22.06.2018 (Doc Storage)
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Was ist iSER im Vergleich zu iSCSI und FCoE?

Leserfrage: Die SNIA vergleicht in einem Webcast iSCSI mit FCoE und iSER. Was bitte ist iSER (iSCSI Extensions for RDMA)? Ist das eine iSCSI-Erweiterung oder eine eigenständige Technologie. Ab wann ist hier mit Produkten zu rechnen?

Antwort Doc Storage:

iSER meint iSCSI Extensions for RDMA. Neue Ethernet-Technologien reduzieren den CPU-Overhead während des Transportes durch die Nutzung von RDMA (Remote Direct Memory Access), welche sich wiederum iSER im iSCSI-Protokoll zunutze macht. RDMA ermöglicht die Abarbeitung von mehr Anwendungen durch wesentlich geringer ausgelastete Prozessoren und andererseits eine bessere Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Bandbreite.

iSER ist daher nichts anderes als iSCSI mit einem RDMA-Datenpfad. Hierfür sind keine Änderungen an SAM-2 und -3 notwendig, iSCSI kann mit geringen Änderungen weiter verwendet werden. Darüber hinaus ist iSER unabhängig vom Netzwerkprotokoll.

Im Vergleich zu Fibre-Channel bietet iSER um die Hälfte niedrigere Latenzen, die bereits bestehenden Netzwerkbandbreiten bis zu 100 Gbit/s, niedrigere Einführungs- und Betriebskosten sowie eine universelle Einsetzbarkeit in Umgebungen wie Cloud, Analytics oder Enterprise-Umgebungen.

Im Vergleich zu FCoE liegen die Vorteile von iSER in der iSCSI-basierten Verwaltung, der Verwendung von RDMA, dem Betrieb über Ethernet oder Infiniband, einer wesentlich höheren Skalierbarkeit und der Möglichkeit des Routings.

Fast alle führenden Hersteller haben sich bereits mit iSER befasst, so bieten Qlogic, Emulex und Intel Controller an und VMware sowie verschiedene Linux-Derivate offerieren Treiber. Zudem unterstützen IBM, HP und Netapp mit ihren Speichersystemen den Standard und bei Brocade sind bereits Switche erhältlich. Darüber hinaus zeigen sich Vorteile für iSER darin, dass beispielsweise Commodity- und Converged-Hardware unterstützt wird.

Gruß
Doc Storage

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