28.11.2013 (eh)
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OCZ Technology wird wohl in den USA Insolvenz anmelden

  • Inhalt dieses Artikels
  • Einstieg ins Enterprise-Flash-Segment gelang nicht richtig
  • Abkommen mit Toshiba ist weit gediehen, aber immer noch nicht final
Einstieg von OCZ ins Enterprise-Flash-Segment – hier die PCIe-Karte »Z-Drive R4« – gelang nicht schnell genug (Bild: OCZ Technology)
Einstieg von OCZ ins Enterprise-Flash-Segment – hier die PCIe-Karte »Z-Drive R4« – gelang nicht schnell genug (Bild: OCZ Technology)
Rückläufige Umsätze und Marktanteile, und parallel steigende Verluste – der SSD-Hersteller und Flash-Spezialist OCZ Technology hat die Kurve nicht mehr geschafft, und musste gestern bekannt geben, dass man wohl in Kürze in den USA Insolvenz anmeldet. Mit Toshiba, die auch Investor in OCZ sind, ist man sich indes ziemlich einig, dass Toshiba größere Unternehmensteile herauskauft. Toshiba war einer der größten Zulieferer der Flash-Chips für OCZ.

OCZ war zunächst eine Marktgröße bei Consumer-SSDs. Doch mit dem Markteintritt von immer mehr Mitspielern sanken die Margen. Man entschloss sich, in das höhermargige Enterprise-Segment einzusteigen. Man übernahm sogar dazu Sanrad, einen Spezialisten für Flash-Caching- und Virtualisierungs-Software, für 15 Millionen US-Dollar.

Einstieg ins Enterprise-Flash-Segment gelang nicht richtig

OCZ kündigte mit Toshiba-Hilfe beispielsweise Enterprise-PCIe-Flash-Karten an. Aber der Markt ist hier ebenfalls stark umkämpft. Konkurrenten wie Fusion-io drücken auch hier auf die Preise, auch wenn die Margen tatsächlich höher sind. Mit dem verspäteten Einstieg hatte man aber in diesem Segment kein Startup-Image mehr, OCZ kam kaum an größere Investoren-Gelder.

Schließlich nahm man Kredite zur Wachstumsfinanzierung bei der Hercules Technology Growth Capital auf. Vermutlich anscheinend zu ungünstigen Konditionen – denn als das OCZ-Management feststellen musste, dass man diverse Marktmeilensteine nicht erreichte, bekam das Finanzunternehmen Zugriff auf die OCZ-Konten, und sicherte sich die verbliebenen Cash-Anteile.

Abkommen mit Toshiba ist weit gediehen, aber immer noch nicht final

Und dies just während den Verhandlungen mit Toshiba über einen ohnehin geplanten Einstieg. Das OCZ-Management geht davon aus, dass das Abkommen mit Toshiba so oder so zustande kommt, aber nun eben mit ungünstigeren Vorzeichen. Endresultat werde aber ebenfalls so oder so eine Insolvenzanmeldung ein, die wohl kurzfristig stattfinden dürfte. Sollte das Abkommen mit Toshiba nicht zustande kommen, werde der Insolvenzantrag unverzüglich kommen, anschließend werde die Firma abgewickelt. Das Abkommen mit Toshiba sähe vor, dass OCZ als Firma weitergeführt werden könnte, und dass auch mehr oder weniger alle Mitarbeiter an Board bleiben könnten.

Die OCZ-Aktie kollabierte nach diesen News gestern an der US-Börse Nasdaq um 75 Prozent.

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