27.10.2014 (eh)
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 PtC:  Storage-Software auf dem Weg zu Open-Source?

  • Inhalt dieses Artikels
  • »OpenStack« und »Ceph« bahnen sich ihren Weg
  • Mehr Storage-Lösung auf Open-Source werden kommen
  • Von Software-defined Storage zu Software-defined Networking
  • Proprietäre Protokolle kontra Open-Source

Die Ceph-Storage-Architektur (Bild: Inktank)Die Ceph-Storage-Architektur (Bild: Inktank)Die Entwicklungen bei Cloud-Services, Mobility, Big Data und Analytics, Social-Networking und spezialisierte Internetangebote werden immer bedeutender. Aus Storage-Sicht rollt dadurch eine wahre Datenlawine auf Rechenzentren zu, vor allem auf Cloud-Rechenzentren. Und wenn es in den PByte-Bereich geht, dann steht jetzt schon fest: klassische Storage-Architekturen wie beispielsweise RAID kommen zunehmend an ihre Grenzen.

Massiv skalierbare (Storage-)Infrastrukturen sind also gefragt. Denn neben dem Einsatz von skalierbaren und hochverfügbaren Storage Architekturen für Mission-Critical-Umgebungen etabliert sich ein Trend in Rechenzentren hin zu Ressourcen in der Cloud.

»OpenStack« und »Ceph« bahnen sich ihren Weg

In der Open-Source-Welt bahnen sich gerade unter anderem zwei Entwicklungen hier ihren Weg. Dies ist zum einen »OpenStack«: eine extrem skalierbare Open-Source-Plattform zum Betrieb einer Cloud. Die Software eignet sich für eine kleine private Clouds aus wenigen Servern ebenso wie für eine Public-Cloud auf Amazon-Niveau.

Und zum anderen gibt es »Ceph«, ein Open-Source-Cluster-Dateisystem für Linux, mit denen sich Standard-Server-Hardware zu Storage-Clustern verbinden lassen. Diese halten die Daten redundant bereit und lassen sich leicht erweitern. Vor allem mit Openstack oder bei der Linux-Virtualisierung wird Ceph oft eingesetzt. Ceph vereint Object-, Block- und File-Storage, ist also sozusagen echtes Unified-Storage. Der Drang hin zu Ceph ist so groß, das Red Hat vor einem halben Jahr Inktank für 175 Millionen US-Dollar übernahm; Inktank ist das Unternehmen hinter Ceph, .

Mehr Storage-Lösung auf Open-Source werden kommen

Logo »Powering the Cloud« (Bild: CloserStill Media)Logo »Powering the Cloud« (Bild: CloserStill Media)speicherguide.de geht deshalb davon aus, dass auf der morgen beginnenden Powering the Cloud-Konferenz (PtC; früher SNW, Storage Networking World) in Frankfurt OpenStack und Ceph einen größeren Diskussionsraum einnehmen wird. So ließ bereits Fujitsu letzten Monat durchblicken, dass man an Storage-Appliances mit Ceph arbeite. Gut möglich, dass die Entwicklung nun ankündigungsreif ist.

Übrigens: Auf der PtC ist speicherguide.de mit einem Vortrag vertreten. Bei uns geht es um um neue und zukünftige Storage-Technologietrends. Ceph und Software-defined Storage (SDS) ist hier natürlich eines von mehreren Aspekten. Wenn Sie unserer Präsentation (in deutscher Sprache) folgen wollen: Am Dienstag, den 28. Oktober 2014, findet sie um 15.30 Uhr im Vortragsmodul »Speicherinnovationen« statt.

Von Software-defined Storage zu Software-defined Networking

Und wenn das Thema schon Open-Source ist, dann betrifft dies natürlich ebenfalls die Netzwerkindustrie. Treiber ist hier beispielswiese die Open Networking Foundation (ONF), eine Non-Profit-Organisation für die Beschleunigung der Akzeptanz eines offenen Software-defined Networking (SDN).

»Ich prognostiziere, dass Open-Source-Software 2015 nicht nur der legitime, sondern der erwünschte Weg zu Netzwerkstandards wird. Hersteller sehen Open-Source-Software als Möglichkeit, Entwicklungskosten für Funktionen zu senken, die ihre Produkte nicht bedeutungsvoll unterscheiden«, ist sich Dan Pitt, Executive Director der ONF, sicher. »Netzbetreiber werden damit beginnen, Open-Source-Software direkt oder indirekt einzusetzen oder sie durch eigene Projekte weiterzuentwickeln. Anhänger alter Netzwerkstandards mögen dies unnatürlich finden, aber wir sollten heute alle wissen, dass die Technologie schnell voranschreitet und wir uns entweder weiterentwickeln oder aussterben.«

Proprietäre Protokolle kontra Open-Source

Diese Voraussage hat laut Pitt zwei wichtige Aspekte: »Zum einen werden Netzbetreiber den Wert von SDN erkennen und nicht nur den von Network-Virtualization oder Network-Functions-Virtualization (NFV), die beide ihren potenziellen Wert ohne ein darunterliegendes SDN nicht entfalten können. Zweitens werden Netzbetreiber und einige Unternehmen beginnen, herstellerspezifische Lösungen, die als SDN angepriesen werden, zu durchschauen, weil sie in Wirklichkeit proprietäre Protokolle enthalten, die zu einer Herstellerabhängigkeit führen, und in vielen Fällen nicht einmal die physikalische Separierung von Forwarding und Kontrolle einschließen.«

Wenn so viele Betreiber wie heute neue Netze auf der grünen Wiese mit SDN entwickeln, dann haben sie eine tolle Möglichkeit, ein wirklich offenes SDN zu verlangen. »Viele Hersteller«, postuliert Pitt, »sind darauf vorbereitet, andere nicht, und das wird ihre Fähigkeit, um das Geschäft mit cleveren Betreibern zu konkurrieren, im nächsten Jahr und in den folgenden nachteilig beeinflussen.«

Der Kampf der nächstes Jahre wird also heißen: Proprietäre Protokolle gegen Open-Source. Die Cloud hat die Thematik angestoßen. Insofern war die Umbenennung der bisherigen »Storage Networking World« (SNW) in »Powering the Cloud« möglicherweise mehr als folgerichtig und trendsetzend.

Anmelden mit speicherguide.de-Promocode

Falls Sie sich kurzfristig noch zu einem Besuch der PtC entschließen wollen: Interessierte Endanwender und Channel-Partner können sich mit dem speicherguide.de-Promo-Code P12M14 kostenlos anmelden. Eine Anmeldung ermöglicht überdies kostenlosen Zugang zur parallel stattfindenden Veranstaltung »Data Centre World Germany«.

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