Hitachi VSP One Block NVMe: All-Flash für Block-Workloads
Produkt-Review: Hitachi VSP One Block NVMe ist ein 2U-All-Flash-Primärspeicher für Virtualisierung und Datenbanken. Die Midrange-Appliance passt zu klassischen SANs und modernen NVMe-over-Fabrics. Für Resilienz sind »Immutable Safe Snapshot« und 4:1-Datenreduzierung vorgesehen.
Mit Hitachi VSP One Block NVMe bietet Hitachi Vantara ein Enterprise-All-Flash als 2U-Appliance, das auf NVMe-SSDs ausgelegt ist. Vorgesehen ist das System als Primärspeicher für konsolidierte Block-Workloads, wie Virtualisierung, Datenbanken und Applikations-Volumes, bei denen mehrere Hosts parallel auf denselben Speicher zugreifen. Neben hoher I/O-Leistung soll das Array auch unter gemischter Last möglichst konstante Antwortzeiten erreichen.
Modelle, Medien und Skalierung
Zur Familie gehören die Modelle 24, 26 und 28 sowie Varianten mit QLC-Flash, die stärker auf Kapazität ausgerichtet sind. Pro Appliance sind bis zu 72 NVMe-SSDs vorgesehen. Mit Laufwerken bis rund 60 TByte wären bis zu 4,33 PByte Rohkapazität möglich, bei QLC-Varianten je nach Ausprägung bis 66 Laufwerke und rund 3,97 PByte.
Wächst die Umgebung, ließe sich Kapazität über NVMe-Erweiterungseinheiten ergänzen. Zusätzlich ist ein Verbundbetrieb über mehrere Systeme vorgesehen, der laut Spezifikation bis zu 65 Systeme pro VSSO-Cluster umfassen kann.
Host-Anbindung und NVMe-over-Fabrics
Für die Host-Anbindung unterstützt die Plattform Fibre-Channel (FC) und iSCSI. Darüber hinaus sind FC-NVMe und NVMe/TCP vorgesehen, also NVMe-over-Fabrics über FC oder Ethernet. Damit passt die Appliance sowohl in klassische SAN-Strukturen als auch in Umgebungen, die NVMe-oF einsetzen oder schrittweise einführen wollen. In der Praxis dürfte der Aufwand vor allem von Host-Readiness, Firmware- und Treiberständen sowie einem konsistenten Multipathing abhängen.
Cyber-Resilienz: »Immutable Safe Snapshot«
Für Cyber-Resilienz ist »Immutable Safe Snapshot« vorgesehen. Der Mechanismus soll verhindern, dass Snapshot-Wiederherstellungspunkte nachträglich verändert werden. Für Recovery-Szenarien wäre typischerweise eine freigegebene Kopie der Snapshot-Daten relevant, während der ursprüngliche Wiederherstellungspunkt unverändert bleibt. Operativ hängt der Nutzen deshalb an Rollen, Berechtigungen und einem getesteten Ablauf für Freigabe und Zugriff, inklusive klarer Zuständigkeiten im Ernstfall.
Kapazitätsplanung und Kapazitätsgarantie
<>Für die Kapazitätsplanung sind Deduplizierung und Kompression vorgesehen. Bei den Modellen 26 und 28 ist dies mit einer 4:1-Zusage zur Datenreduzierung verknüpft, für VSP One Block 24 wird eine 2:1-Zusage ausgewiesen. Wie stark die Reduktion im Betrieb ausfällt, bleibt datenabhängig. Für das Sizing wäre daher zu klären, welche Datenklassen auf dem System landen sollen und ob verschlüsselte oder bereits komprimierte Daten den Mix dominieren.
Verfügbarkeit und Failover in iSCSI-Umgebungen
Hitachi verbindet die Plattform mit einer Garantie zur »100 Prozent Datenverfügbarkeit«. Zusätzlich ist transparenter Failover auch über iSCSI vorgesehen. Gemeint wäre ein automatisches Umschalten bei Pfad- oder Komponentenproblemen, ohne dass am Host manuell eingegriffen werden muss, sofern Multipathing und Host-Konfiguration das im jeweiligen Setup sauber abbilden.
Weitere Funktionen der VSP One Block NVMe:
- Host-Anbindung: FC und iSCSI sowie FC-NVMe und NVMe/TCP, damit wären klassische SANs und NVMe-over-Fabrics-Ansätze abdeckbar.
- Performance und Limits: bis 10,1 Millionen IOPS als Orientierungswert, maximale LUN-Größe 256 TByte, bis 1.024 Snapshots pro LUN.
- Data-Services: Snapshots und Replikation für Schutz und Kopier-Workflows, dazu Storage-Virtualisierung zum Einbinden externer Systeme.
- Medienwahl: TLC eher für write-intensive Workloads, QLC eher für kapazitätsorientierte Profile bei moderater Schreiblast.
