Überraschung: RDX und Tandberg Data sind zurück
Nach Insolvenz und Liquidation von Overland-Tandberg und Tandberg Data Anfang 2025 schien es keine Zukunft mehr für die RDX-Produktlinie zu geben. Inzwischen wird die Technologie unter dem Namen Tandberg Data allerdings fortgeführt, Produktion und Support sollen wieder anlaufen. Für den DACH-Raum übernimmt EDP die Distribution.
Für RDX-Anwender zeichnet sich ein überraschender Neustart ab: Investoren aus Asien und Norwegen haben die Marke und Produktions-Assets übernommen und bringen die RDX-Linie unter dem Namen Tandberg Data Norge AS wieder in den Markt.
Zur Erinnerung: In Deutschland war das Insolvenzverfahren der Tandberg Data GmbH zum 1. Januar 2025 eröffnet worden, der Geschäftsbetrieb wurde laut einem Kundenschreiben zum 20. Februar 2025 eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Overland-Tandberg auch schon nicht mehr erreichbar. Damit waren Fertigung und offizieller Support für RDX zunächst faktisch beendet.
Für den deutschsprachigen Raum übernimmt EDP mit Sitz in Walldorf die Distribution im DACH-Gebiet und verweist dabei auf Lagerverfügbarkeit, langjährige Projekterfahrung rund um RDX sowie die Versorgung von Resellern, Systemhäusern und größeren Rollouts. Auf der EDP-Website sind RDX-Medien und Laufwerke bereits wieder gelistet.
RDX: Backup-Medium für kleine Firmen und in der Medizintechnik
Hinter der Abkürzung für Removable-Disk-Exchange steckt ein robustes Wechsel-Datenträger-Konzept aus Docking-Station und entnehmbarer Festplatten- oder SSD-Kassette. Im Unterschied zu Tape gibt es Random-Access, einzelne Dateien lassen sich schnell wiederherstellen, und durch das Herausnehmen der Kassette lässt sich eine Offline-Kopie als Air-Gap gegen Ransomware und andere Online-Risiken schaffen. Die Medien sind stoßfest und für viele Steckzyklen ausgelegt, was das Rotationsprinzip ähnlich wie bei Band in kleineren Umgebungen praktikabel macht.
Der Markterfolg von RDX wirkt im Vergleich zu »klassischem« Disk-to-Disk oder Tape durchaus rätselhaft. In der Praxis trifft das Konzept aber häufig bei kleineren Umgebungen auf Zuspruch: »Eine Tape-Library ist dort oft überdimensioniert oder zu komplex, während einzelne USB-Platten organisatorisch schnell aus dem Ruder laufen«, erklärt EDP-Geschäftsführer Hannes Sieverling gegenüber speicherguide.de. »Zudem ist RDX im Medizin-Umfeld sehr verbreitet, wo Systeme lange Laufzeiten haben und Wechselmedien als einfacher, physischer Prozess im Alltag gut funktionieren. Die Nachfrage nach kompatiblen Medien ist bemerkenswert hoch.«