12.02.2014 (ubr)
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Atlantis Computing bringt In-Memory-Storage für VMs

  • Inhalt dieses Artikels
  • Ilio USX – Software-defined in Reinkultur
  • Fünf Möglichkeiten und ein Rechenbeispiel
  • Killer-Lösung für Hardware-basierte In-Memory- oder All-Flash-Angebote?
»ILIO USX« von Atlantis Computing
»ILIO USX« von Atlantis Computing
Startup Atlantis Computing zeigt mit »ILIO USX« (Unified Software-defined Storage) eine In-Memory Speicherlösung für virtuelle Umgebungen, die enorme Kosteneinsparung, Performance-Boost und Resourcen-Optimierung bringen soll. Dabei wird der bestehende Server-RAM als Storage-Tier für virtuelle Maschinen (VMs) bzw. für die heißesten Daten bereit gestellt. Damit lassen sich laut Herstellerangaben bis zu fünf Mal mehr virtuelle Maschinen einsetzen und eine höhere Leistung aus den Systemen ziehen. Die Lösung basiert auf der Ilio-Software für VDI-Optimierung, die bereits in der vierten Generation verfügbar ist.

Ilio USX – Software-defined in Reinkultur

Die USX-Software lässt sich in jeder x86-Umgebung einsetzen. Die einzige Einschränkung besteht in der »ESXi«-Kompatibilitätsliste der eingesetzten Hardware. Es operiert als virtuelle Storage-Appliance und nutzt wie gesagt lokale Memory-Ressourcen als primäre Speicherebene. USX fasst sämtlichen verfügbaren Speicher zusammen und verteilt die Daten entsprechend nach konfigurierten Policies. Dabei nutzt die Software jeglichen Speicher, sei es PCIe Flash, SSD oder Festplatten. Auch der Backend-Storage hinter dem VMware-Server können eingebunden werden, unabhängig ob dies nun Block- oder NFS-basierte Systeme sind. Alle USX-Server »reden« miteinander und replizieren gegenseitig Daten zur Datensicherheit. Damit die Aktiv-Aktiv-Hochverfügbarkeit gewährleistet werden kann, startet die kleinste Konfiguration mit drei Servern.

Optimierungspotenzial der USX-Software
Optimierungspotenzial der USX-Software
Die Software macht sich die hohe Performance des Ram zunutze und verarbeitet die Daten bevor sie gespeichert werden. Soll heißen, dass Deduplizierung, Kompression und I/O-Sequencing im Primärspeicher zum Einsatz kommen. Letztlich ist USX ein Objekt-Speicher, bei dem die Daten redundant in einem Cluster abgelegt sind. Dabei werden die wichtigen Metadaten nicht nur im Chip-Speicher vorgehalten, sondern auch auf persistenten Systemen, um einem bei einem RAM-Ausfall abgesichert zu sein. Die bislang größte Testumgebung bestand aus 256 Hosts, aber laut Atlantis Computing gibt es in der Skalierbarkeit kein Limit. Hier könnte ab einer bestimmten Installationsgröße die Echtzeit-Replikation zum Flaschenhals werden, was ein weiteres Cluster beheben kann.

Fünf Möglichkeiten und ein Rechenbeispiel

Mit der Ilio USX Software lassen sich laut Hersteller fünf verschiedene Installationsszenarien aufbauen:

  • Ein Hybrid-Array, das Server-RAM und NAS- oder SAN-Storage nutzt, um die Performance zu verbessern und die Anzahl der VMs zu erhöhen.
  • Ein konvergentes System, das von jedem Server den RAM, Flash und SAS- oder SATA-Platten verwendet und zu einer integrierten Speicher- und Compute-Plattform vereint.
  • Ein All-Flash-Array, das jegliche Kombination von verteiltem und lokalem Flash nutzt, um die Flash-Kapazität auf das bis zu Fünffache zu vergrößern.
  • Redundanter, In-Memory RAM-basierter Speicher.
  • Persistenter Speicher: RAM-basierter Storage, der auf verteiltem Speicher repliziert wird.

Als Beispiel für die Effizienz, die USX bringen soll, gibt Atlantis Computing ein Beispiel anhand der neuen IBM Server-Generation mit ULLtraDIMMs an. Hier verfügt die x6-Server-Architektur über 2 TByte an RAM und 19 TByte an Flash auf DIMM (ein Rebrand des SanDisk/Diablo-Produkts) sowie 60 Cores und 96 DIMM-Slots. Mit USX sollen dann aus den 19 TByte ganze 60 TByte logischer Flash-Speicher werden. Die Leistung einer solchen Konfiguration liegt angeblich bei 3,7 Millionen IOPS, 4,6 Millionen Transaktionen pro Minute sowie einer Latenzzeit von 0,6 ms. Kein Wunder, dass Atlantis den Markt der Datenbank-Nutzern, Hadoop-Anwender und anderen transaktionsreichen Umgebungen ins Auge fasst. Allerdings wird es bei Preisangaben schon schwieriger. Das Unternehmen lizensiert auf Kapazitäts- sprich TByte-Basis. Als Vergleich gab uns das Unternehmen allerdings ein Transaktions-basiertes Beispiel. Hierbei würden für rund 1,75 Millionen Transaktionen etwa 120.000 US-Dollar anfallen, während der IT-Manager für ca. drei Millionen Transaktionen bei Großanbietern wie IBM dann gleich fünf Millionen US-Dollar los würde.

Killer-Lösung für Hardware-basierte In-Memory- oder All-Flash-Angebote?

Bedienoberfläche USX
Bedienoberfläche USX
Ilio USX sieht auf den ersten Blick vielversprechend aus und könnte durchaus ein Killer-Argument werden, sich Hardware-basierte In-Memory-Lösungen oder All-Flash-Systeme ins Haus zu holen. Atlantis Computing ist relativ neu in diesem Markt unterwegs, in dem sich andere wie beispielsweise Hybrid-Anbieter Tegile, Nimble Storage oder Tegile bereits tummeln. Auch VMware sagt, sie können ein solches Pooling umsetzen und dann würde USX eher von der Vmware-Installation profitieren und nicht umgekehrt. Und auch Fusion-IO offeriert eine VM beschleunigende Appliance. Hier sind also offene, technikbegeisterte und interessierte Unternehmen gefragt, sich in Tests selbst ein Bild zu machen. Letztlich kann nur das Spielen auf eigenem Terrain genaue Resultate zeigen. Bei angegebenen Einsparpotenzialen von 50 Prozent und einer Verfünffachung der Ressourcenauslastung sollte sich ein Test lohnen.

Kommentare (2)
13.02.2014 - ubr

Auf den ersten Blick scheint das so. VMware sagt, dass diese Software auch eher von den Funktionen des eigenen Ressourcen-Poolings profitieren würde. Genauere Auskünfte haben wir nicht erhalten, befassen uns aber weiter mit dem Thema und werden hierzu noch eine Antwort nachliefern.
Herzliche Grüße,
die Redaktion

13.02.2014 - StoAdmin

Ich habe immer Probleme damit zu verstehen, warum eine zusätzliche Funktion auf den VMware Hosts sinnvoll ist. Die zusätzlich notwendigen Lizenzen für VMware sprechen doch glatt dagegen. Vielleicht kann mir das jemand erklären?


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