OpenVDDK soll den Ausstieg aus Vmware erleichtern
Nach dem eingeschränkten Zugang zu Vmwares VDDK gibt es eine freie Alternative: OpenVDDK soll virtuelle Festplatten wieder für Migrationen und Backups lesbar machen. Erste Tests mit Vsphere und mehreren Zielplattformen seien erfolgreich. Der Ersatz ist jedoch auf Lesezugriffe begrenzt.
Der Cloud-Architekt Andrija Panić hat mit OpenVDDK eine quelloffene Alternative zu einer zentralen Bibliothek aus dem VMware Virtual Disk Development Kit (VDDK) entwickelt. Hintergrund ist eine Entscheidung von Broadcom: Seit August 2026 ist der öffentliche Download des VDDK eingeschränkt. Das erschwert nicht nur die Entwicklung von Backup-Software, sondern auch den Export virtueller Festplatten und Migrationen auf andere Hypervisoren.
OpenVDDK bildet nach Angaben des Entwicklers die Schnittstelle der Bibliothek libvixDiskLib.so.8.0.3 nach. Damit sollen bestehende Migrationswerkzeuge weiterhin auf virtuelle Festplatten von Vmware-VMs zugreifen können, ohne grundlegend umgeschrieben werden zu müssen. Die Implementierung sei auf Basis öffentlicher Dokumentation und eigener Tests entstanden, ohne Vmware-Quellcode zu verwenden.
Die entscheidende Einschränkung: OpenVDDK unterstützt ausschließlich Lesezugriffe. Virtuelle Festplatten lassen sich damit für Migrationen oder Sicherungen auslesen, aber nicht beschreiben. Ein Restore ist über diese Bibliothek nicht möglich. OpenVDDK ersetzt folglich nicht sämtliche Funktionen des VDDK.
Erste Tests, aber keine allgemeine Freigabe
Panić berichtet von erfolgreichen Tests mit vSphere 6.7 U3, 7.0.3, 8.0.3 und 9.1.1. Weitere Rückmeldungen beträfen unter anderem Forklift, das Migration Toolkit for Virtualization auf OpenShift sowie Migrationsabläufe für Proxmox VE. Auch erste produktive Migrationen habe es gegeben, darunter bei einem deutschen Cloud-Provider. Unabhängig auditiert sind diese Angaben bislang nicht.
Für Unternehmen bleibt deshalb ein vollständiger Praxistest unerlässlich. Neben dem Zugriff auf die Quelldaten müssen insbesondere Snapshots, Datenkonsistenz, unterstützte Transportwege und der fehlerfreie Start der Ziel-VM geprüft werden. Ein erfolgreicher Lesezugriff allein belegt noch keine zuverlässige Migration.
Mehr Handlungsspielraum beim Plattformwechsel
OpenVDDK könnte die Abhängigkeit von Broadcom bei Vmware-Ablöseprojekten verringern. Gerade beim Plattformwechsel ist entscheidend, dass virtuelle Festplatten weiterhin ausgelesen werden können. Daneben existieren andere Migrationsansätze, etwa Nutanix Move und OpenNebula OneSwap. Welche Lösung passt, hängt von Ausgangs- und Zielplattform ab.
Der unter einer Apache-Lizenz veröffentlichte Quellcode lässt sich prüfen und anpassen. Das schafft Transparenz, ersetzt aber weder verlässlichen Support noch Sicherheits- und Kompatibilitätstests. Für zahlreiche Backup- und Integrationsszenarien bleibt Broadcoms VDDK vorerst relevant.