Bitkom: Nur 28 Prozent mit Krisen- oder Notfallmanagement

Bitkom: Nur 28 Prozent mit Krisen- oder NotfallmanagementCyberangriffe, Sabotage und Stromausfälle können den Betrieb ganzer Unternehmen und Kommunen stoppen. Dennoch verfügen laut Bitkom nur 28 Prozent der Unternehmen über ein Krisen- oder Notfallmanagement. Mit dem neuen Resilience Hub stellt der Verband Checklisten und Leitfäden für die Vorbereitung auf hybride Bedrohungen bereit.

Bei längeren Stromausfällen oder einem Angriff auf zentrale IT-Dienstleister reicht ein funktionierendes Backup allein nicht aus. Unternehmen müssen wissen, welche Prozesse weiterlaufen sollen, wer Entscheidungen trifft und wie sie ohne gewohnte Kommunikationswege erreichbar bleiben.

Der Digitalverband Bitkom hat dafür den Resilience Hub gestartet. Das Online-Angebot bündelt Praxishilfen für Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen. Hintergrund sind Zahlen des Verbands: Gut 80 Prozent der Unternehmen und der Bevölkerung halten eine ernste Krise durch hybride Angriffe für wahrscheinlich. Anfang 2026 verfügten jedoch nur 28 Prozent der Unternehmen über ein Krisen- oder Notfallmanagement.

Auch in der Bevölkerung klafft eine Lücke zwischen Risikobewusstsein und Vorbereitung. Nur zwei Prozent fühlen sich sehr gut und weitere 13 Prozent eher gut auf solche Krisen vorbereitet. Zu hybriden Bedrohungen zählen beispielsweise die Kombination aus Sabotage, Cyberangriffen und Desinformation.

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22 Prüfpunkte für den Notbetrieb von Unternehmen

Der Leitfaden »Krisenfest im Ernstfall« enthält 22 Prüfpunkte sowie Vorlagen für Notfallkontakte und die Besetzung eines Krisenstabs. Unternehmen sollen damit unter anderem den Ausfall von Strom oder IT-Dienstleistern sowie personelle Engpässe durch Einsätze bei Feuerwehr, THW oder Bundeswehr vorbereiten können.

Im Mittelpunkt stehen kritische Geschäftsprozesse, die digitale Betriebsfähigkeit und die Kommunikation im Krisenfall. Kontaktlisten sollten auch offline verfügbar sein. Der Leitfaden dient als Einstieg in die Vorbereitung und ersetzt keine individuelle Notfallplanung.

Kommunen prüfen mehr als 60 Punkte

Der Guide »Resiliente Kommune« bietet Verwaltungen mehr als 60 Prüfpunkte in zehn Handlungsfeldern. Sie reichen von Krisenorganisation und Cybersicherheit bis zur Warnung der Bevölkerung. Als einfache Maßnahmen nennt Bitkom eine aktuelle Kontaktliste auf Papier, Vertretungen für Schlüsselfunktionen und einen Krisenkoffer mit Ladegeräten und Formularen.

Für Privatpersonen gibt es den Guide »Fall nicht drauf rein!« mit Tipps zum Erkennen von Desinformation und einem Selbsttest. Am 15. Oktober behandelt zudem der Resilience Day auf der Smart Country Convention in Berlin die Krisenvorsorge.