15.10.2015 (eh)
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Vmworld Barcelona – kaum Neues zum Dell/EMC-Deal

Dell übernimmt EMC – und diese Ankündigung bringt den Vmware-Kurs mächtig unter Druck, da Vmware-Anteile zur Refinanzierung verkauft werden sollen (Grafik/Quelle: Onvista)Dell übernimmt EMC – und diese Ankündigung bringt den Vmware-Kurs mächtig unter Druck, da Vmware-Anteile zur Refinanzierung verkauft werden sollen (Grafik/Quelle: Onvista)Es war die Bomben-News schlechthin, die unmittelbar vor Eröffnung der VMware-Hausmesse »VMworld Europe 2015« in Barcelona eintraf: Der IT-Konzern Dell will EMC übernehmen. Zum EMC-Unternehmenskreis gehören auch der Virtualisierungsmarktführer Vmware und Pivotal. Der Transaktionswert beträgt gigantische 67 Milliarden US-Dollar – Rekord in der weltweiten Wirtschaftsgeschichte.

Im Rahmen des Giganto-Deals fällt Vmware eine besondere Rolle zu. Denn EMC hält derzeit rund 80 Prozent der Anteile, und Vmware bringt einen stattlichen Börsenwert von knapp 29 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Da sich Dell refinanzieren muss, sollen mehr als 50 Prozentpunkte an Vmware abgegeben werden, sodass Dell-EMC später nur noch 20 bis 30 Prozent an Vmware halten. Sowas drückt natürlich auf den Börsenkurs: Seit der Ankündigung am Montag verlor die Vmware-Notiz weit über zwölf Prozent, was immerhin mehr als drei Milliarden US-Dollar an Wertverlust bedeutet.

Und so kam alles zusammen bei den Keynotes an den ersten beiden Tagen: Das Vmware-Management wollte sicherlich etwas sagen – durfte es aber zum einen nicht so richtig, weil man sich eben in einer »Quiet Period« befindet, und zum anderen wirkte man etwas säuerlich angesichts einer Milliarden-Werteinbuße an der Börse.

Dell-EMC-Ökosystem soll profitieren

Da man aber doch etwas sagen musste – schließlich waren rund 10.000 Besucher nach Barcelona gereist, die etwas erwarteten –, kamen letztendlich nicht mehr als Allgemeinplätze heraus. Dell-Chef Michael Dell wurde in einer Video-Botschaft zugespielt; er betonte, dass man nun die einmalige Chance habe, einen der größten IT-Infrastrukturkonzerne zu zimmern, was für Kunden und das Dell-EMC-Ökosystem nur Vorteile hätte. Vmware-COO Carl Eschenbach übernahm schließlich nochmals die Erklärungsaufgabe, und betonte, dass sich für Kunden und Partner nach dem Deal nichts ändern werde. Vielmehr erweitere sich das Vmware-Ökosystem, da Dell auch schon bislang Partner war, und Dell nun eben ein engerer Partner werde. Davon sollten auch weitere Partner profitieren.

Auch, dass andere IT-Größen, wie IBM oder HP, nun zu konkurrierenden Hypervisor-Technologien wechseln könnten, wurde wegargumentiert. Hier mit dem Hinweis, dass bei der seinerzeitigen Vmware-Übernahme seitens EMC argwöhnt wurde, dass man EMC-Konkurrent NetApp verlieren könnte – im Gegenteil aber Netapp weiter mit Vmware zusammenarbeitete, und sehr davon profitiert habe.

Vmware-CEO Pat Gelsinger ging am zweiten Tag in seiner Keynote überhaupt nicht auf den Dell-EMC-Deal ein – das lässt tief blicken, wie sehr ihn die Sache anscheinend nervt.

Angesichts des Mega-Mergers gerieten Technologie- und Produktneuheiten fast etwas ins Hintertreffen. Aber nur fast – speicherguide.de wird in den nächsten Tagen intensiver darauf eingehen. Seien Sie gespannt – und schauen Sie öfters vorbei.

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