27.06.2014 (Doc Storage)
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Unterschied zwischen Active/Active und Active/Passive

Leserfrage: Beim Thema Hochverfügbarkeit unterscheidet man zwischen Konfigurationen, die Active/Active bzw. Active/Passiv agieren. Was ist genau der Unterschied und für welche Szenarien empfehlen sich die beiden Möglichkeiten? Bezieht sich der automatische Failover in der Praxis nur auf die Hardware oder schließt dies die Software mit ein?

Antwort Doc Storage:

Der Unterschied zwischen Aktiv-Aktiv- und Aktiv-Passiv-Konfigurationen ist recht einfach erläutert. In solchen Systemen sind jeweils Vielfache von zwei Controllern verbaut, in denen entweder alle zur selben Zeit arbeiten (Aktiv-Aktiv) oder aber nur die Hälfte (Aktiv-Passiv). Im ersten Fall kann das Array den Ausfall eines Controllers dadurch absichern, dass in einem solchen Fall der oder die verbliebenen Komponenten zusätzlich die Aufgaben der ausgefallenen übernehmen. Im zweiten Fall »wartet« der passive Controller auf den Ausfall des aktiven Pendants, um dann dessen Aufgaben zu übernehmen.

In beiden Konfigurationen ist dafür gesorgt, dass das System auch bei Verlust einer Komponente weiterläuft. Allerdings gibt es hierbei natürlich Vor- und Nachteile auf beiden Seiten. Der Vorteil einer Aktiv-Aktiv-Konfiguration ist die Nutzung aller vorhandenen Ressourcen und damit eine im Normalbetrieb höhere Leistung. Außerdem kann der verbliebene Controller für gewöhnlich die Verbindungen des ausgefallenen wesentlich schneller übernehmen, es kommt also nicht zu Nicht-Verfügbarkeit des Zugangs zu den gespeicherten Daten. Andererseits wird die Gesamtleistung des Systems bei Ausfall eines Controllers mehr als halbiert.

Der Vorteil eines Aktiv-Passiv-Systems liegt darin, dass die Systemleistung nach Umschalten auf den zweiten Controller nicht abnimmt. Allerdings nimmt das Umschalten auf diese Ersatzkomponente meist einen gewissen Zeitraum in Anspruch, so dass es zu kurzzeitiger Nicht-Verfügbarkeit des Zugangs zu den gespeicherten Daten kommen kann. Darüber hinaus sind Aktiv-Passiv-Systeme naturgemäß relativ zu ihrer Gesamtleistung teurer als Aktiv-Aktiv-Arrays.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (1)
27.06.2014 - lan

Ganz so schwarz/weiß ist die welt nicht. Am Beispiel EMC: Systeme wie die alte Clariion CX sind auch a/p, verteilen die Last aber schon auf beide Controller. a/p findet dort auf LUN Ebene statt. Jede LUN hat die z.B. zu ihrem Owner 2 aktive und zum anderen Controller 2 passive Pfade. Sind die LUN 50/50 verteilt, fehlt auch hier beim Ausfall die Hälfte der Performance.

Auch die als active/active (genauer: ALUA) beworbene VNX arbeitet so, wenn man mit Pool LUN arbeitet, also z.B. Thinprovisioning, Dedup und/oder Kompression nutzt. Es sind zwar alle Pfade aktiv, aber nur die zum Owner werden vom Array als optimized propagiert und Hosts die mit ALUA umgehen können verwenden nur diese. Die anderen wären zwar verwendbar, der Traffic geht dann aber über die Backplane zwischen den beiden Controllern, was eben nicht optimal ist.


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