20.02.2019 (kfr)
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Pure Objectengine: Flash-Backup für schnelle Restores

  • Inhalt dieses Artikels
  • Daten sind keine Last mehr, sondern ein Mehrwert
  • Herkömmliche Backup/Recovery-Ansätze nicht zukunftsorientiert
  • Objectengine//A-Appliance und Objectengine//Cloud
  • Flash-Backup – eine Preisfrage

Pure »ObjectEngine//A«: Flash-Appliance für schnelle RestoresPure »ObjectEngine//A«: Flash-Appliance für schnelle RestoresMit der ObjectEngine kündigt Pure Storage eine Datensicherungsplattform für Flash und die Cloud an. Ziel ist hier vor allem eine schnelle Wiederherstellung zu ermöglichen. Pure zufolge sind Disk-Backup-Systeme oft genug nicht mehr schnell genug, um Recovery-SLAs zu gewährleisten. Hier könne nur Flash eine befriedigende Antwort geben. »Objectengine wurde entwickelt, um datenzentrische Unternehmen zu unterstützen und basiert auf Cloud-Technologien des kürzlich akquirierten Anbieters StorReduce«, erklärt Markus Grau, Principal Systems Engineering bei Pure, gegenüber speicherguide.de. »Damit vereinheitlichen wir Cloud- und On-Premises-Umgebungen mit nahtloser, schneller Sicherung und Wiederherstellung über beide Bereiche hinweg.«

Daten sind keine Last mehr, sondern ein Mehrwert

Markus Grau, Pure StorageMarkus Grau, Pure Storage Einer Branchenstudie zufolge sollen 57 Prozent der Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre ihre bestehende Datenschutzlösung wechseln. Hier sieht Pure Potenzial für ein Flash-Konzept. »Veraltete Ansätze der Datensicherung wurden für eine Welt entwickelt, in der Daten eine Last darstellten und nicht als strategischer Mehrwert erachtet wurden«, sagt Grau. »Mit herkömmlichen Lösungen kann es Stunden oder Tage dauern, um geschäftskritische Daten in einer Umgebung wiederherzustellen, in der Echtzeitzugriff zur Erwartung der Verbraucher geworden ist.« Pure sieht seine Objectengine als modernen Ansatz für die Datensicherung in der Cloud, um Daten bei Bedarf on demand wiederherzustellen.

»Zu lange Zeit waren Backup und Wiederherstellung eher eine Versicherungspolice als ein strategischer Mehrwert«, meint Matt Burr, General Manager für FlashBlade bei Pure. »Im heutigen wettbewerbsintensiven Umfeld benötigen Unternehmen alle erdenklichen Vorteile, um sicherzustellen, dass sie den größtmöglichen Nutzen aus ihren Daten ziehen. Dies bedeutet eine schnelle Wiederherstellung, um sicherzustellen, dass die Daten so rasch wie möglich wieder im produktiven Einsatz sind. Moderne Unternehmen können es sich einfach nicht leisten, Tage oder Wochen zu warten. Objectengine bietet einen evolutiven, Cloud-basierten Ansatz für Geschäftskontinuität, der zukunftsorientierten Kunden helfen kann, mehr aus ihren Daten zu machen.«

Herkömmliche Backup/Recovery-Ansätze nicht zukunftsorientiert

Die Zukunft: Flash-to-Flash-to-Cloud-Backups (Grafik: Pure)Die Zukunft: Flash-to-Flash-to-Cloud-Backups (Grafik: Pure)Die meisten der heutigen Lösungen seien für einen »Disk-to-Disk-to-Tape«-Ansatz (D2D2T) konzipiert. Das heißt, in der Regel werden heiße und warme Daten auf Festplatte gespeichert. Gleichzeitig landen ältere Daten oder Backups auf Tape, wo sie laut Grau weitgehend unzugänglich sind: »Herkömmliche Backup-Appliances, die für die Datensicherung optimiert sind, sind 10-mal langsamer, wenn Daten wiederhergestellt werden müssen. Historische Daten sind heute die kritischste Währung von Unternehmen, daher müssen sie jederzeit leicht zugänglich sein.«

Bereits im November hatte Pure im Gespräch mit speicherguide.de eine Backup-Architektur a la Flash-to-Flash-to-Cloud (F2F2C) angekündigt. Unternehmen sollen damit immer strenger werdende Backup- und Restore-SLAs erfüllen können, ohne ihren bestehenden Datensicherungs-Workflow zu verändern. Pure unterstützt dabei alle gängigen Backup-Programme, allen voran nennt der Hersteller Commvault, Veeam und Veritas. Der neue Backup-Ansatz kommt in zwei Versionen, als Appliance (ObjectEngine//A) und als Cloud-Lösung (ObjectEngine//Cloud).

Objectengine//A-Appliance und Objectengine//Cloud

Objectengine//A-Appliance soll noch im März auf den Markt kommen. Sie empfiehlt sich um beispielsweise Backup-Daten sieben Tage lang, für ein schnelles Restore, vorzuhalten Pure verspricht einen Backup-Durchsatz von 25 TByte/h bzw. 15 TByte/h Wiederherstellungsleistung.

Mit der Objectengine//Cloud sichern Unternehmen direkt in die Cloud. Das System ist für das zweite Halbjahr avisiert und »skaliert ohne Ende«, meint Pure-Manager Grau. »Wir bieten eine nahezu lineare Skalierung für eine Verwaltung von über 100 PByte bzw. 100 TByte/h in der Cloud.« Die Engine setzt auf AWS und läuft daher zwingend in der Amazon-Cloud. Zudem unterstützt das System einen replizierten globalen Namespace, den jede handelsübliche Backup-Software adressieren kann sowie eine einzige Datenoberfläche für die gesamte Hybrid-Cloud-Umgebung.

Flash-Backup – eine Preisfrage

Pure spricht zwar kostenseitig von großen Einsparpotenzialen, tritt aber keinen Beweis an. Über Preise will der Hersteller nicht sprechen und uns auch kein Preisbeispiel nennen. Den Hinweis, dass man ausschließlich über Partner vertreibe und diese für die Preise zuständig sind, lassen wir nicht gelten. Jeder Hersteller kennt die Preise seiner Produkte, auch wenn diese je nach Anforderung und Konfiguration stark variieren.

So ungewöhnlich Backups auf Flash heute noch klingen, es dürfte die Zukunft sein. Im Zweifel müssen Firmen schnell wieder online sein und sich auch größere Datenbestände schnell wiederherstellen lassen. In Enterprise-Umgebungen wird man diese Konstellation bald häufiger sehen. Der Mittelstand wird sich eine entsprechende Konfiguration momentan eher nicht leisten können bzw. wollen.

Pure betritt hier jedenfalls ein neues Marktsegment und dürfte für einige Unruhe unter den etablierten Data-Protection-Herstellern sorgen. Sehr sinnvoll ist es, endlich das Restore in den Vordergrund zu stellen. Backup ist wichtig, aber wenn es darauf ankommt, zählt nur eine schnelle und einwandfreie Wiederherstellung der Daten.

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