12.07.2011 (ubr)
3.4 von 5, (7 Bewertungen)

Panasas »ActiveStor 11«

Panasas »ActiveStor 11«
Panasas »ActiveStor 11«

Das modular angelegte Parallel-NAS-System »ActiveStor 11« von Panasas soll HPC-Anforderungen schon in kleinen Konfigurationen bedienen. IT-Abteilungen können mit einem Modul beginnen und bis zu 100 dieser Einheiten unter einer Namespace verbinden. Die Module fassen jeweils ein Director-Blade und 20 Festplatten, wobei 3,5-Zoll-SAS-Medien unterstützt werden. Wählbar sind Kapazitätsformate von ein, zwei und drei TByte. Damit ist eine Einstiegskonfiguration bereits mit 20 TByte verfügbar.

Intern ist dann eine Erweiterung auf 40 oder 60 TByte nur durch das Wechseln der Festplattentypen möglich. Die Expansion soll unterbrechungsfrei und linear auf insgesamt bis zu sechs PByte möglich sein. Dabei verspricht der Hersteller eine Durchsatzleistung von 950 MByte/s schreibend und 1,15 GByte/s lesend. Im Chassis verbergen sich zudem die CPU, der ECC-Cache mit 48 GByte und die Netzwerkkomponenten. Für den Cache hält das System ein Batteriebackup bereit, das in jedem Chassis verbaut ist. Dadurch gewährleistet nicht nur eine Batterie die Ausfallsicherheit. Das Gerät verfügt über einen Linuxkernel und das Betriebssystem »PanFS«. Das Betriebssystem ist auch für den RAID-Schutz zuständig. Als RAID-Schutz kommt das so genannte »ObjectRAID« zum Einsatz. Dies wurde für parallele Operationen optimiert. Es funktioniert auf File-Basis und ist integraler Bestandteil des Betriebssystems. Dabei verwendet das Activestor horizontalen (bladebasierten) Paritätsschutz sowie vertikale (diskbasierte) Paritätsverarbeitung, damit Mediafehler vermieden und die Drive-Zuverlässigkeit sowie die Performance optimiert werden. Ebenso soll dieser Datenschutz Leistungseinbußen wie beispielsweise bei RAID 6 eliminieren und gleichzeitig schnellere Wiederherstellungen ermöglichen.

Die Switch-Module enthalten ein 10-Gbit/s-Ethernet-Interface oder vier 1-Gbit/s-Ethernet-Schnittstellen. Ein Netzwerk-Failover ist allerdings nur optional zu erhalten. IT-Manager, die das als Standard verbaut haben möchten, müssen auf den Modellbruder »ActiveStor 12« zurückgreifen. Das gilt auch für eine Hochverfügbarkeits-Link-Aggregation. Zusätzlich zu den Netzwerk-Ports lassen sich pro Director-Blade zwei 10-Gbit/s-Ethernet-Interfaces integrieren. Weitere Systemsicherheit bieten die redundanten Netzteile und Lüfter.

Das Management erfolgt über ein zentrales GUI oder ein Command Line Interface. Das System unterstützt die Protokolle NFS (v3), CIFS, NDMP, SNMP, LDAP, ADS sowie das herstellereigene »DirectFlow parallel NFS«.

Fazit

Durch die Blade-Architektur bietet das Parallel-NAS von Panasas ein Scale-Out-NAS, das in Performance und Kapazität je nach Bedarf mitwachsen kann. Das Besondere im Gegensatz zu anderen Speichersystemen, die im HPC-Umfeld zum Einsatz kommen, ist, dass Einstiegskonfigurationen von 20, 40 oder 60 TByte in einem Chassis möglich sind. Durch das eigens entwickelte RAID sollen zum einen die Performance und der Datenschutz gewährleistet sein, zum anderen soll es auch schnellere Zeiten bei einem Rebuild ermöglichen. Selbst mit kleinen Kapazitäten erhalten Unternehmen hohe Leistungswerte und müssen nicht erst im dreistelligen TByte-Bereich auf hohe Performance hoffen. Eine Konfiguration mit 60 TByte kostet 90.000 US-Dollar, 40 TByte sind ab 65.000 US-Dollar erhältlich. Darin enthalten ist allerdings lediglich eine einjährige Basis-Garantie, drei Jahre gibt es nur optional.