- Energie und Betrieb: niedriger Energieverbrauch mit CO2-Bezug, plus Management, Auditierbarkeit und Automatisierungs-Schnittstellen.
VSP One Block: Preise
Als Preisanker lässt sich ein Bundle der kleineren Ausprägung heranziehen, etwa VSP One Block 24 mit 9 mal 1,9 TByte NVMe-SSD, FC-Anbindung und drei Jahren Support, im Bereich von rund 30.000 Euro netto. Mit mehr Ports, anderen Support-SLAs, höherer SSD-Bestückung und Erweiterungseinheiten kann die Kalkulation deutlich variieren. Das gilt umso mehr, wenn im Projekt zusätzlich Fabric- und Host-Modernisierung für NVMe-over-Fabrics berücksichtigt werden soll.
Fazit: Midrange-All-Flash mit Fokus auf Garantien und Effizienz
Im Markt lässt sich Hitachi VSP One Block NVMe vor allem mit Midrange-All-Flash-Arrays vergleichen, die Block-Storage als Primärspeicher bereitstellen, NVMe-over-Fabrics unterstützen und die üblichen Data-Services wie Snapshots, Replikation und Datenreduzierung mitbringen. In dieser Klasse wären – je nach Ausprägung und Protokollstrategie – Systeme wie Dell PowerStore, NetApp AFF (A-Serie), HPE Alletra 6000, IBM FlashSystem oder Pure Storage FlashArray (X- und C-Serie) naheliegende Vergleichspunkte. Auf Huawei-Seite käme vor allem die OceanStor Dorado 3000 in den direkten Vergleich.
Als Differenzierungsmerkmale stehen die Zusagen zur Datenreduzierung, die Garantie einer »100 Prozent Datenverfügbarkeit« und der Fokus auf Energieeffizienz im Vordergrund, ergänzt um »Immutable Safe Snapshot« und transparenten Failover auch über iSCSI. Ob die Plattform im konkreten Rechenzentrum passt, dürfte am Ende an Datenprofil, Protokollstrategie, Host-Readiness sowie an Rechte- und Recovery-Prozessen hängen.
Ergänzend kann die Herstellerherkunft für Organisationen mit Anforderungen an digitale Souveränität eine Rolle spielen. Unternehmen, die sich auf jeden Fall von der US-Jurisdiktion und dem US-Cloud-Act unabhängig machen wollen, kann ein japanischer Anbieter eine Alternative darstellen.
Ergänzend kann die Herstellerherkunft für Organisationen mit Anforderungen an digitale Souveränität eine Rolle spielen. Ein japanischer Anbieter ist eine Alternative zu US-Anbietern, sofern Vertragspartei, Support-Strukturen und mögliche Cloud- oder Remote-Services so gewählt sind, dass eine US-rechtliche Zugriffskette, wie über den US-Cloud-Act, nicht greift.
Hersteller: Hitachi Vantara
Im Steingrund 10, 63303 Dreieich
Tel. 00 49 (0)6103 80 40
Web: www.hitachivantara.com/de-de/
Direkter Link zum Produkt: VSP One Block NVMe
Technische Details
Systemtyp: All-Flash-Block-Storage-Appliance auf NVMe-Basis
Modelle: VSP One Block 24, 26, 28 sowie 24 QLC, 26 QLC, 28 QLC
Bauform: 2U Controller, Erweiterung über 2U NVMe-Drive-Trays mit 24 SFF, bis zu 2 Expansion-Trays
Maximale Laufwerkszahl: bis 72 NVMe-SSDs, je nach Modell bis 66 NVMe-SSDs
SSD-Optionen: 1,9, 3,8, 7,6, 15, 30 und 60 TByte NVMe, zusätzlich 15, 30 und 60 TByte NVMe QLC
Maximale Rohkapazität: bis 4,32 PByte
Datenreduzierung: 4:1 Kapazitätsgarantie mit Deduplizierung und Kompression, modellabhängig auch 2:1
Host-Protokolle: FC, iSCSI, FC-NVMe, NVMe/TCP
Host-Interfaces: FC 16, 32 und 64 Gbit/s, FC-NVMe 32 und 64 Gbit/s, iSCSI 10 und 25 Gbit/s, TCP 100 Gbit/s
Maximale LUN-Größe: 256 TByte
Snapshots: bis 1.024 pro LUN
Scale-out: bis 65 Controller-Nodes pro VSSO-Cluster
Datenreduzierung: Deduplizierung und Kompression, 4:1-Kapazitätsgarantie für Modelle 26 und 28
Verfügbarkeit: 100 Prozent Datenverfügbarkeit als Garantie des Anbieters
Cyber-Resilienz: »Immutable Safe Snapshot« mit Nutzung über freigegebene Snapshot-Kopie,
Energie: Fokus auf niedrigen Energieverbrauch, Zertifizierungen und Optimierungsmechanismen je nach Ausprägung