06.12.2019 (Doc Storage)
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Storage-Forum, Storage2Day und was es nicht noch alles gibt…

Kolumne Doc Storage:

Heute muss ich einmal nicht nur mit meinem Chefredakteur, sondern eigentlich mit der gesamten »Storage-Gemeinde« in ein kleines Gericht gehen. Wie auf dieser Seite berichtet, gab es in den letzten Wochen gleich zwei Veranstaltungen mit derselben Zielgruppe, zunächst die Storage2Day in Heidelberg, etwas später dann das Storage-Forum in Leipzig. Auch wenn der Chef etwas anderes meint, so erstaunt es doch, dass sich die schon ohnehin kleine Speichergemeinde gleich zwei dieser Zusammenkünfte leistet. Wie nun die Leute auf diese Veranstaltungen gezogen wurden, ist dabei doch völlig unerheblich. Ob nun Guerilla-Marketing oder ein IT-Fachverlag – die Zielgruppe ist denkbar klein und als Ergebnis Plusminus weniger Prozent dann auch dieselbe. Allein die beiden relativ dezentralen Veranstaltungsorte haben unter den Besuchern dann wohl für eine Vorauswahl gesorgt. Ich bin mir sehr sicher, hätte der Fachverlag in Leipzig und die andere Gruppe in Heidelberg zusammengerufen, es wären mit ganz geringer Abweichung dieselben Leute erschienen.

Dass auf einer solchen Veranstaltung dann jemand berichtet, wie er seine eigene Speicherlösung im »hauseigenen Tüfteln« gebaut hat, ist dann schon wesentlich interessanter als ein vortragslanger Hinweis darauf, dass die Unternehmens-DV ein regelmäßiges Berichtswesen (oh ja, auch hierfür gibt es deutsche Worte) an den Vorstand unterhalten sollte. Wer Geld von oben haben möchte, und das nicht nur einmal im Jahr, der hat dieses Berichtswesen schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten (da hieß das Ganze noch interne Organisation) zu unterhalten. Und wer so etwas mindestens quartalsmäßig zu tun hat (eigentlich so ziemlich jeder, den ich als RZ-Leiter so kenne), der wird die »Oberen« weder mit einem vollgelaufenen Speicher, überforderten Rechnern oder Forderungen für irgendwelche anderen Aufhübschungen überraschen müssen. Wieder mal sehr alter Wein in noch älteren Schläuchen.

Da muss man doch eher die tollen Vorträge von Josef Weingand oder Anne Ingenhaag herausstellen, nicht überraschend beide schon in Heidelberg zum besten gegeben und in Leipzig nur noch einmal betont. Jeder, der jetzt noch nicht begriffen hat, dass Daten unterhalb einer bestimmten Nutzbarkeit auch in Zukunft auf dieses Medium gehören, dem kann man wirklich nicht mehr helfen.

Als Teilnehmer solcher Veranstaltungen seit Jahrzehnten, als Hersteller, Vortragender oder sonst wie, muss ich nun auch einmal die von den Herstellern entsandten Kollegen in Schutz nehmen. Natürlich sieht es oberflächlich so aus, als würden diese ihre »Stände« (nun ja, es sind ja im Ende nur ein paar Stehtische vor Plakataufstellern, wenn man Glück hat in der Nähe einer Kaffeemaschine) nicht verlassen. Aber andererseits haben sie strikte Anweisungen, IMMER da zu sein, wenn jemand etwas über die Produkte wissen will. Und das heißt nun einmal, sich nicht wegzubewegen. Und die Besucher in Pausen und nach dem letzten Vortrag mit irgendwelchen Kinkerlitzchen oder wenigstens klugen oder lustigen Werbegeschenken anzulocken. Da hin zu gehen, wo die Leute sind, ist manchmal schlichtweg nicht möglich (oder eben weder erlaubt noch erwünscht).

