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Trendforce-Prognose: Speicherpreise explodieren durch KI-Server

Trendforce-Vorhersage: Speicherpreise explodieren durch Server & KILaut Trendforce verschärft sich die Lage auf dem globalen Speicher­markt weiter. Die Preise für Server-DRAM und Enterprise-NAND-Flash sollen im ersten Quartal 2026 um bis 60 Prozent steigen, getrieben durch hohe Nachfrage bei KI-Servern, Cloud-Speicher und eine gezielte Angebotsverknappung der Hersteller.

Nach Einschätzung der Analysten von TrendForce priorisieren Speicherhersteller im ersten Quartal 2026 fortschrittliche Fertigungsprozesse und neue Kapazitäten fast ausschließlich für Server- und HBM-Produkte (High Bandwidth Memory). Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Servern, insbesondere aus den USA.

Trendforce-Prognosen für 2026:

  • Laut Trendforce steigen DRAM-Preise im 1. Quartal 2026 um bis zu 60 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
  • Server-DRAM und KI-Workloads treiben die Angebotsverknappung
  • Enterprise-SSDs werden größtes NAND-Flash-Segment 2026
  • Client-SSD-Preise steigen um über 40 Prozent trotz schwächerer Nachfrage
  • Hersteller steuern Kapazitäten gezielt zugunsten margenstarker Produkte

Diese strategische Verlagerung verknappt das Angebot konventioneller DRAM-Produkte deutlich. Trendforce zufolge steigen die Vertragspreise für klassischen DRAM im ersten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Besonders betroffen ist der Server-Markt. Die Analysten glauben, dass sich große Cloud-Service-Provider frühzeitig erhebliche Kapazitäten sichern und damit andere Abnehmer in Bedrängnis bringen könnten. Der Angebotsengpass verschärft sich zusätzlich, da die Liefermengen kaum noch aus Lagerbeständen, sondern fast ausschließlich aus laufender Wafer-Produktion stammen. In der Folge rechnet Trendforce phasenweise auch mit einem Preisanstieg von über 60 Prozent bei Server-DRAM.

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PC- und Grafik-DRAM steigen trotz schwächerer Nachfrage

Obwohl Notebook-Auslieferungen stagnieren und PC-Hersteller teilweise Spezifikationen reduzieren, bleibt der Preisdruck in dieser Sparte gewohnt hoch. Nach Beobachtungen der Trendforce-Analysten haben DRAM-Hersteller die Liefermengen für PC-OEMs und Modulhersteller gezielt begrenzt. Ein Teil der Hersteller sei deshalb gezwungen, Speicher zu höheren Preisen zu beschaffen – mit direkten Auswirkungen auf die Endpreise.

Auch im Grafiksegment bleibt die Lage angespannt. Zwar hat sich die Nachfrage nach Grafik-DRAM infolge reduzierter GPU-Stückzahlen abgeschwächt, doch laut Trendforce verhindert die Konkurrenz um DDR5-Fertigungskapazitäten eine Entspannung auf der Angebotsseite. Preissteigerungen setzen sich daher fort.

NAND Flash: Enterprise-SSDs verdrängen Consumer-Produkte

Im NAND-Flash-Markt zeichnet sich Trendforce zufolge eine klare Verschiebung ab. Während Consumer- und Client-SSDs unter schwächerer Nachfrage leiden, wächst der Bedarf an Speicherlösungen für KI- und Rechenzentrumsanwendungen weiter. Enterprise-SSDs entwickeln sich damit zum größten Anwendungssegment für NAND Flash im Jahr 2026.

Besonders stark betroffen sind Client-SSDs. Trendforce sieht hier einen Rückgang der Nachfrage durch geringere Notebook-Stückzahlen, gleichzeitig aber eine bewusste Umlenkung der Produktionskapazitäten zugunsten margenstärkerer Rechenzentrumsprodukte. Die Folge: Client-SSD-Preise steigen um mehr als 40 Prozent im Quartalsvergleich – der stärkste Anstieg im gesamten NAND-Segment.

Trendforce: »Die Preisentwicklung ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Folge einer strukturellen Neuordnung der Speicherproduktion zugunsten von KI- und Server-Anwendungen.« (Quelle: Trendforce, Bild speicherguide.de via DALL-E)Trendforce: »Die Preisentwicklung ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Folge einer strukturellen Neuordnung der Speicherproduktion zugunsten von KI- und Server-Anwendungen.« (Quelle: Trendforce, Bild speicherguide.de via DALL-E)

Disziplinierte Angebotssteuerung hält Preise hoch

Auch bei eMMC, UFS und NAND-Wafern bleibt der Markt unter Druck. Den Trendforce-Analysten zufolge führen Bestandsanpassungen im Smartphone-Markt zwar zu geringerer Nachfrage, doch parallele Kapazitätskürzungen verhindern ein Überangebot. Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf hochmargige Produkte, wodurch preisliche Entlastung für Module und Endkunden ausbleibt.

Die Marktforscher gehen allerdings davon aus, dass der aktuelle Preisanstieg durch eine strukturelle Neuordnung der Speicherproduktion geprägt ist, zugunsten von KI- und Server-Anwendungen und weniger durch kurzfristige Nachfrageeffekte.

Trendforce sieht den Speichermarkt 2026 in eine neue Phase eintretten: KI-Workloads, Cloud-Investitionen und eine strategisch verknappte Produktion sollen die Preislogik grundlegend verändern. Unternehmen müssen sich laut Trendforce auf anhaltend hohe Preise und zunehmenden Wettbewerb um Kapazitäten einstellen – insbesondere bei Server-DRAM und Enterprise-SSDs.


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