SEP & Vawlt verbinden Backup mit europäischem MultiCloud-Storage
Mit einer Technologiepartnerschaft wollen der deutsche Backup-Anbieter SEP und das portugiesische Unternehmen Vawlt Datensicherung und verteilten Cloud-Speicher kombinieren. Die Lösung soll über S3 an bestehende Backup-Prozesse anschließen, Daten auf mehrere europäische Clouds verteilen und unveränderbare Backups unterstützen.
Für Unternehmen mit hybriden IT-Umgebungen ist entscheidend, wo ihre Sicherungskopien liegen und wie unabhängig sie vom jeweiligen Cloud-Anbieter darauf zugreifen können. SEP aus Holzkirchen und Vawlt aus Lissabon verbinden dafür die Datensicherungs-Software von SEP mit der Multi-Cloud-Storage-Plattform Vawlt. Die Partnerschaft wurde zur it-sa 2026 angekündigt.
Der gemeinsame Ansatz sieht vor, Backup-Daten über mehrere voneinander unabhängige europäische Cloud-Dienste zu verteilen. Vawlt bündelt dafür verschiedene Cloud- und gegebenenfalls lokale Speicherressourcen zu einer gemeinsamen Speicherschicht.
Bestehende Backup-Abläufe sollen sich über eine standardisierte S3-Schnittstelle anbinden lassen. Spezielle Werkzeuge oder Änderungen an den bisherigen Backup-Workflows seien dafür nach Angaben der Partner nicht erforderlich. Das richtet sich an Unternehmen mit mehreren Cloud-Umgebungen.
Verteilte Speicherung und unveränderbare Backups
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unveränderbarkeit von Sicherungskopien. Die Partner sprechen von »Defence-in-Depth Immutability«: Unveränderbare Backups sollen auf einer verteilten Multi-Cloud-Speicherschicht abgelegt werden. So soll ein einzelner Cloud-Dienst nicht zum zentralen Ausfallpunkt werden.
Auch die Datenhoheit steht im Mittelpunkt. SEP und Vawlt positionieren die gemeinsame Architektur als vollständig europäischen Stack. Software und Daten sollen nach ihrer Darstellung dem EU-Recht unterliegen. Den Ausschluss extraterritorialer US-Zugriffe stellen die Partner ebenfalls in Aussicht. Das bleibt eine Anbieterbehauptung.
Gemeinsame Architektur für MSPs und regulierte Branchen
Die Zusammenarbeit umfasst gemeinsame Lösungsarchitekturen, technische Integrationen sowie Angebote für Distributoren, Reseller und Service-Provider. Als Zielgruppen nennen die Partner Managed Service Provider, Hosting-Anbieter, mittelständische Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, regulierte Branchen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
Susanne Moosreiner, SEP»Europäische Organisationen sollten nicht zwischen den Backup-Tools, denen sie vertrauen, und der Kontrolle über ihre Daten in Europa wählen müssen«, sagt SEP-CEO Susanne Moosreiner. »Gemeinsam mit Vawlt bieten wir unseren Kunden beides: bewährte Datensicherung, gespeichert in einer souveränen Multi-Cloud-Storage-Schicht, die in Europa bleibt.«
Laut SEP liegt für IT-Verantwortliche der technische Ansatz damit vor allem in der Trennung von Backup-Anwendung und Speicherunterbau. Die S3-Anbindung soll vorhandene Abläufe erhalten, während die Speicherarchitektur mehrere Cloud-Ziele zusammenführt. Die Vermarktung soll auch über Vertriebspartner erfolgen.