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Trendforce: NOR-Flash & SLC-NAND bleiben auch im 2H2026 knapp

Trendforce: NOR-Flash & SLC-NAND bleiben auch im 2.HJ/2026 knappDie Preise für NOR Flash und SLC NAND haben sich im ersten Halbjahr 2026 mehr als verdoppelt. Ursache sind anhaltende Kapazitätsengpässe bei Speicherherstellern, die ihre Fertigung zunehmend auf margenstärkere Produkte für KI-Anwendungen ausrichten. Laut Trendforce dürfte sich die angespannte Versorgungslage auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen.

Die Verfügbarkeit von NOR Flash und SLC NAND bleibt angespannt. Während Speicherhersteller ihre Produktionskapazitäten verstärkt für HBM-Speicher und moderne 3D-NAND-Technologien nutzen, schrumpfen die verfügbaren Fertigungs-Ressourcen für ältere Speichertechnologien. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce erwartet deshalb weitere Preissteigerungen in der zweiten Jahreshälfte 2026.

KI-Anwendungen und Fahrzeuge treiben die Nachfrage

NOR-Flash profitiert vor allem von seiner Fähigkeit, Programmcode direkt aus dem Speicher auszuführen. Diese sogenannte Execute-in-Place-Funktion sowie die hohe Zuverlässigkeit machen den Speicher weiterhin für Fahrzeugelektronik, industrielle Steuerungen sowie Luft- und Raumfahrtanwendungen attraktiv.

Besonders im Automotive-Bereich wächst der Bedarf. Fahrerassistenzsysteme und digitale Cockpit-Funktionen benötigen zunehmend größere Firmware-Speicher. Gleichzeitig steigt der Speicherbedarf in Edge-KI-Systemen, weil KI-Modelle direkt auf Geräten ausgeführt werden. Laut Trendforce wächst dadurch die Nachfrage nach hochkapazitiven NOR-Flash-Bausteinen mit 256 Mbit und mehr deutlich.

Der Firmware-Bedarf in Edge-KI-Systemen wächst deutlich, da KI-Modelle zunehmend lokal auf den Geräten ausgeführt werden. Dadurch steigt die Nachfrage nach hochkapazitiven NOR-Flash-Bausteinen.

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SLC NAND bleibt für kritische Systeme gefragt

Auch SLC-NAND bleibt in zahlreichen Anwendungen unverzichtbar. Die Technologie bietet hohe Schreib- und Löschzyklen, geringe Fehlerraten, lange Datenhaltbarkeit sowie einen breiten Temperaturbereich.

Eingesetzt wird SLC-NAND unter anderem in Industrieanlagen, Robotik-Systemen, Netzwerkkomponenten, Enterprise-Servern sowie medizinischen und militärischen Anwendungen. In Rechenzentren dient der Speicher weiterhin als Boot-Medium für Betriebssysteme oder für besonders schreibintensive Pufferbereiche.

Quelle: Trendforce

Preise steigen innerhalb weniger Monate um mehr als 100 Prozent

Nach Angaben von Trendforce erhöhten sich die durchschnittlichen Vertragspreise für NOR-Flash im ersten Halbjahr 2026 um rund 100 bis 120 Prozent. Produkte mit höheren Kapazitäten verzeichneten teilweise noch stärkere Aufschläge.

Bei SLC-NAND fiel die Entwicklung noch deutlicher aus. Hier schätzt Trendforce die Preissteigerungen auf 130 bis 150 Prozent. Hintergrund ist unter anderem, dass mehrere Hersteller ihre Produktion von kleineren und älteren Produktvarianten zurückfahren oder einstellen. Zusätzlich bauten Kunden aus Industrie, Automotive und Netzwerktechnik ihre Lagerbestände wieder auf, was die Nachfrage weiter erhöhte.

Für OEM-Einkäufer bedeutet das: Wer Anfang 2026 für bestimmte NOR-Flash-Komponenten beispielsweise 100.000 US-Dollar bezahlte, musste zur Jahresmitte für die gleiche Menge rund 200.000 bis 220.000 US-Dollar einplanen. Bei SLC-NAND könnten daraus 230.000 bis 250.000 US-Dollar werden.

Weitere Engpässe bis Ende 2026 erwartet

Für die zweite Jahreshälfte rechnen die Analysten nicht mit einer spürbaren Entlastung. Hersteller investieren derzeit vor allem in neue Fertigungsverfahren, höhere Ausbeuten und Produktionsoptimierungen. Größere Kapazitätserweiterungen seien bislang nicht angekündigt worden.

Trendforce erwartet deshalb für hochkapazitive NOR-Flash-Produkte weitere Preissteigerungen von 60 bis 65 Prozent. Bei SLC-NAND könnten die Preise durchschnittlich um weitere 70 bis 75 Prozent zulegen. Besonders Industrie- und Automotive-Produkte dürften von der anhaltenden Knappheit betroffen bleiben.

Darüber hinaus beobachtet Trendforce eine Veränderung der Marktmechanismen. Statt allein über Preissteigerungen würden Hersteller die Verfügbarkeit zunehmend über langfristige Lieferverträge und eine selektive Auftragsannahme steuern. Versorgungssicherheit entwickle sich damit zu einem ebenso wichtigen Wettbewerbsfaktor wie der Preis.