26.04.2017 (kfr)
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Entwicklung im Bereich Data-Protection

  • Inhalt dieses Artikels
  • Data-Protection muss flexibel, kompatibel und skalierbar sein
  • Hardwareunabhängige Speicher-Services als Basis für Data-Protection
  • Tape kommt, die HDD geht
  • Steigende Datenmengen bleibt die Herausforderung
  • Cloud-Services werden fester Bestandteil der Datensicherung

Mehr im Storage-Magazin 02/2017 »Data-Protection«Mehr im Storage-Magazin 02/2017 »Data-Protection«Wir haben im Rahmen unseren Data-Protection-Specials verschiedene Anbieter und Hersteller gefragt: »Wo geht die Entwicklung im Bereich Data-Protection hin? Wie wird bzw. muss sich die Datensicherung in den kommenden Jahren verändern? Und auch, auf welche technische Entwicklung können sich Unternehmen einstellen?« Im Groben sind sich die Experten einig. Das Datenwachstum und vor allem die Cloud geben die Richtung vor. Gleichzeitig hat aber auch jeder so seine eigene Sicht. Mehr zu den Bereichen Backup/Recovery, Datenschutz und Data-Protection finden Sie auch im Storage-Magazin 02/2017 »Data-Protection«.

Data-Protection muss flexibel, kompatibel und skalierbar sein

Bernard Benzner, TIMBernard Benzner, TIMBernard Benzner, Senior Product Manager beim VAD-Distributor TIM: Die digitale Transformation, die zunehmende Schnelllebigkeit der Märkte und die damit verbundenen Anforderungen an die IT wird Unternehmen früher oder später zwingen, ihre Datensicherung- und Sicherheit mit zu überdenken. Wir werden künftig weiterhin einen »Mischbetrieb« zwischen On- und Off-Premise-Lösungen sowie kritische Datenbestände an unterschiedlichen Orten sehen. Ein Data-Protection-Konzept von morgen muss dem Rechnung tragen und daher besonders flexibel sein, beispielsweise in puncto Kompatibilität und Skalierbarkeit. Erwähnt seien an dieser Stelle auch rechtliche und regulatorische Anforderungen an die Datensicherung. Compliance wird künftig vermehrt Unternehmen jeder Größe beschäftigen und muss daher als Teil eines ganzheitlichen Datenmanagements betrachtet werden. Ein Beispiel sind hier die GoBD, die technisch im Datensicherungskonzept abgebildet werden müssen, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen und hohe Strafzahlungen zu vermeiden.

Hardwareunabhängige Speicher-Services als Basis für Data-Protection

Robert Thurnhofer, DatacoreRobert Thurnhofer, DatacoreRobert Thurnhofer, Senior Marketing Manager Central Europe bei DataCore: Mit der Virtualisierung und dem permanenten Datenwachstum steigen die Anforderungen und vermeintlich die Komplexität in Bezug auf die Verfügbarkeit und auf das Recovery von Daten. Die Kombination von einzelnen Konzepten bzw. Technologien gewinnt an Bedeutung und hardwareunabhängige Speicher-Services werden die Basis bilden. Software-defined Storage-Ansätze wie der unsere integrieren dabei neben klassischen SAN-Lösungen konvergente und hyperkonvergente Lösungen sowie die Cloud. Eine nahtlose und automatisierte Datenmigration, die Business Continuity ebenso wie die Datensicherung etwa durch CDP und Multi-Site-Replikation ermöglicht, wird sich als unverzichtbarer Bestandteil der Datensicherungsstrategie durchsetzen. In der Zukunft sollte dies auch Data-Analytics beinhalten um den kompletten Data-Protection-Prozess noch effizienter zu machen.

Tape kommt, die HDD geht

Stefan Roth, FujitsuStefan Roth, FujitsuStefan Roth, Category Management Datacentre Central Europe bei Fujitsu: Wir werden zukünftig immer mehr Funktionen in den Online-Storage-Systemen sowie in Applikationen vorfinden, denn das wird zur Notwendigkeit im Hinblick auf die Verarbeitung großer Datenmengen in Hyper-Scale-Out-Systemen. Darüber hinaus ist Tape wieder auf dem Vormarsch, denn die klassische HDD in den Storage-Systemen wird über längere Zeit verschwinden. Tape ist dann die kostengünstigere Variante. Zudem weist Tape auch immer höhere Kapazitäten auf und ist schneller und besser in den Zugriffszeiten. Verbunden mit intelligenten Data-Protection-Appliances ergibt sich daraus eine zukunftsträchtige Lösung.

