10.08.2020 (Peter Marwan)
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Container: Deutsche Firmen stehen noch am Anfang

  • Inhalt dieses Artikels
  • Fehlendes Know-how und Sicherheitsbedenken
  • Einsatzbereiche für Container-Technologie
  • Bevorzugte Bereitstellungsmodelle und Container-Technologien
  • Die Rolle von Dienstleistern

Über zwei Drittel der IT-Verantwortlichen in Deutschland gehen davon aus, dass Container-Technologie in absehbarer Zeit ein fester Bestandteil ihrer Anwendungsentwicklung und -bereitstellung wird. Gründe dafür sind die Skalierbarkeit, die Möglichkeit, Container einfach zu- und abzuschalten, die hohe Zuverlässigkeit und das einfache Deployment, so das Ergebnis einer Studie von Techconsult im Auftrag des IT-Dienstleisters Cronon.

Auch die Corona-Pandemie forciert das Interesse an Container-Technologie: Dazu gehören die standortunabhängige Verfügbarkeit von Business-Anwendungen sowie die schnelle Bereitstellung neuer Applikationen respektive Funktionen in Unternehmen. Für die Studie hat Techconsult 200 IT-Verantwortliche und 50 Software-Entwickler aus privaten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland mit mindestens 50 Mitarbeitern befragt.

Die genannten Aspekte sprechen nach Ansicht von jeweils deutlich über 80 Prozent der Befragten für den Einsatz der Container-Technologie. Für Software-Entwickler spielt zudem die Portabilität eine wichtige Rolle. Sie motiviert 88 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe, sich mit der Technologie zu beschäftigen. Bei IT-Entscheidern ist es dagegen eher die Ressourcen-Effizienz. Sie nannten 80 Prozent von ihnen als Grund, sich mit Containern zu beschäftigen.

Während 33% der befragten Unternehmen bereits Container einsetzen, planen weitere 44% derzeit die Einführung einer solchen Lösung (Grafik: Techconsult/Cronon).Während 33% der befragten Unternehmen bereits Container einsetzen, planen weitere 44% derzeit die Einführung einer solchen Lösung (Grafik: Techconsult/Cronon).


Fehlendes Know-how und Sicherheitsbedenken

Allerdings klafft eine Lücke zwischen dem hohen Interesse und dem Umfang, in dem Container in Unternehmen tatsächlich eingesetzt werden. Erst in einem Drittel der Unternehmen gehören Container aktuell bereits zur IT-Infrastruktur. Weitere 44 Prozent der Unternehmen planen die Nutzung. Aus den Ergebnissen der Studie geht auch hervor, warum das so ist: 38 Prozent der Teilnehmer fehlt das erforderliche Know-how, 35 Prozent haben Sicherheitsbedenken.

»Die Umfrageergebnisse bestätigen unsere Wahrnehmung, dass viele Unternehmen beim Thema Container noch ganz am Anfang stehen und einen hohen Beratungsbedarf haben«, sagt Christian Müller, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Cronon. »Sie wünschen sich speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittene Lösungen, die auch Sicherheits- und Netzwerkaspekte berücksichtigen und mit denen sie erst einmal Erfahrungen sammeln können«, fasst Müller zusammen.

Einsatzbereiche für Container-Technologie

Die von Techconsult befragten deutschen Unternehmen setzen vor allem Docker und Linux-Container (LXC) ein (Grafik: Techconsult/Cronon).Die von Techconsult befragten deutschen Unternehmen setzen vor allem Docker und Linux-Container (LXC) ein (Grafik: Techconsult/Cronon).Neue Applikationen, die bereits für Container entwickelt wurden, wollen 47 Prozent der Unternehmen mit der Technologie nutzen. 32 Prozent planen die Entwicklung und Nutzung von Microservices und 22 Prozent setzen auf Container-Technologie als Backend für Mobile-Apps. Für Web-Applikationen setzen 50 Prozent der Befragten auf Container.

Knapp die Hälfte der Befragten möchte auch den Betrieb bestehender Anwendungen effizienter machen. Am häufigsten ist das bei Datenbanken (bei 52 Prozent der Befragten), Content-Management-Systemen (43 Prozent) sowie ERP- und CRM-Software (42 und 40 Prozent) beabsichtigt.

Bevorzugte Bereitstellungsmodelle und Container-Technologien

Container lassen sich On-Premises oder auf einer Cloud-Infrastruktur nutzen. Bei den befragten Unternehmen überwiegt die Container-Nutzung in hybriden Cloud-Umgebungen (49 Prozent). Auf On-Premises-Systeme zur Bereitstellung ihrer Container-Umgebung setzen 39 Prozent der Befragten. Sie geben Kontrolle und Flexibilität bei der Konfiguration der Container-Umgebung den Vorzug vor grenzenloser Skalierung. Für gehostete Private-Cloud-Lösungen haben sich 28 Prozent entschieden und für Public-Cloud-Angebote der Hyperscaler 24 Prozent. Managed-Kubernetes-Plattformen bei Service-Providern nutzen neun Prozent für den Betrieb ihrer Container-Anwendungen.

Die Open-Source-Software Docker ist die meistgenutzte Lösung im Container-Umfeld. Sie ermöglicht Bereitstellung, Isolierung und Verwaltung von Anwendungen. Die Software findet sich in 38 Prozent der befragten Unternehmen und wird von 46 Prozent der Software-Entwickler bevorzugt.

Linux Container (LXC) setzt rund ein Drittel der befragten Unternehmen zur containerbasierten Virtualisierung innerhalb des Linux-Kernels ein. Ein Viertel verwendet zur Einrichtung ihrer Container-Umgebung Openshift. Für die Verwaltung von Containern sind Docker Swarm (18 Prozent) und Kubernetes (17 Prozent) am weitesten verbreitet.

Der effizientere Betrieb bestehender Anwendungen ist beim Einsatz von Container-Technologie am häufigsten das Ziel (Grafik: Techconsult/Cronon).Der effizientere Betrieb bestehender Anwendungen ist beim Einsatz von Container-Technologie am häufigsten das Ziel (Grafik: Techconsult/Cronon).


Die Rolle von Dienstleistern

Knapp 57 Prozent der Befragten greifen für die Beschäftigung mit Container-Technologie auf die Unterstützung externer Dienstleister zurück. Nachgefragt werden neben Plattform- und Infrastruktur-Leistungen vor allem auch Security-Services sowie Beratungs- und Schulungsangebote. Fast drei Viertel der Unternehmen, die mit Dienstleistern zusammenarbeiten, haben diesbezüglich Bedarf.

Ziel ist es in der Regel, individuelle Lösungen zu entwickeln und schrittweise das erforderliche Know-how aufzubauen. Weitere 39 Prozent der  Befragten vertrauen bei Realisierung und Betrieb von Containern vollständig auf interne Ressourcen. Container komplett als Managed-Service nutzen lediglich fünf Prozent der Befragten.


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