026 erwartet das Marktforschungs-Unternehmen trotz saisonal schwächerer Konsumenten-Nachfrage keinen Preisrückgang. Zwar könnte das Bit-Wachstum bei den Liefermengen begrenzt bleiben. Gleichzeitig würden große Cloud-Service-Provider ihre Versorgung priorisieren und höhere Einkaufspreise akzeptieren. Andere Anwendungsbereiche müssten diesem Niveau folgen, um ihre Zuteilungen zu sichern.
Trendforce rechnet daher im ersten Quartal 2026 mit einem weiteren kräftigen Preisanstieg. Für klassischen DRAM wird ein Plus von 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet. Beim gemischten Preisniveau aus konventionellem DRAM und HBM soll der Anstieg bei 80 bis 85 Prozent liegen.
Trendforce meldet für 4Q25 einen DRAM-Umsatzsprung um 29,4 Prozent. Samsung übernimmt wieder die Spitzenposition vor SK Hynix. (Quelle: Trendforce)
Samsung zieht wieder an SK Hynix vorbei
Samsung erzielte im vierten Quartal 2025 einen DRAM-Umsatz von 19,30 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Marktanteil legte um 3,4 Prozentpunkte auf 36 Prozent zu. Damit übernahm der Hersteller wieder die Spitzenposition. Trendforce begründet das unter anderem mit stark gestiegenen Durchschnittspreisen und dem Ausbau des HBM-Geschäfts.
SK hynix kam auf 17,22 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 25,2 Prozent. Der Marktanteil sank leicht auf 32,1 Prozent, womit das Unternehmen auf Rang zwei zurückfiel. Die Durchschnittspreise hätten im mittleren 20-Prozent-Bereich zugelegt. Der höhere HBM-Anteil im Portfolio habe dabei für geringere Preisschwankungen gesorgt als bei anderen Anbietern.
Micron blieb mit 11,98 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Marktanteil von 22,4 Prozent auf Platz drei. Gegenüber dem Vorquartal entsprach das einem Umsatzplus von 12,4 Prozent. Nach Einschätzung der Analysten lagen die realisierten Preise niedriger als bei den koreanischen Wettbewerbern, weil Vertragsverhandlungen früher abgeschlossen worden seien.
Taiwanische Hersteller profitieren von Engpässen
Auch die taiwanischen DRAM-Anbieter legten weiter zu. Sie konzentrieren sich laut TrendForce vor allem auf Produkte aus reiferen Fertigungs-Knoten und könnten damit Lücken füllen, die durch die Verlagerung großer Hersteller auf modernere Prozesse entstehen.
Nanya steigerte den Umsatz um 54,7 Prozent auf 970 Millionen US-Dollar. Rückenwind kamen demnach von höheren Vertragspreisen für DDR4 und DDR3, anhaltender Lagerauffüllung großer Kunden sowie einer Kapazitäts-Verlagerung hin zu margenstärkeren DDR4-Produkten. Die operative Marge verbesserte sich deutlich von 6 auf 39,1 Prozent.
Winbond meldete einen Umsatz von 297 Millionen US-Dollar, ein Plus von 33,7 Prozent. Das Wachstum sei vor allem von höheren Auslieferungen von 20-nm-DDR4-Bausteinen mit 4 Gbit getragen worden.
PSMC steigerte den ausgewiesenen DRAM-Umsatz ohne Foundry-Services leicht um 0,6 Prozent auf 33 Millionen US-Dollar. Einschließlich der foundry-bezogenen DRAM-Umsätze habe das Plus bei rund 5 Prozent gelegen. Nach einer Technologie-Lizenzvereinbarung mit Micron dürfte das Unternehmen den nächsten Ausbau der DRAM-Kapazitäten beschleunigen.