13.06.2014 (Doc Storage)
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RAID-Rebuild: Wo sind die neuen Lösungen?

Leserfrage: Nachdem nun Festplatten mit sechs TByte auf den Markt kommen, stellt sich einmal mehr die Frage, wie sich RAIDs der Rebuild verkürzen lässt? Wo sind die Technologien für die neue Technik-Generation? Ist der Panasas-Ansatz ein Weg für die Zukunft?

Antwort Doc Storage:

Leider sind nur wenige und nur sehr oberflächliche Beschreibungen der angesprochenen Lösung zugänglich. Zunächst einmal scheint RAID-6+, wie es Panasas bezeichnet, lediglich eine Kombination aus dem bekannten Standard-RAID-6 mit doppelter Parität und einem neuartigen Dateisystem namens »PanFS« zu sein. RAID 6 schützt die Daten wie bekannt mit zwei Checksummen, so dass theoretisch zwei Platten in einer Gruppe ausfallen könnten, ohne Daten zu verlieren.

Mithilfe des von Panasas als »per-file RAID« bezeichneten Implementierung soll eine Rekonstruktion nur der tatsächlich betroffenen Dateien erfolgen und nicht wie bei Standard-RAID-Architekturen der gesamten physikalischen Platte(n). Darüber hinaus soll eine weitere »vertikale« Checksumme gegen einzelne Sektorenfehler schützen, die laut Hersteller vor allem dann auftreten, wenn während der Rekonstruktion einer ausgefallen Platte der Prozess auf einen weiteren fehlerhaften Sektor läuft. Die vertikale Checksumme findet und korrigiert quasi nebenbei im Hintergrund einzelne »umgekippte« Bits.

All das hört sich erst einmal vielversprechend an. Mit den aufkommenden 6-TByte-Festplatten und den immer noch bei sechs Gbit/s verharrenden Laufwerksschnittstellen dürfte sich die Rekonstruktion einzelner vollständiger physikalischer Platten auf über drei bzw. mehr als fünf Tage hinziehen. Falls während dieser Phase ein zweites Laufwerk ausfällt, was durch die höhere I/O-Last bei der Rekonstruktion wahrscheinlicher wird als im Normalbetrieb, kann man nur hoffen, sich statt für RAID 5 für RAID 6 entschieden zu haben. Jede Maßnahme, die die Rekonstruktion eines vollständigen Laufwerkes auf die tatsächlich dort gespeicherten Daten verkürzt, kommt daher heute gelegen. Leider konnten wir die Panasas-Lösung noch nicht testen, so dass wir uns hier auf die Angaben des Herstellers verlassen müssen. Wenn diese Lösung dann auch noch als »Abfallprodukt« umgekippte einzelne Bits findet und korrigiert, dann wird diese Lösung noch interessanter, vor allem bei den immer größer werdenden Laufwerken.

Für die Zukunft können wir nur hoffen, dass möglichst schnell breitere Festplatten-Schnittstellen in den Markt kommen und dass SSD-Medien noch preiswerter werden, als sie es heute ohnehin schon sind. Dann würden wir uns zumindest von den meisten Problemen verabschieden, denen wir im Rebuild-Bereich durch die immer größeren rotierenden Laufwerke begegnen.

Gruß
Doc Storage

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