10.09.2009 (ubr)
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Zstor »Z-Series«

Zstor »Z1«
Zstor »Z1«
Die Produktfamilie »Z« von Zstor besteht aus den vier Modellen »Z1«, »Z2«, »Z3« und »Z4«. Sie unterscheiden sich allerdings nur in der Festplattenbestückung. Z1 lässt sich mit 320- oder 500-GByte SATA-Drives im 2,5-Zoll-Format ausrüsten. Das Z2 integriert 2,5-Zoll 146- oder 300-GByte-SAS-Platten. Im Z3 arbeiten 3,5-Zoll-SATA-Disks mit entweder 500 GByte oder einem TByte. Bei Modell Z4 kann der Anwender zwischen 300-GByte-, 500-GByte- oder 1-TByte-SAS-Laufwerken im 3,5-Zoll-Format wählen.

Alle Systeme verfügen über 16 Laufwerkseinschübe, von 16 Platten lassen sich 14 nutzen, zwei sind dem Betriebssystem vorbehalten. Alle Drives sind hotswapfähig. Im Innern des Geräts arbeiten ein Intel »XEON« Quad-Core-Prozessor und acht GByte RAM. Zstor baut auf Open-Software-Technologie und dem ZFS-Filesystem von SUN Microsystems auf. Die Z-Serie unterstützt die RAID-Level 5 und 6, die allerdings als RAID-Z und RAID-Z2 bezeichnet werden. Darüber hinaus ist ein Mirroring, also eine RAID-1-Konfiguration möglich. Zudem lassen sich alle Modelle als JBODs und somit als Erweiterungseinheiten nutzen. Anschluss findet das System über zwei 1-Gbit/s-Interfaces, die auf sechs Ports erweiterbar sind, ebenso optional ist die 10-Gbit/s-Schnittstelle. Ein SAS-Anschluss sorgt für die Anbindung der Erweiterungseinheiten, FC-Schnittstellen in unterschiedlichen Performances sind nur optional erhältlich.

Die vier Systeme unterstützen sowohl file- als auch blockbasierte Protokolle wie CIFS, NFS, iSCSI, FTP, HTTP und FC ohne zusätzliche Lizenzgebühren. Über das Integrieren und Virtualisieren von bestehenden NAS-Servern oder JBODs kann der EDV-Verantwortliche den Storage-Pool erweitern und so eine einheitliche Storage-Management-Oberfläche schaffen.

Der Einsatz der »Hybrid Storage Pool«-Technologie ermöglicht die Verwendung von kostengünstigen SATA-Drives zur Kapazitätsgewinnung und Solid-State-Disks (SSDs) als Read/Write-Cache für eine hohe IO-Performance. Damit lassen sich bessere Geschwindigkeitswerte erreichen als durch den Einsatz von schnell drehenden Festplatten, die heute üblicherweise eingesetzt werden.

Über das optionale Software-Paket »VM Datacenter« fügen sich Zstor-Systeme in virtuelle Infrastrukturen von VMware, Citrix »XEN« oder Microsoft »Hyper V« ein. Die graphische Software-Managementoberfläche steuert alle speicherrelevanten Aspekte einer virtualisierten Umgebung, wie das Aufstellen von Storage-Policys, Snapshots, Replikationen und Cloning für VM-Datensätze. Über templatebasierendes VM-Cloning und der Unterstützung von »Vmotion« aus dem Storage-Management heraus erledigen sich diese Aufgaben laut Hersteller erheblich schneller.

Für Xen-Server und Hyper-V existiert ein frei verfügbares »StorageLink Adapter«-Software-Modul. Über die Schnittstelle Storagelink stehen alle Fähigkeiten der Zstor wie unlimitierte Backups über Snapshots, Replikation, Cloning, Thin-Provisioning direkt den Citrix Essentials für Xen und Hyper-V zur Verfügung. Das optionale Software-Modul »Delorean« ist ein umfangreiches »Windows«-Backup- und Restore-Tool mit Suchfunktion. Es wird der »Windows Volume Shadow Copy«-Service genutzt um konsistente Backups zu erstellen. Die kombinierte Backup- und Snapshot-Möglichkeit kann bis zu einer Granularität von einer Sekunde eingestellt werden und bietet damit praktisch CDP (Continuous-Data-Protection). Die einstellbaren Backup-Services mit eigener Retention-Policy, eigenem Zeitplan und eigenem Transport-Mechanismus ermöglichen regelbasiertes Backup. Über die Freitext-Suchfunktion und dem File-Explorer kann der Anwender einzelne Dateien finden und wieder herstellen.

