Omdia: DRAM und SSDs verursachen fast 40 Prozent der PC-Kosten
Die weltweiten PC-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 um 21,2 Prozent eingebrochen. Laut Omdia haben sich die Preise für DRAM und SSDs mehr als vervierfacht. Speicher macht inzwischen fast 40 Prozent der Komponentenkosten eines PCs aus. Auch vorgezogene Bestellungen und Lieferengpässe belasten den Markt.
Weltweit wurden im dritten Quartal 58,1 Millionen Desktops, Notebooks und Workstations ausgeliefert. Das sind 21,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Desktop-PCs fiel der Rückgang mit 23,5 Prozent besonders deutlich aus. Bei Notebooks waren es 20,6 Prozent.
Die gestiegenen Kosten für Speicher und andere Bauteile schlagen inzwischen auch auf die Verkaufspreise durch. PC-Hersteller haben ihre Preise mehrfach erhöht, können damit aber noch nicht alle Mehrkosten ausgleichen. Gleichzeitig bauen Händler ihre Lagerbestände ab und die Hersteller fahren ihre Produktion zurück.
Steigende Speicherpreise verändern die PC-Kalkulation
Besonders stark sind die Preise für Arbeitsspeicher und SSDs gestiegen. Ihr Anteil an den Komponentenkosten eines PCs lag früher bei etwa 15 Prozent, inzwischen sind es laut Omdia fast 40 Prozent. Die Preise für Speicherkomponenten haben sich mehr als vervierfacht.
Damit werden DRAM und SSDs zu einem immer größeren Kostenfaktor. Jede weitere Preissteigerung verteuert die Herstellung zusätzlich. Vor allem bei günstigen PCs wird es für die Hersteller schwieriger, die Mehrkosten aufzufangen, ohne ihre Verkaufspreise weiter anzuheben.
Die Materialkosten für PCs stiegen in allen Preisklassen um über 40 %, während der Anteil der Kosten für Arbeitsspeicher und Speichermedien fast 40 % erreicht. (Quelle: Omdia)
Ein wichtiger Grund für die hohen Speicherpreise ist die Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Wie wir in unserem jüngsten TrendForce-Bericht beschrieben haben, steigt vor allem der Bedarf an Server-DRAM. Die Speicherhersteller konzentrieren sich deshalb stärker auf HBM und Server-Speicher. Für andere Anwendungen bleibt entsprechend weniger Produktionskapazität.
Zu den großen Profiteuren gehören Samsung, SK hynix und Micron. Die drei größten DRAM-Hersteller kommen zusammen auf knapp 88 Prozent Marktanteil. Laut Trendforce erzielten sie bereits im zweiten Quartal 2026 deutlich höhere Umsätze. Samsung legte um 63,4 Prozent zu, SK Hynix um 37,9 Prozent und Micron um 65,5 Prozent. Besonders gefragt sind die teureren Speicherprodukte für KI-Rechenzentren. Für den klassischen PC-Markt bleibt dagegen weniger Produktionskapazität.
Die Speicherpreise allein erklären den Einbruch des PC-Marktes allerdings nicht. Omdia nennt auch Lieferengpässe bei Prozessoren, Grafikkarten und anderen Halbleitern. Zudem hatten viele Händler und Hersteller ihre Bestellungen in die erste Jahreshälfte vorgezogen. Diese Geräte fehlen nun bei den aktuellen Auslieferungszahlen.
Im 3. Quartal 2926 verzeichneten die weltweiten PC-Auslieferungen den stärksten Rückgang seit dem 1. Quartal 2023. (Quelle: Omdia)
PC-Auslieferungen sollen auch 2027 sinken
Mit einer schnellen Erholung rechnet Omdia nicht. Im vierten Quartal sollen die weltweiten PC-Auslieferungen um weitere 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgehen. Für das Gesamtjahr 2027 erwarten die Marktforscher ein Minus von sieben Prozent.
Für Unternehmen bedeutet das höhere Kosten und mehr Unsicherheit bei der Hardware-Beschaffung. Wer PCs und andere Systeme erneuern muss, sollte weiterhin mit hohen Komponentenpreisen und möglichen Lieferengpässen rechnen.