12.07.2019 (Doc Storage)
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Analysten-Prognosen sind verschwendete Lebenszeit

Diesmal nimmt sich Doc Storage die Trendvorhersagen von Marktforschern vor. Seiner Ansicht nach ist vieles nur ein Blick in die Glaskugel, anderes dagegen so offensichtlich, dass es keiner weiteren Betrachtung benötige.

Die Kolumne unseres Doc Storage spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wieder. Wie stehen Sie zu den Analysen der Marktforscher?

Kolumne Doc Storage:

Da ist sie wieder, die Zukunft, wie sie die zahlreichen »Analysten« sehen. Aber – mehr als aktuelle Zahlen und deren Entwicklung über die kommenden Jahre können sie (mal wieder) nicht anbieten. Zur Überraschung aller, die in diesem Segment arbeiten, sind die Umsätze mit Cloud-Technologien gegenüber dem Vorjahr gestiegen, sogar zweistellig. Aber die Prognose für das Wachstum der Investitionen in Cloud-Infrastrukturen ist nicht so eingetreten wie vorhergesagt, man musste die eigenen Vorhersagen um viereinhalb Prozent senken. Zwei Drittel sollen immer noch Public-Clouds ausmachen, den Rest Private-Clouds.

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Ich will nicht immer drauf rumtreten, allerdings hat sich einmal mehr gezeigt, was diese Vorhersagen im Ende wert sind. Davon abgesehen, dass ich immer noch darauf warte, dass mir irgendjemand erklärt, was ich mit diesen Prognosen soll, sind sie seit Jahrzehnten nichts anderes als Kaffeesatzleserei. Teure Kaffeesatzleserei.

Natürlich machen Public-Clouds wesentlich mehr am Markt aus, als Private-Clouds. Die Anbieter bieten erstens wesentlich mehr Infrastruktur an, zweitens baut ihr Geschäft auf diesen Speichern auf und drittens verzeichnen sie einen wesentlich größeren Zuwachs, wegen der immer stärkeren Nutzung auch durch private Anwender und kleine Unternehmen. Aber auch, weil die durch alle Hersteller fast schon religiös vorangetriebene Umstellung auf Cloud-Technologien zwar in allen Unternehmen als sinnvoll beurteilt wird, allerdings diese Umstellung aus bestehenden Systemen wesentlich komplexer ist, als das »mal eben« bei Privat- oder kleinen Anwendern.

Und auch der Zuwachs in manchen Regionen wie vor allem Osteuropa und Afrika ist kein großes Wunder. Dort konnte und kann man in vielen Industrien mit der DV auf einer ziemlich grünen Wiese anfangen und die als moderner angesehenen Cloud-Technologien von Anfang an einbinden. Da investiert es sich leichter in solche Neuigkeiten.

Auch die Tatsache, dass Dell EMC, HPE, Cisco und Lenovo die Platzhirsche darstellen, ist keine Überraschung, und dafür braucht man auch keine Kristallkugel. Wenn ich meine Unternehmensdaten schon outsource (so hieß das früher, bevor jemand mit Cloud ein schöneres Wort für »Kosteneinsparungen« gefunden hat), dann tue ich das doch am liebsten (und sichersten) mit einer Firma, die das Geschäft schon Jahrzehnte macht. Dass der Markt für Cloud-Anbieter wächst, auch über die kommenden Jahre, ist bei dem heutigen Grad der Zunahme der gespeicherten Daten auch keine große Überraschung, noch nicht mal einen Blick in die Kristallkugel wert.

Aber der – man entschuldige meine Wortwahl – größte Mumpitz ist die Aussage, dass 2018 »Aktualisierungszyklen« den Umsatz antrieben, während dies im aktuellen Jahr nicht mehr der Fall sein soll. Haben also alle DV-Betreiber all ihre Hardware im selben Jahr gekauft und dann 2018 ausgetauscht, um dies 2019 nicht mehr zu tun? Ich lasse dies unkommentiert, weiß aber, dass alle DV-Profis hier nur lächelnd den Kopf schütteln können.

Fazit: All das, was uns die Analysten hier wieder einmal vorlegen, und nicht nur die hier publizierten, kann sich jeder, der offenen Auges durch die DV-Welt läuft, leicht selbst zusammenreimen. Nichts ist eine große Überraschung, nichts wirklich neu. Ich würde sogar so weit gehen, Informationen dieser Art sind verschwendete Lebenszeit.

Gruß
Doc Storage

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