Ayedo Edge Cloud als europäische Cloudflare-Alternative

Ayedo Edge Cloud als europäische Cloudflare-AlternativeAyedo erweitert seine Cloud-Plattform um eine eigene Edge-Infrastruktur für den sicheren und hochverfügbaren Zugang zu Anwendungen. Zum Start sind fünf Standorte in Deutschland aktiv. Der Anbieter positioniert das Angebot als europäische Alternative zu Cloudflare und stellt dabei Kontrolle über Netzwerk und Datenwege in den Mittelpunkt.

Für Unternehmen, die den öffentlichen Zugang zu Anwendungen nicht über einen US-Anbieter führen wollen, erweitert sich die Auswahl um eine deutsche Edge-Option. Ayedo Cloud Solutions stellt mit der Ayedo Edge Cloud eine vorgeschaltete Infrastruktur für Internet-Traffic bereit. Sie soll DNS, TLS, Layer-4- und Layer-7-Load-Balancing, Web Application Firewall (WAF), DDoS-Schutz und Health-Checks bündeln.

Technische Grundlage ist ein eigenes Autonomous System (AS). Zum Start betreibt der in Schwalbach ansässige Anbieter fünf aktive Points of Presence (PoPs) in Deutschland: einen in Hamburg, einen in Alsbach und drei in Frankfurt. Alle Standorte kündigen dieselben Anycast-Präfixe im Internet an. Damit kann dieselbe öffentliche IP-Adresse gleichzeitig über mehrere Standorte erreichbar sein.

Alle fünf PoPs arbeiten nach Anbieterangaben im Aktiv-Aktiv-Betrieb. Fällt ein Standort aus, sollen neue Verbindungen über die verbleibenden Standorte laufen, ohne zunächst ein Standby-System zu aktivieren oder DNS-Einträge zu ändern. Ayedo positioniert die Edge Cloud ausdrücklich als europäische Alternative zu Cloudflare und verbindet das mit dem Thema digitale Souveränität.

Anzeige

Anycast verteilt Zugriffe über mehrere Standorte

Bei Anycast wird dieselbe IP-Adresse von mehreren Standorten angekündigt. Welche Instanz eine Verbindung erreicht, entscheidet das Routing im Internet. Für die Edge Cloud bedeutet das: Der eingehende Traffic kann einen erreichbaren PoP nutzen, ohne dass Anwendungen bei einem Standortausfall auf eine geänderte DNS-Auflösung warten müssen.

Katrin Peter, AyedoKatrin Peter, Ayedo»Cloudflare galt für viele Unternehmen lange als praktisch alternativlos, wenn Anwendungen performant, hochverfügbar und geschützt aus dem Internet erreichbar sein sollten«, sagt Katrin Peter, Chief Marketing Officer bei Ayedo. »Wir wollen zeigen, dass das nicht so bleiben muss. Mit unserer Edge Cloud bauen wir eine leistungsfähige Alternative auf europäischer Infrastruktur. Digitale Souveränität darf nicht bedeuten, bei Technologie, Automatisierung oder Verfügbarkeit Abstriche machen zu müssen.«

Edge und Compute bleiben getrennte Schichten

Die Edge Cloud sitzt vor den eigentlichen Workloads. Die bestehende Compute Cloud stellt unter anderem Managed Kubernetes, Container-Workloads, Object-Storage, Registry, Observability und GitOps bereit. Die neue Edge-Schicht übernimmt dagegen den öffentlichen Traffic, bevor er die Anwendungen erreicht.

DNS, TLS, Loadbalancing, WAF, DDoS-Schutz und Health-Checks fasst Ayedo dabei zu einer gemeinsamen Verarbeitungskette zusammen. Edge und Compute müssen laut Produktseite nicht am selben Standort betrieben werden. Damit lässt sich die Eintrittsschicht unabhängig von der Platzierung der eigentlichen Workloads nutzen.

»Moderne Anwendungen beginnen für uns nicht mit dem ersten Pod im Kubernetes-Cluster«, meint Peter. »Bevor dort überhaupt Code ausgeführt wird, wurden bereits Entscheidungen über Routing, Verschlüsselung, Sicherheit, Verfügbarkeit und Lastverteilung getroffen. Deshalb gehört die Edge für uns zur Cloud-Plattform selbst – und nicht als nachträglich integrierte Sammlung externer Dienste davor.«

Souveränität soll auch die Netzwerkschicht umfassen

Mit dem eigenen Autonomous-System und der selbst betriebenen Edge-Infrastruktur zielt Ayedo auf Unternehmen, die Kontrolle über Routing, DNS-Zonen und Traffic-Pfade innerhalb Europas behalten wollen. Der Souveränitätsanspruch bezieht sich damit nicht nur auf den Standort der Compute-Ressourcen, sondern auch auf die vorgeschaltete Netzwerkschicht.

Für IT-Verantwortliche ist vor allem die Trennung der Schichten relevant: Anwendungen können auf Kubernetes- oder anderen Compute-Umgebungen laufen, während DNS, Loadbalancing und Schutzfunktionen an einer separaten Edge gebündelt werden.

Ayedo Edge Cloud: Preise und Verfügbarkeit

Die Ayedo Edge Cloud ist ab sofort verfügbar. Ein Loadbalancer in einer Shared Region kostet 49,95 Euro pro Monat. Enthalten sind 1 TByte Traffic und 10.000 Connections, zusätzlicher Traffic kostet fünf Euro pro TByte und Monat. Eine dedizierte Region mit eigenem Cluster beginnt bei 2.495,95 Euro monatlich.

Ayedo grenzt sich insbesondere bei Jurisdiktion, Preisstruktur und Bring Your Own IP (BYOIP) von Cloudflare ab. Cloudflare ist ein US-Unternehmen, unterstützt nach eigenen Angaben aber eine DSGVO-konforme Nutzung seiner Dienste. BYOIP steht bei Cloudflare ausschließlich Enterprise-Kunden zur Verfügung. Beim Preis ist ein direkter Vergleich schwierig, da Cloudflare Load Balancing als Add-on mit tarif- und nutzungsabhängigen Komponenten abrechnet.

Beim Thema Souveränität unterscheidet sich Ayedo strukturell von den genannten Wettbewerbern. Cloudflare, Akamai (Global Traffic Management und NodeBalancer) sowie AWS (Elastic Load Balancing mit Application Load Balancer und Network Load Balancer) gehören zu US-Unternehmen. Für die Bewertung digitaler Souveränität spielen deshalb neben dem CLOUD Act auch Zugriffsregelungen wie FISA Section 702 eine Rolle.

Weiterführende Links: