10.03.2015 (eh)
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Gastkommentar: d!conomy – Unternehmen müssen mutiger sein

  • Inhalt dieses Artikels
  • Gastkommentar von Sabine Bendiek, EMC und Bitkom
  • Viele Unternehmen ohne direkten Kontakt zum Endkunden
  • Bilden Sie Think-Tanks! Und suchen Sie Partner!

Anläßlich der bevorstehenden CeBIT und des CeBIT-Mottos »d!conomy« erläutert Sabine Bendiek, Geschäftsführerin bei EMC Deutschland und Mitglied des Hauptvorstands Bitkom, warum ihrer Meinung nach der Mittelstand immer noch zu wenig tut, um die Geschäftsmodelle für die digitale Transformation und Industrie 4.0 fit zu machen.

Gastkommentar von Sabine Bendiek, EMC und Bitkom

Sabine Bendiek, Geschäftsführerin, EMC DeutschlandSabine Bendiek, Geschäftsführerin, EMC DeutschlandDie herrschende Meinung, Deutschlands Unternehmen verschliefen die digitale Transformation und Industrie 4.0, ist so nicht richtig. Es gibt Vorreiter, die schon sehr gut aufgestellt sind – das sind etwa zehn Prozent der Unternehmen. Die großen Automobilkonzerne gehören zum Beispiel dazu.

Sorgen muss sich vor allem der Mittelstand machen, der aus verschiedenen Gründen nicht so vorwärts kommt, wie er müsste. Das größte Problem ist: Der Mittelstand investiert zu wenig. In der Breite haben mittelständische Unternehmen heute immer noch große Schwierigkeiten, ihr Geschäftsmodell an die Umwälzungen anzupassen, die durch die digitale Transformation entstehen.

Doch der Druck kommt nicht nur von außen: Vielfach wollen Fachabteilungen bereits Projekte auf Grundlage digitaler Technologien treiben, aber in den IT-Abteilungen sind keine Investitionen geplant.

Viele Unternehmen ohne direkten Kontakt zum Endkunden

Gleichzeitig verschwimmen auch die Grenzen zwischen den traditionellen Märkten und Branchen: Unternehmen werden es zukünftig mit ganz neuen Marktteilnehmern zu tun haben. Diese bislang unbekannten Wettbewerber können Startups oder auch Hightech-Unternehmen sein, die in neue Märkte vordringen. Sie haben erkannt, dass immer mehr Menschen online sein werden, online arbeiten, stets Zugriff auf Informationen haben und globale soziale Netzwerke nutzen.

Mit dieser Lebensweise und den daraus entstehenden Bedürfnissen werden auch diejenigen deutschen Unternehmen konfrontiert, die heute keinen so direkten Kontakt zum Endkunden haben. Zukünftig erwartet ein Unternehmenskunde vielleicht, den Betriebsstatus seines gesamten Maschinenparks mit einem Knopfdruck analysieren zu können.

Bilden Sie Think-Tanks! Und suchen Sie Partner!

Unternehmen sollten jetzt drei Dinge tun: Erstens Think-Tanks bilden aus IT, Fachabteilungen, Marketing und Geschäftsführung, die Ideen für zukünftige Geschäftsmodelle und Dienstleistungen entwickeln. Zweitens Partner aus der IT-Branche suchen, die über ausreichende Referenzen verfügen. Sie können von ähnlichen Projekten auch aus anderen Branchen lernen. Und Drittens die Kosten für den Bestandserhalt der IT-Landschaft mit Cloud-Technologien senken und die so freigesetzten Ressourcen in die Projekte ihrer Think-Tanks lenken.

Die technologische Infrastruktur und die Standards für die Vernetzung, Datenspeicherung, Datensicherheit und Datenanalyse sind da. Was noch fehlt, ist die Bereitschaft, Geschäftsmodelle schnell und grundlegend zu verändern. Um von der digitalen Transformation und Industrie 4.0 profitieren zu können, müssen Unternehmen mutiger sein.

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