14.04.2016 (eh)
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HPE überrascht mit Persistent Memory in neuen Proliant-Servern

  • Inhalt dieses Artikels
  • Persistent Memory in Form von 8-GByte-NVDIMM-Modulen
  • Persistent Memory verlangt nach Ökosystem mit Softwarefirmen
  • Neue »ProLiant Gen9«-Server brauchen trotzdem noch SSDs

Persistant Memory: Das 8-GByte-NVDIMM-Modul ist ein Zwitter aus DRAM und Flash (Bild: HPE)Persistant Memory: Das 8-GByte-NVDIMM-Modul ist ein Zwitter aus DRAM und Flash (Bild: HPE)Der IT-Konzern Hewlett Packard Enterprise (HPE) stellt die brandneuen Server »ProLiant Gen9« vor. Und parallel überrascht HPE mit einer neue Speichertechnologie: Sie nennt sich »Persistent Memory«, und ist eine Art DRAM mit integriertem Flash. Vorteil: Die Zugriffsgeschwindigkeit ist DRAM-ähnlich sehr hoch, und Daten bleiben dank Flash-Technologie bei Stromausfall erhalten. Insgesamt ermöglicht Persistent Memory damit eine höhere Anwendungs-Performance. HPE will mit der Storage-Neuheit seine Kunden auf den Pfad zum »Memory-Driven Computing« bringen.

Persistent Memory ist ein Storage-Hybrid-Modul; praktisch umgesetzt bedeutet es im Fall von HPE 8-GByte-NVDIMM-Module, also Non-Volatile DIMMs. Diese Technologie beschleunigt Datenbanken und Analytics-Umgebungen und ist damit ideal für Anwendungen, für die traditioneller Speicher zum Flaschenhals wird. HPEs 8-GByte-NVDIMM-Module wurde nach dem Industriestandard NVDIMM-N in Kooperation mit den Standardisierungsgremien JEDEC und SNIA entworfen. Enthalten ist eine Notstromzufuhr durch die HPE-Smart-Storage-Battery, die im Falle eines Stromausfalls bis zu 16 NVDIMMs beim Transfer von Daten aus dem DRAM- in den Flash-Speicherbereich in Betrieb hält.

Persistent Memory in Form von 8-GByte-NVDIMM-Modulen

So reiht sich NVDIMM in die Geschwindigkeitsklassen ein (Bild: Micron Technology)So reiht sich NVDIMM in die Geschwindigkeitsklassen ein (Bild: Micron Technology)HPE verspricht durch den Einsatz von Persistent Memory eine viermal schnellere Verarbeitung von Datenbanktransaktionen. Die IOPS-Zahl (Eingabe- und Ausgabe-Operation) soll sogar um bis zum Faktor 30 steigen. Die Latenzzeit der NVDIMMs soll indes im Bereich weniger Nanosekunden liegen. Preislich kommt ein solches Modul auf rund 900 US-Dollar. Ein im Server-Umfeld übliches 8-GByte-RDIMM-Modul kommt laut HPE hingegen nur auf 250 US-Dollar.

DRAM wird von Anwendungen und Entwicklern als Block-Storage angesprochen. DRAM-Module sitzen jedoch am Memory-Bus, um die Latenz gegenüber vergleichbaren Systemen, die am PCI-Bus angeschlossen werden, zu verringern. Persistenz heißt in diesem Zusammenhang, dass eine zweite Schicht langsamerer NAND-Flash-Speicher geschaffen wird.

Persistent Memory verlangt nach Ökosystem mit Softwarefirmen

Geschwindigkeitsvergleich: NVDIMMs gegen SAS-SSDs und PCIe-Beschleunigerkarten (Bild/Quelle: HPE)Geschwindigkeitsvergleich: NVDIMMs gegen SAS-SSDs und PCIe-Beschleunigerkarten (Bild/Quelle: HPE)Mit der neuen Speichertechnologie alleine ist es freilich nicht getan. Die integrierte Software muss die NVDIMMs auch ansprechen können. HPE arbeite deshalb mit Anbietern von Betriebssystemen und Applikationen zusammen, um ein Software-Ökosystem für Persistent Memory zu schaffen und die Implementierung der neuen ProLiant-Server zu vereinfachen. Unter anderem soll es bereits Kooperationen mit Microsoft, Red Hat, Suse und Hortonworks geben.

HPE ist freilich kein Halbleiterhersteller, auch wenn man in Halbleitertechnologien forscht. Wie wir hören, wurden die NVDIMMs zusammen mit dem Halbleiterhersteller Micron Technology entwickelt, der sei auch herstellt. Auf dem Persistent-Memory-Sektor sind noch weitere Unternehmen unterwegs; das bekannteste Beispiel dürfte SanDisk mit ihrer »ULLtraDIMM«-Entwicklung sein.

Neue »ProLiant Gen9«-Server brauchen trotzdem noch SSDs

Die neuen ProLiant-Server basieren auf den neue Intel-Prozessoren »Xeon E5-2600 v4«; dieser unterstützt bis zu 22 Kerne und Speichergeschwindigkeiten von bis zu 2.400 MT/s. Damit sollen sie um bis zu 25 Prozent schneller sein als die Vorgängergeneration.

Trotz den NVDIMMs werden auch noch NVMe-SSDs in den Servern eingesetzt; sie bieten bis zu 2 TByte Speicherplatz in einem flexiblen Paket. Dazu gehört »Express Bay« für frontalen Zugriff auf Laufwerke, die für wichtige Anwendungen bestimmt sind, wie etwa die Verarbeitung von Online-Transaktionen, Business-Intelligence oder Big-Data-Analysen.

Die neuen HPE-Proliant-Gen9-Server sollen ab sofort noch ohne NVDIMMs verfügbar sein. Die brandneuen NVDIMMs sollen dann im Laufe des Mai erhältlich sein.


Persistant Memory: Riecht und schmeckt wie DRAM, gewürzt mit Flash

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