Kurzinfo

Hersteller: Panasas, EMEA Headquarters

7200 The Quorum

Oxford Business Park North

Garsington Road

Oxford OX4 2JZ

Tel. +44 (0) 1 86 59 20 16 0

Fax +44 (0) 1 86 59 20 02 7

E-Mail: emeainfo@panasas.com

Web: www.panasas.com

Direkter Link zum Produkt: Activestor 11 

Preis: 65.000 US-Dollar (40 TByte), 90.000 US-Dollar (60 TByte)

Garantie: 1 Jahr

Technische Details

Speicherkapazität min/max: 20 TByte/6PByte

Max. Datendurchsatz schreibend: 950 MBste/s

Max. Datendurchsatz lesend: 1,15 GByte/s

Anzahl Festplatten min./max.: 20/1100 (Storage-Blades)

Unterstützte Festplattenformate: 3,5-Zoll-SATA mit 1-, 2, oder 3-TByte

Konfigurationsoptionen pro Modul: 1+10 (director- + storage-blade); 2+9 (director- + storage-blade)

ECC Cache: 48 GByte

Anzahl Netzwerk-Switch-Module: 1 (2x optional)

Netzwerkanschlüsse: 1x 10-Gbit/s-Ethernet oder 4x 1-Gbit/s-Ethernet (zusätzlich sind 2x 10-Gbit/s-Ethernet-Interfaces pro director-Blade möglich

Redundante Komponenten: Netzteile (950 Watt)

Hotswapfähige Komponenten: Laufwerke, Netzteile

Plus

+ kleine Startkonfiguration möglich

+ optimiertes RAID

+ Scale-out-NAS

Minus

- unterdurchschnittliche Garantie

Kommentare (2)

12.07.2011 - ubr

Vieln Dank für diesen Hinweis. Natürlich sollte hier auch kurz das Unternehmen umrissen sein. Allerdings handelt es sich hier nicht mehr um ein Start-up, das große Unsicherheiten aufweist bzw. nicht vertrauenswürdig ist. Gegründet wurde die Firma bereits 1999 von Dr. Garth Gibson and Dr. William Courtright. Sie arbeiten seitdem konstant daran, ihr Betriebssystem PanFS für parallele Operationen zu optimieren. Im Jahr 2004 wurde dann das erste System mit Blade-Architektur auf den Markt gebracht. Mittlerweile erkämpft sich Panasas stetig den Marktüber einzelne Branchenfelder, beispielsweise Öl- und Gas-Industrie, Energiebereiche, Biowissenschaften oder Behörden. Der Europäische Markt macht derzeit 18-20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Panasas wird aber hier stärker investieren, um auch diesen Markt zu erweitern. Für das Jahr 2010 gab das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 42 Prozent an, ohne genaue Summen anzugeben.
Die Firma arbeitet mit Resellern zusammen, wie zum Beispile Dell oder auch BSI, Paragon und transtec.
Ich hoffe, das hilft weiter.
Beste grüße,
Ulrike Rieß

12.07.2011 - Giesbert

Ich finde es richtig gut, dass auch Produkte von weniger bekannten Herstellern vorgestellt werden. Wie ich finde sollte, dann aber auch diese Firma eingeschätzt werden. Speziell bei HPC kann man seine Big Data doch nicht einfach einer No-Name-Firma anvertrauen. Vielleicht lässt sich sowas künftig berücksichtigen.
Vielen Dank und, ansonsten weiter so.