Als Fazit meinerseits (und da wird mir mein Chef – natürlich – nicht zustimmen): Zwei Veranstaltungen sind für eine dermaßen kleine Anwenderschaft zu viel für ein Jahr. Wir hatten bis vor ein paar Jahren die Zusammenkünfte unter dem Deckmantel der Storage-Networking in Frankfurt einmal, da ist jeder gekommen, und das war genug. Vor allem lag es nicht für drei Viertel der Gemeinde außerhalb der Radarreichweite, im Südwesten und im Osten. Allein diese Reisen – zwangsweise mit Übernachtungen – genehmigt zu bekommen, ist heutzutage schon ein Kunststück. Und das zweimal innerhalb weniger Wochen – keine Chance. Dann lieber eine Veranstaltung mit einer Agenda an zwei Orten, das macht es einfacher. Oder eben eine Veranstaltung, etwas größer geplant, und dann mittendrin. Man konnte Frankfurt ja wegen vielem kritisieren, aber mit Sicherheit nicht, für alle Teilnehmer am zentralsten zu liegen. An den Marketing-Budgets auch der kleinen Hersteller kann es weiß Gott nicht mehr liegen, jetzt wo man uns die CeBIT in Hannover (auch ziemlich zentral) unterm Allerwertesten weggezogen und beerdigt hat. Dort hatten wir zuletzt wenigstens »unsere« Halle 2.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (4)
08.12.2019 - Doc Storage

Hallo, Herr Stief! Erstaunt, im Zeitalter der Nachrichten und Informationen, die in Sekundenschnelle vom einen Ende der Welt zum anderen gelangen? Ernsthaft? Meine Quellen für diese Informationen über die Konferenz sind vielfältig (mehr als die meisten sogenannten „Nachrichten“ heutzutage benutzen). Zunächst einmal der Artikel unseres Chefredakteurs, dann Gespräche mit – ich muss nachdenken – sieben bis zehn Kollegen, die auf der Konferenz zugegen waren, einige Vortragende waren aufgrund längerer Bekanntschaft auch bereit, mich mit den Folien ihrer Beiträge zu versorgen. Es stimmt, leider war es mir verwehrt, selbst in Leipzig anwesend zu sein, allerdings kann ich mir aus all diesen Quellen schon ein recht genaues Bild machen. Und ob es nun WiFi gab oder nicht, ob die Angestellten der Hersteller nun durch den Veranstaltungsort mäanderten oder nicht, das kann man sich doch ergänzend recht gut ausmalen. Wenn Sie meinen Beitrag sorgfältig lesen, so werden Sie feststellen, dass ich nicht ein einziges Mal geschrieben habe, ich sei dort gewesen. Allerdings ist das Bild, was ich mir aus all den erwähnten Quellen zu machen in der Lage bin, wahrscheinlich genauso gut wie das eines Kollegen, der hierfür Zeit, den Reiseantrag durchbekommen und dann den beschwerlichen Weg nach Leipzig auf sich genommen hatte. Im Ende geht es darum: zwei in einem sehr ähnlichen (ich hoffe, wir können uns auf dieses Adjektiv einigen) Format sind zu viel, vor allem in einer zeitlichen Nähe von wenigen Wochen. Beide Orte sind, nennen wir es mal unglücklich dezentral gewählt (ob nun für die Nord- oder Westdeutschen, ist hier völlig unerheblich). Warum setzt man sich nicht zusammen und bastelt etwas neues, zentrales, meinetwegen auch einen Tag längeres? Da hat jeder etwas davon…

06.12.2019 - w.stief

Ich bin doch bass erstaunt, in welchen Details DocStorage über eine Konferenz und deren Inhalte urteilt, bei der er selbst gar nicht selbst zugegen war.

06.12.2019 - kfr

Hier kann ich unserem Doc nur widersprechen. Natürlich gefällt mir der Gedanke, einer großen Storage-Veranstaltung. Auch wenn ich immer an der SNW und den Nachfolgern herumgekrittelt habe, bin ich damals gerne nach Frankfurt gefahren.

