Hitachi: Deutsche KI-Projekte setzen auf Private-Cloud
Eine Hitachi-Vantara-Befragung in 15 Ländern meldet für Deutschland 79 Prozent erfolgreiche KI-Projekte, vier Punkte über dem globalen Schnitt. Sensible Daten wandern in die Private-Cloud, Governance-Prozesse sind häufiger integriert, auch die Zuversicht bei der Ransomware-Recovery steigt.
Deutsche Unternehmen melden bei KI-Projekten eine Erfolgsquote von 79 Prozent und liegen damit vier Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt (75 Prozent). Das geht aus der von Hitachi Vantara veröffentlichten »Data Infrastructure Study 2025« hervor. Der Anbieter sieht zudem einen Strategiewechsel innerhalb eines Jahres: Unternehmen in Deutschland würden KI weniger als Hype-Thema behandeln und stärker auf strukturierte Umsetzung setzen.
Private-Cloud-Shift bei sensiblen Daten
Auffällig ist der Sprung bei der Ablage sensibler Daten in der Private-Cloud. Der Anteil steigt laut Studie von 38 Prozent im Vorjahr auf 74 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Public-Cloud-Anteil bei sensiblen Daten von 39 auf 21 Prozent. Petra-Maria Grohs, VP Sales & Managing Director Germany bei Hitachi Vantara, ordnet das so ein: »Die Studie zeigt: KI-Erfolg hängt nicht davon ab, wer die schnellste Cloud hat, sondern wer seine Daten im Griff hat. Deutsche Unternehmen setzen auf Kontrolle und Datensouveränität und sind damit erfolgreicher. Das bestätigt unseren Ansatz, hybride Infrastrukturen anzubieten, die Leistung mit lokaler Datenhaltung verbinden.«
Deutsche Gründlichkeit sorgt für hohe Erfolgsquote bei KI-Projekten (Quelle: Hitachi Vantara)
Governance und Cyber-Resilienz
Beim Thema Data-Governance meldet die Studie für Deutschland höhere Integrationsgrade als im globalen Vergleich. 40 Prozent der Befragten hierzulande hätten Governance-Prozesse vollständig in Arbeitsabläufe integriert, weltweit liege der Wert bei 29 Prozent. Parallel dazu steigt das Vertrauen in die eigene Cyber-Resilienz: 77 Prozent der deutschen Befragten gehen davon aus, nach einem Ransomware-Angriff alle Daten wiederherstellen zu können, global sind es 67 Prozent.
KI-Nutzung says yes, ROI kommt später
In den Detailwerten betont Hitachi, dass alle befragten deutschen Unternehmen bereits KI einsetzen. Als wichtigsten Erfolgsfaktor nennen 55 Prozent qualifizierte interne KI-Teams, weltweit sind es 49 Prozent. Externe Partnerschaften spielen in Deutschland seltener eine Rolle: 22 Prozent sehen sie als Erfolgsfaktor, global sind es 37 Prozent. Zudem betrachten 76 Prozent KI als langfristiges F&E-Projekt und erwarten den ROI erst mittelfristig. 66 Prozent nennen spezifische Anforderungen an die Datensouveränität als Einflussfaktor für die KI-Strategie. Gleichzeitig sinkt die Einstufung von KI als »kritisch für unsere Funktion« von 47 Prozent (2024) auf 40 Prozent (2025), während der Fokus auf Datenqualität als Erfolgsfaktor von 20 auf 39 Prozent steigt.
Deutschland hat im globalen Vergleich eine gut entwickelte Dateninfrastruktur (Quelle: Hitachi Vantara)
KI-Erfolg beginnt mit belastbarer Datenbasis und klarer Governance
Der Report nutzt ein einfaches Reifegradmodell, um den Stand der Dateninfrastruktur einzuordnen: »Emerging«, »Defined« und »Optimized«. Bewertet wird entlang von sechs Punkten: Skalierbarkeit, Verfügbarkeit/Zuverlässigkeit, Security, Governance, Datensouveränität und Nachhaltigkeit. Weltweit liegen 41 Prozent bereits in der Stufe »Optimized«, 24 Prozent stehen noch am Anfang (»Emerging«).
Für die nächsten zwei Jahre rechnen die Befragten mit deutlich mehr Schwung bei KI: Investitionen sollen um 70 Prozent steigen, zugleich erwarten viele Unternehmen mehr Einstellungen von KI-Fachkräften (+68 Prozent). Beim finanziellen Nutzen ist das Bild weniger klar. 37 Prozent können den ROI ihrer KI-Initiativen nicht beziffern, 71 Prozent behandeln KI eher als langfristiges F&E-Thema statt als kurzfristiges Effizienzprogramm.
Sicherheit bleibt ein zentraler Brems- und Risikofaktor. Die Sorge vor internen Sicherheitsvorfällen, die durch KI begünstigt werden, nimmt zu. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen, dass Mitarbeitende KI durchgängig regelkonform und nur für geschäftliche Zwecke nutzen. Zudem zeigt der Report eine starke Abhängigkeit von Partnern: 94 Prozent benötigen bei Dateninfrastruktur Unterstützung durch Dritte. Wenn KI-Projekte scheitern, liegen die Ursachen laut Studie meist in ungenauen Ergebnissen, Silos in Organisation und Daten sowie in fehlender Datenbasis oder Infrastrukturgrenzen.