Es ist zwar nicht neu, Snapshots direkt aus den Systemen zu nutzen und in Data-Protection-Umgebungen zu übertragen, aber mit Blick auf die Zukunft ist eine intelligente Katalogisierung unabdingbar, damit sich Daten wiederfinden lassen.

Eine weitere Entwicklung, die wir sehen, ist, dass Backup-Applikationen nicht überall gebraucht werden. Auf dem Vormarsch ist die Integration von Data-Protection-Appliances, die eine Kombination aus Katalogisierung und anderen Funktionen bieten, in den verschiedensten Applikationen.

Steigende Datenmengen bleibt die Herausforderung

Matthias Zahn, Gründer und Vorstand, Fast LTAMatthias Zahn, Gründer und Vorstand, Fast LTAMatthias Zahn, Gründer und Vorstand von FAST LTA: Natürlich wird sich der Trend zu »Irgendwas-as-a-Service« fortsetzen und verstärken. Komfort und Preis bei Cloud-Angeboten (oder besser: Hosted Services) sind nun mal gute Argumente. Verstärkter Datenschutz ist aber auch ein Thema, viele Unternehmen scheuen sich davor, sensible Daten einem Dienstleister zu übergeben – oder dürfen das gar nicht tun. Steigende Datenmengen bringen aber auch hier neue Herausforderungen mit sich. Selbst wenn der täglich anfallende Datenbedarf über moderne WANs gesichert werden kann, muss es doch auch Möglichkeiten geben, große Datenmengen zum und vom Dienstleister zu transportieren. Hybridmodelle, die die genannten Aspekte berücksichtigen, werden sicher interessant. On-Premise wird Flash sich für immer mehr Bereiche der Speicherung durchsetzen, aber schon aus Gründen der notwendigen Kapazität in absehbarer Zeit Festplattenspeicher nicht signifikant ablösen können.

Vor 20 Jahren haben wir niemals gedacht, dass sich 128 GByte auf einem fingernagelgroßen Chip speichern lassen, der keine 50 Euro kostet. Heute hat jede GoPro so eine MicroSD drin – und schaufelt die auch ganz locker mit 4K-Videos voll. Im Business-Bereich sind die Zyklen länger, vieles tendiert zu Software-defined-Lösungen, die Hardware obsolet aussehen lassen. Wenn es aber um Sicherheit, Belastbarkeit und Integrität der Datensicherung geht, führt an Hardware-basierten Speicherkonzepten kein Weg vorbei.

Cloud-Services werden fester Bestandteil der Datensicherung

Daniel Model, AcronisDaniel Model, AcronisDaniel Model, Senior Manager Sales Engineering EMEA bei Acronis: Der Trend geht weiter in Richtung der Planung und Anwendung eines einheitlichen Sicherungskonzeptes und der entsprechenden Lösung dahinter. Mit dieser ist es möglich, physische und virtuelle Systeme innerhalb des Unternehmens zu verwalten und ergänzend Cloud-Services anzubinden, um diese »Cloud-VMs« ebenfalls zu sichern bzw. wiederherzustellen und diese Cloud-Services ebenfalls auch als Speicherort der Datensicherungen zu nutzen. Applikationen wie MS Office 365 müssen zwingend unterstützt werden, hier müssen Postfächer vergleichbar zu einem lokalen MS Exchange-Server gesichert werden und granulare Elemente wiederhergestellt werden. Mit dem Schutz vor Ransomware-Attacken bieten wir ebenfalls eine Absicherung und somit verringert sich die mögliche Downtime von Systemen. Dazu trägt ebenfalls die Hochverfügbarkeitsoption zukünftig bei, Systeme virtuell in einem externen Rechenzentrum in Form einer Disaster-Recovery-Strategie vorzuhalten und zum Ausfallzeitpunkt der lokalen Systeme mit einer minimalen RTO auf diese auszuweichen. Ergänzt mit der Sicherungsmöglichkeit mobiler Endgeräte und derer Daten bieten wir eine einheitliche Lösung, all diese zu sichernden Umgebungen abzudecken.

Technisch steht klar das Thema Cloud-Services im Fokus. Immer mehr Cloud-Services halten Einzug in Unternehmen und es ist bereits im Vorfeld an der Zeit, Sicherungskonzepte für diese neuen Technologien zu planen und umzusetzen. Diese nutzt man backup-technisch mit, um Datensicherungen auszulagern und somit auch in diesem Bereich besser abgesichert und vorbereitet zu sein.