Aus meiner Sicht sind die Veranstalter aber irgendwann zu gierig geworden und die Aussteller wollten auch nicht immer die gleichen Leute, zu immer höheren Preisen, treffen. Auch wenn die SNW oder Powering the Cloud Publikum aus ganz Deutschland angezogen hat, die Mehrheit der Teilnehmer kam aus Frankfurt und Umgebung.

Genauso wie in Heidelberg fast ausschließlich Teilnehmer aus Baden-Württemberg anzutreffen waren, kam das Publikum in Leipzig vor allem aus Sachsen und den nahgelegenen Städten. Das war in beiden Fällen vorher abzusehen.

Freilich hätte man mit der gleichen Agenda an beiden Standorten aktiv sein können. Da es sich aber um zwei unterschiedliche Anbieter und Konzepte handelt, lässt sich das Programm nicht duplizieren.
Auch wenn es für Außenstehende evt. so aussieht, aber speicherguide.de war in beiden Fällen »nur« der Mediapartner. Ich habe sowohl hier wie dort, gefragt und ungefragt meinen Senf dazugegeben, mehr nicht.

Redaktionsübergreifend arbeiten wir mit der iX sehr gut zusammen. Die Vertriebsabteilung von Heise war sehr angetan über den Zuspruch, an einer übergreifenden Zusammenarbeit hat da aber niemand Interesse. Klar, die wollen den Kuchen nicht teilen.

Und hier sehe ich die große Unterscheidung des Storage-Forums – ich sag mal trotzdem unserer Veranstaltung – zu allen anderen. Ein Verlag und ein Messeveranstalter will Geld verdienen, deswegen weichen alle bekannten Veranstaltungen über die Zeit die Themen auf und nehmen immer mehr dazu, so dass es am Ende keine Storage-Veranstaltung mehr ist. Dies war eigentlich dann auch das Argument für uns einzusteigen.

06.12.2019 - kfr

Ohne jemanden zu nahe zu treten, aber die Anderen denken v.a. ans Geld verdienen! Wir denken zuerst an die Teilnehmer, denen wollen wir einen tollen Event bieten. Uns genügt es vollkommen, wenn unser Aufwand gedeckt ist. Das ist natürlich schwer zu kommunizieren und bestimmt auch nicht für jeden ersichtlich.

Die ersten Gespräche mit den Stiefs fanden bereits wenige Wochen nach der Flash Forward statt, damals noch von unserem Berti initiiert. 2018 wollten wir eigentlich zusammen mit dem Sanboard starten, da lief uns aber die Zeit davon, so dass wir uns für 2019 entschieden hatten. Kaum hatten wir die Termine gefixt, kam der dpunkt-Verlag und die iX um die Ecke. Da konnten und wollten wir nicht mehr verschieben.

Die nächste Storage2Day wird am 22. bis 24. September 2020 stattfinden. Wir setzen mit dem Storage-Forum 2020 aus und wechseln 2021 ins Frühjahr. Wahrscheinlich wird es auch dann noch Überschneidungen bei den Vorträgen geben. Das ist für mich aber kein Argument. So klein sehe ich das Segment nicht und egal für welche Stadt man sich entscheidet, es wird v.a. ein regionaler Event sein. Daher macht das gar nichts.

Grundsätzlich sind wir aber für konstruktive Vorschläge offen. Und um mich zu wiederholen, die Branche muss so einen unabhängigen und herstellerübergreifenden Event wollen und sich dafür einsetzen. Da nehme ich alle mit ins Boot. Die Anwender sollen nicht nur kommen, sondern dürfen sich auch gerne bei der Themenfindung einbringen. Alle freuen sich über Anwenderberichte, 99% ducken sich aber weg, wenn Redner gesucht werden…

Von den Rednern und Ausstellern verlange ich auch mehr Engagement. So gut wie alle haben Social-Media-Accounts, Eigenmarketing betreibt aber keiner...

Wir freuen uns weiterhin über eine angeregte Diskussion, Anmerkungen und gerne auch weitere Kritik. Oder Zuspruch! Zuspruch wäre auch schön… 😉
Fröhliche Grüße
Karl


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