Trendforce: DRAM-Modulmarkt wächst 2025 um 59 Prozent

Trendforce: DRAM-Modulmarkt wächst 2025 um 59 ProzentDer weltweite DRAM-Modulmarkt ist 2025 deutlich gewachsen. Trendforce beziffert den Umsatz auf 21,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 59 Prozent. Höhere Preise und starke Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte trieben den Markt. Kingston blieb mit 62 Prozent Anteil klarer Marktführer unter den unabhängigen Modulanbietern.

Der Umsatzsprung geht nicht allein auf höhere Auslieferungen zurück. TrendForce führt das Wachstum auch auf steigende DRAM-Preise zurück. 2024 hatte der Markt lediglich um sieben Prozent zugelegt; 2025 beschleunigte sich das Wachstum deutlich.

Bereits im zweiten Quartal bauten einige Modulanbieter ihre DDR4-Bestände aus. Trendforce nennt drohende Zölle und die angekündigten DDR4-Ausläufe der DRAM-Hersteller als Gründe. Gleichzeitig zogen PC-Hersteller und Anbieter von Consumer-Elektronik Bestellungen vor, um möglichen Zollfolgen zuvorzukommen.

In der zweiten Jahreshälfte verlagerte sich die Nachfrage stärker auf Server. Cloud-Service-Provider in Nordamerika und China bestellten mehr Server-DRAM für Anwendungen mit agentenbasierter KI. Dadurch stand weniger DRAM für PCs und Consumer-Produkte zur Verfügung. Trendforce zufolge trieb das die Preise zusätzlich nach oben.

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DRAM-Modulmarkt: Kingston hält 62 Prozent

Mit 62 Prozent Umsatzanteil blieb Kingston 2025 mit großem Abstand die Nummer eins unter den unabhängigen DRAM-Modulanbietern. Der Umsatz stieg nach Berechnungen von Trendforce um 48 Prozent. Damit lag das Wachstum unter den 59 Prozent des Gesamtmarkts.

Trendforce führt Kingstons starke Position unter anderem auf das große Beschaffungsvolumen und die hohen Lagerbestände zurück, die der Anbieter 2024 und 2025 aufgebaut hatte. Als die Preise in der zweiten Jahreshälfte stiegen, standen dadurch größere Mengen für den Vertriebskanal bereit.

Die fünf größten Anbieter kamen zusammen auf 77 Prozent des weltweiten Modulumsatzes, die neun größten auf 81 Prozent. Auf Rang zwei lag ADATA mit einem Umsatzplus von 82 Prozent. Ramaxel auf Platz drei steigerte den Umsatz um 153 Prozent und wuchs damit unter den gelisteten Unternehmen am stärksten. Kimtigo folgte auf Rang vier, Team Group auf Rang fünf.

Industrie und Server treiben das Wachstum

Auch spezialisierte Anbieter legten kräftig zu. Innodisk auf Rang sieben steigerte seinen DRAM-Umsatz laut Trendforce um 132 Prozent. Neben höheren Preisen trugen Edge-AI-Projekte zum Wachstum bei. Apacer auf Rang acht kam auf ein Plus von 96 Prozent und hatte bereits im zweiten Quartal zusätzliche Bestände gesichert, um die Nachfrage während des DDR4-Auslaufs zu bedienen.

Zugleich richten die Hersteller ihre Portfolios stärker auf Industrie- und Enterprise-Server aus. Trendforce verweist auf die langfristig besseren Wachstumsaussichten dieser Märkte. Zudem können Kunden in diesen Segmenten Schwankungen bei Speicherpreisen eher verkraften.

Auch der Generationswechsel beschleunigte sich. DDR5 wurde in der zweiten Jahreshälfte 2025 zur wichtigsten Produktlinie der Modulhersteller. DDR4 geriet durch Auslaufpläne und das knappe Angebot unter Druck. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach DDR5, vor allem im Server-Umfeld.

DRAM-Markt bleibt 2026 knapp und teuer

Der DRAM-Markt bleibt auch 2026 angespannt. Trendforce meldet für das zweite Quartal einen Umsatzsprung der DRAM-Hersteller um 59,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Vor allem höhere Vertragspreise trieben den Umsatz, während die ausgelieferten Bit-Mengen nur moderat zunahmen.

Für konventionelles DRAM prognostizierte Trendforce für das dritte Quartal Preissteigerungen von 13 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im vierten Quartal sollen die Vertragspreise nochmals um zehn bis 15 Prozent zulegen. Gleichzeitig priorisieren die Hersteller HBM und Server-DRAM. Dadurch bleibt das Angebot für andere Anwendungen knapp.

Für IT-Verantwortliche bleibt Speicher damit auch im zweiten Halbjahr ein teurer Posten. Wie unsere Analyse zum dritten Quartal zeigt, bleibt insbesondere Server-DRAM knapp.

Auch die Modulhersteller spüren den Druck. Ende September berichtete Trendforce von sehr niedrigen Lagerbeständen bei den DRAM-Herstellern und einer weiter angespannten Versorgung. Parallel richten Modulhersteller ihr Geschäft stärker auf Server-Produkte aus. Mehrjährige Lieferverträge zwischen DRAM-Herstellern und großen Cloud-Anbietern machen einen Teil der Nachfrage besser planbar. Trendforce erwartet dadurch einen gleichmäßigeren Speicherzyklus. An der knappen Versorgung ändert das kurzfristig wenig.