25.01.2022 (mb)
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Fast LTA: Vier Säulen für eine Data-Protection-Strategie

Data-Protection verändert sich durch Ransomware & Co grundlegend. Vorbei sind die Zeiten des einfachen Backups, welches auch lange als Archiv diente. IT-Entscheider müssen umdenken: Für den kontinuierlichen Geschäftsbetrieb ist eine schnelle Wiederherstellung unerlässlich. Im Gespräch mit speicherguide.de erklärt Hannes Heckel, Director Marketing bei FAST LTA, warum die 3-2-1-Regel heute auf vier Säulen fußen sollte.

  Woher kommt die gestiegene Komplexität bei der Datensicherung?

Hannes Heckel, Fast LTAHannes Heckel, Fast LTA

Heckel: Zunächst muss man sich klar machen, dass das Thema Data-Protection einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel durchlaufen hat. Vom einfachen Backup als Archiv, das man hoffentlich nie wieder benötigt, hin zum unternehmenskritischen Disaster-Recovery, um Daten zu jeder Zeit in unterschiedlicher Tiefe und Geschwindigkeit zuverlässig wiederherzustellen. Die kritischen Daten müssen so schnell wie möglich wieder verfügbar sein. Das heißt die Anforderungen sind komplexer geworden.

Hinzu kommen weitere Gründe: So etwa das allgemeine Datenwachstum und das Aufkommen neuer Technologien und damit verbunden immer heterogenere Speicher- und Daten-Strukturen. Einher gehen Gefährdungen, denen man mit einiger Expertise entgegentreten muss. Und da erweist sich oftmals, etwas überspitzt gesagt: Je kleiner der Kunde, desto größer das Problem.

 Data-Protection im Fokus am 02. Februar 2022

  Was hat Ransomware für einen Einfluss?

Heckel: Schad-Software im Allgemeinen hat das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer funktionierenden Wiederherstellung enorm geschärft. RTO, also die Geschwindigkeit, mit der ich wieder in den Geschäftsbetrieb gelange, ist entscheidend dafür, finanziellen Schaden vom Unternehmen fernzuhalten. Durch Ransomware hat sich die Wahrscheinlichkeit erheblich vergrößert, dass eine Datenwiederherstellung notwendig wird. Dabei geht es also nicht nur um das Bewusstsein, sondern es ist eine ganz reale, tägliche Bedrohung – und zwar für Unternehmen jeder Größe.

Gefährdungen gibt es jedoch nach wie vor nicht nur von außen. Fehler können schon bei Strategie und Konzept beginnen. Eine Cloud-only-Strategie mag auf den ersten Blick attraktiv scheinen, wenn Personal oder Expertise fehlen, birgt aber erhebliche Gefahren, wenn ein schnelles und vollständiges Recovery mit bestimmten RTO- und RPO-Vorgaben gefragt ist. Und nicht zuletzt darf man nicht vergessen, dass menschliches Versagen immer noch die größte Quelle für Datenverluste ist. Trotz Ransomware.

  Wie sieht vereinfacht ein modernes Konzept zur Datensicherung aus?

Hannes Heckel, Fast LTA: »Ein modernes Data-Protection-Konzept muss mehrstufig konzipiert und umgesetzt werden.«Hannes Heckel, Fast LTA: »Ein modernes Data-Protection-Konzept muss mehrstufig konzipiert und umgesetzt werden.«Heckel: Generell muss man sagen, dass jedes Backup-Konzept letztlich einzigartig ist und das Ergebnis einer Reihe von Entscheidungen ist. Wir sind der Meinung, ein modernes Data-Protection-Konzept muss mehrstufig konzipiert und umgesetzt werden. Vier Aspekte sollten abgedeckt werden. Diese müssen bei der Erarbeitung einer individuellen, maßgeschneiderten Lösung unterschiedlich gewichtet werden.

Erstens: Performance. Wir halten den Einsatz von Flash-basiertem Speicher als primäres Sicherungs-Target, etwa für inkrementelle Backups und das Instant-Recovery, heute für unverzichtbar. Zweitens die Kapazitätskomponente: Durch den Einsatz großvolumiger Disks in skalierbaren Systemen lässt sich ein sinnvolles Preis-/Leistungsverhältnis erzielen. Diese beiden Stufen benötigen natürlich intensive Absicherung, beispielsweise durch Redundanz, gegebenenfalls auch Geo-Redundanz, oder auch Snapshots.

Den dritten Bereich bezeichnet man heute neudeutsch als »Air Gap«, und meint die räumliche Trennung von Produktivdaten und Kopien, meist einhergehend mit einem Medienbruch, welcher typischerweise mit Tapes – oder in unserem Fall mit Silent Bricks – zur Auslagerung umgesetzt wird. Es gibt heute jedoch auch Möglichkeiten, eine Unverwundbarkeit der Backups etwa durch Auslagerung auf einen sicheren Object-Store herzustellen. Objektspeicher etablieren sich als vierte Ebene, etwa für Backup-Archive oder als Datensicherung für SaaS wie Office365. Auch hier sind gesetzliche und unternehmensspezifische Vorgaben zu berücksichtigen. Oft ist es gar nicht möglich oder erlaubt, Daten in die Cloud auszulagern.

  Wie können Unternehmen die Komplexität in Grenzen halten und was gilt es zu beachten?

Heckel: Der Diversität der Anforderungen kann man effektiv eigentlich nur mit einer flexiblen Hardware-Plattform und einer einheitlichen Verwaltungsoberfläche begegnen. Dafür ist unser Silent-Brick-System ein gutes Beispiel. Es lässt sich neben bestehenden Systemen integrieren und dient zunächst als einfache Erweiterung mit unterschiedlichen Medien. Kapazität und Performance skalieren durch einen Mix aus Festplatte und SSD-Speichern je nach Bedarf. Damit kann es neben der Datensicherung auch als NAS-System genutzt werden. Neben Flash- und Disk-Backups bietet das System auch echten Air-Gap per VTL als Tape-Ersatz und parallel die Nutzung als S3-kompatiblen Object-Store.

Unsere übergreifende Management-Software vereinheitlicht die Verwaltung und kann auch Objekt-Speicher einbinden. Ein System, eine Oberfläche, die einen Teil der Komplexität der heute geforderten Datensicherungsaufgaben beseitigt.

Hannes Heckel referiert am 02. Februar auch auf unserem Backup-Tag: Hier geht er noch detaillierter darauf ein, »Wann Backup eigentlich dermaßen kompliziert wurde«. Hier gehts zur Aufzeichnung »