Es stehen  weitere Plugins wie WORM-Funktionalität (Write-Once-Read-Many) zur Archivierung, ein Multiprotokoll iSCSI-Target-Plugin und ein Hochverfügbarkeitsmodul zum Aufbau von Aktiv/Aktiv-Storage-Clustern zur Verfügung. Darüber hinaus ist eine Integration in Apples Backup-Software »Time Machine« möglich, was die Sicherung von Mac-Rechnern erlaubt.

Fazit

Die Hardware-Basis der Z-Serie entspricht sicherlich heutigen Standards und ist somit eher ein »me-too«-Produkt. Ungewöhnlich ist die lizenzfreie Vielfalt der Funktionalitäten, insbesondere bei diesem Preis/Leistungs-Verhältnis. Nach erstem in »Augenschein-nehmen« zahlen Unternehmen nur für optionale Schnittstellen und unterschiedliche Kapazitätsvielfalt. Die Funktionen an sich scheinen im Lieferumfang enthalten. Die Funktionen selbst wie Replikation, Thin-Provisioning, Virtualisieren und  Clones kann sich so auch der Mittelstand leisten. Allerdings wurden beim Mischbetrieb der Festplatten Abstriche gemacht. Statt eines Mischbetriebs offeriert der Hersteller einzelne Konfigurationsmöglichkeiten bei den Systemen, entweder nur SAS oder SATA.

Für eine Einstiegskonfiguration mit 640 GByte Brutto-Speicher zahlt der IT-Manager 5.999 Euro, was eine echte Kampfansage an den Wettbewerb ist. Die Garantie läuft über drei Jahre auf die Hardware, für die Software gibt es die üblichen zwölf Monate. Wie gut sich der Marktneuling durchsetzen kann, werden die Absatzzahlen zeigen. Das hängt sicherlich auch davon ab, wie hoch die Resonanz auf die Open-Source-Software von Sun sein wird.

Kurzinfo

Hersteller: Zstor GmbH
St. Georg Str. 6
D-41564 Kaarst
Tel. 021 31/95 81 32
Fax 021 31/95 80 53
E-Mail: sales@zstor.de

Web: www.zstor.de
Direkter Link zum Produkt: Zstor Systeme

Preis: ab 5.999 Euro (Z1-Edition Basis: 2,5-Zoll-SATA, 640 GByte Netto, 16 Disk Slots, 1 Xeon Quad-Core CPU, 8GByte RAM, 2x OS-Disk, 2x Daten-Disk, 1x Disk Parity, kein Hot-Spare, NexentaStor Enterprise Silver 4 TByte Lizenz installiert und konfiguriert, drei Jahre Bring-In Service auf Hardware, ein Jahr auf Software-Maintenance)
Garantie: 3 Jahre

Technische Details
Speicherkapazität: 2,5 bis 9 TByte Netto verfügbar, optional JBODs
Laufwerksanzahl: 5 bis 16
Laufwerke: 320/500 GByte (SATA/2,5 Zoll) oder 500/1.000 GByte (SATA/3,5 Zoll), 146/300 GByte (SAS/2,5-Zoll) oder 500/1.000 GByte (SAS/3,5-Zoll)
SSDs: 80 GByte Read Accelerator und/oder 32 GByte Write Accelerator
Prozessor: Quad-Core Intel XEON (erweiterbar)
RAID-Schutz: 1, 5, 6
Interfaces: 2x 1Gbit/s-Anschlüsse (erweiterbar auf 6), 10 Gbits/s optional, 2/4/8GByte-FC optional, SAS (für Erweiterungs-JBODs)
Unterstützte Protokolle: CIFS, NFS, IP v4 und v6, FC, FTP, TFTP, SNMP, NDMP 3-4, HTTP, WebDAV

Redundante Komponenten: Netzteile, Lüfter

Hotswapfähige Komponenten: Laufwerke, Netzteile, Lüfter

Weitere Funktionen: Optional VM-Datacenter Einbindung in VMware und Citrix Xen, Delorean Windows Backup, Thin-Provisioning, lokale und entfernte Replikation, unlimitierte Snapshots, Cloning, WORM-Archiv. System-Update ohne Systemstillstand

Plus

+ asynchrone und synchrone Replikation

+ Snapshots und Clones

Minus

- kein Mischbetrieb SAS/SATA