20.10.2016 (eh)
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Vmware bringt »Virtual SAN 6.5« mit iSCSI-Unterstützung

  • Inhalt dieses Artikels
  • »Two-Node Direct Connect« braucht keine Router bzw. Switches
  • 5.000 Kunden setzen bislang auf Virtual SAN

Zwei neue Haupt-Features für »Virtual SAN 6.5«, und die nächste Version wird schon als Beta angekündigt (Bild: Vmware)Zwei neue Haupt-Features für »Virtual SAN 6.5«, und die nächste Version wird schon als Beta angekündigt (Bild: Vmware)Eher evolutionär als revolutionär ist die neue Version 6.5 der Storage-Virtualisierungslösung »Virtual SAN« (VSAN) von VMware anzusehen. Die im Februar dieses Jahres vorgestellte Version 6.2 war mit der Einführung von Hyperkonvergenz-Möglichkeiten doch ein größerer Wurf, wogegen die soeben auf der »VMworld Europe 2016« in Barcelona vorgestellte neue Version »Virtual SAN 6.5« vor allem zwei Feature-Verbesserungen bringt.

Da wäre zum einen die neue Unterstützung für iSCSI. Dies ermöglicht die Darstellung von Virtual-SAN-Storage als iSCSI-Target für externe physische Workloads, darunter geclusterte Anwendungen wie Microsoft-SQL-Server mit Failover-Clustering auf einer begrenzten Anzahl von physischen Servern. »Kunden kamen mit dieser Anforderung auf uns zu, denn sie haben zugleich virtuelle und alte Applikationen laufen«, erläutert Michael Haag, Product Line Marketing Manager Storage & Availability bei Vmware, im Gespräch mit speicherguide.de. »Mit iSCSI können wir jetzt einfach mehr Anforderungen abdecken.«

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»Two-Node Direct Connect« braucht keine Router bzw. Switches

»Virtual SAN« ist elementares Bestandteil der Cross-Cloud-Architektur, die Vmware nach der Kooperationsankündigung mit Amazon AWS verfolgt (Bild: Vmware)»Virtual SAN« ist elementares Bestandteil der Cross-Cloud-Architektur, die Vmware nach der Kooperationsankündigung mit Amazon AWS verfolgt (Bild: Vmware)Zweite bedeutende Feature-Neuheit ist »Two-Node Direct Connect«. Aufgrund dieser neuen Funktion fällt die Notwendigkeit weg, zwischen Virtual-SAN-Systemen an ROBO-Standorten Router bzw. Switches zu installieren. Die ROBO-Funktionalität gab es zwar vorher auch schon, aber dies jetzt ohne Router bzw. Switches umsetzen zu können, senkt eben doch die Infrastruktur-Kosten. »Die können jetzt pro Standort zwischen 15 und 20 Prozent sinken«, rechnet Haag vor. Und dadurch, dass nun auch ROBO-Standorte Features wie Deduplizierung, Erasure-Coding und Kompression einsetzen könnten – alles Features, die in Version 6.2 eingeführt wurden –, kämen laut Haag Gesamtkostenersparnisse von bis zu 30 Prozent und mehr zusammen.

Zu den weiteren, eher kleineren Neuheiten, zählen von Container Support über »VMware vSphere Integrated Containers«. Neu sind auch REST APIs und Expanded PowerCLI, die die Reaktionsgeschwindigkeit durch Automatisierung auf Enterprise-Niveau erhöhen sollen – und damit auch für Cloud-ähnliche Flexibilität bzw. Verwaltung in Virtual-SAN-Umgebungen sorgen sollen. Neu ist auch, dass es eine 512e-Emulation für 512-Byte-Festplattenlaufwerke gibt. Heißt: Es können nun modernere Festplatten mit 4-KByte-Sektorgrößen angesprochen werden, die aber gegenüber der Applikation wie eine Festplatte mit 512-Byte-Sektorgröße aussehen. Immer noch sind anscheinend viele Teile der Hard- und Software-Welt noch nicht auf Festplatten mit 4-KByte-Sektoren vorbereitet. 512e Hard Disk Drives und Solid State Drives (SSDs): Dank emulierter können Laufwerke mit hoher Kapazität unterstützt werden.

Noch im Laufe des vierten Quartals 2016 will VMware das »Virtual SAN Standard Edition«-Paket aktualisieren. Bedeutendste Neuheit laut Haag: Es sollen praktisch alle grundlegenden All-Flash-Konfigurationen unterstützt werden.

5.000 Kunden setzen bislang auf Virtual SAN

Zweifelsohne ein Erfolg: »Virtual SAN« wird mittlerweile von mehr als 5.000 Kunden eingesetzt (Bild: Vmware)Zweifelsohne ein Erfolg: »Virtual SAN« wird mittlerweile von mehr als 5.000 Kunden eingesetzt (Bild: Vmware)Parallel kündigt Vmware das neue Zertifizierungsprogramm »VMware Ready for vSAN« an. Damit sollen Kunden einen qualifizierten Lösungspartner schneller ausfindig machen können. Dell EMC, NetApp und Nexenta sind die ersten File-Service-Partner dieses Programms. Commvault, Veritas, Veeam und Dell EMC zählen zu den ersten Data-Protection-Partnern des Programms. In nächster Zeit sollen weitere Partner zum neuen Ökosystem dazustoßen.

Darüber hinaus kündigt Vmware »vSphere Virtual Volumes 2.0« an, das durch Funktionalitäten wie nativen Support für die Array-basierte Replikation und geschäftskritische Anwendungen wie Oracle-Datenbanken mit Real Application Clusters (RAC) erweiterte Einsatzmöglichkeiten für große Unternehmen bietet.

Virtual SAN scheint jedenfalls ein Erfolg zu sein. Yanbing Li, Senior Vice President und General Manager, Storage and Availability Business Unit von Vmware, führte in ihrer Keynote auf der VMworld aus, dass seit der Einführung vor etwas mehr als drei Jahren mittlerweile rund 5.000 Kunden die Lösung einsetzten. Eine Beta der nächsten Version – momentan noch ohne Versionsnummer – sei in wenigen Wochen verfügbar.


Vmware-Managerin Yanbing Li erläutert »Virtual SAN 6.5«

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