09.09.2020 (Michael Baumann)
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Splunk-Studie: Deutsche Unternehmen bei Big-Data gut gerüstet?

  • Inhalt dieses Artikels
  • Die dunkle Seite der Ohnmacht: Dark-Data
  • Deutsche Unternehmen glauben sich vorbereitet, aber…
  • Globale Ergebnisse im Überblick
  • Einige Branchen sind besser vorbereitet als andere

Nur 14 Prozent der Unternehmen sind auf das Datenzeitalter vorbereitet. Von den unvorbereiteten 86 Prozent geben nur 8 Prozent an, dass sie die Vorbereitung noch rechtzeitig abschließen werden (Quelle: Splunk).Nur 14 % der Unternehmen sind auf das Datenzeitalter vorbereitet (Quelle: Splunk).Der Big-Data-Verarbeiter Splunk, ein hierzulande manchen wenig bekannter Anbieter, hat Führungskräfte aus Business und IT zu Fragen des Datenwachstums befragt. Erstaunliche 57 Prozent befürchten, dass ihr Unternehmen diesem nicht Schritt halten können wird. In Deutschland, so die Studie, spürt über die Hälfte zwar die Datenwelle, bereitet sich jedoch schon aktiv darauf vor oder sind bereits gewappnet.

Vor dem Hintergrund unseres großen Online-Themenkongress »Storage: Große Datenmengen speichern und verwalten« (14. - 16. September 2020), haben wir uns international zum Thema umgeschaut. Diverse Vorträge werden natürlich dieses Thema aufgreifen und mit uns erörtern.

Splunk verdient sein Geld mit der Cloud-basierten Big-Data-Analyse-Plattform Data-to-Everything. Und das offenbar nicht so wenig: Mit rund 5.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar bei einem Wachstum von rund 50 Prozent im Vergleich zum Abrechnungsjahr davor, ist Splunk kein Leichtgewicht im Bereich Big-Data.

So liegen der Datenerhebung, durchgeführt durch das Marktforschungsinstitut TRUE Global Intelligence, mehr als 2.200 Datensätze von Firmenvertretern unter anderem aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, den USA, China und Australien zu Grunde. Die Studie trägt den Titel »Das Datenzeitalter hat begonnen. Sind Sie bereit?«.

Demnach erwarten zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten, dass sich allein die Datenmenge bis 2025 nahezu verfünffachen wird. Führungskräfte erkennen die große Chance dieses explosiven Datenwachstums und halten Daten für äußerst oder sogar sehr wertvoll für den Gesamterfolg (81 Prozent), die Innovationskraft (75 Prozent) und die Cybersicherheit (78 Prozent) ihrer Unternehmen.

Die dunkle Seite der Ohnmacht: Dark-Data

Dennoch berichten 66 Prozent der Befragten weltweit, dass mindestens die Hälfte ihrer Unternehmensdaten Dark-Data seien, also unerschlossene, ungenutzte oder völlig unbekannte Daten. Das ist ein zehnprozentiger Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Für Doug Merritt, Präsident und CEO von Splunk, hat das Datenzeitalter begonnen: »Wir können jetzt anhand konkreter Zahlen belegen, dass Daten weltweit und branchenübergreifend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Diese neue Studie zeigt, dass Unternehmen zwar den Wert von Daten verstehen, jedoch mit der Aufgabe überfordert sind, sich auf die vielen Chancen und Risiken einzustellen, die diese neue Realität mit sich bringt. Es gibt grenzenlose Möglichkeiten für Unternehmen, die bereit sind, schnell zu lernen, sich anzupassen, neue Technologien einzuführen und das Potenzial der Daten zu nutzen.«

Deutsche Unternehmen glauben sich vorbereitet, aber…

Die Studienergebnisse aus Deutschland zeigen, dass Unternehmen hierzulande bis zum Jahr 2025 mit einem 4,5-fachen Anstieg der Datenmenge rechnen. Über die Hälfte der 250 Befragten (44 Prozent Mittelstand, 56 Prozent Großunternehmen) gibt an, dass das Datenvolumen bereits jetzt so schnell ansteigt, dass ihr Unternehmen derzeit nicht mit der Entwicklung Schritt halten kann.

Grad der Vorbereitung auf das Datenzeitalter (Quelle: Splunk)Grad der Vorbereitung auf das Datenzeitalter (Quelle: Splunk)


Jedoch seien die Aussichten, dies in Bälde zu können, nicht schlecht. Das ergäben weitere Ergebnisse aus Deutschland:

  • Positive Prognose: 86 Prozent erklären, dass ihre Unternehmen sich bereits gezielt zukunftssicher aufstellen, um für die kommende Datenwelle gewappnet zu sein. Nur 19 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass es in ihrem Unternehmen eine große Verunsicherung diesbezüglich gibt. 41 Prozent verspüren hingegen keinerlei oder nur eine geringe Verunsicherung.
  • Optimismus: Es zeigt sich eine generell positive Grundeinstellung: Fast drei Viertel der Unternehmen hierzulande sind überzeugt davon, dass sie die Flut von Daten erfolgreich meistern werden. Nur die Befragten aus China sind mit 96 Prozent noch positiver eingestellt.
  • Dark-Data: 55 Prozent schätzen, dass es sich bei mindestens um die Hälfte ihrer Unternehmensdaten um Dark-Data handelt. Die Mehrheit der Befragten sieht die Gründe dafür in der Technologie oder den technischen Prozessen – beides Gründe, die durch ein optimiertes Datenmanagement und neue Software-Lösungen behoben werden könnten.
  • Chancen: Darüber hinaus begreifen 71 Prozent der Befragten die Datenwelle auch als Chance, sich proaktiv mit Dark Data in ihrem Unternehmen auseinanderzusetzen. 62 Prozent der deutschen Unternehmen gehen dieses Problem bereits an: Sie versuchen, der Datenwelle einen Schritt voraus zu sein, indem sie Dark-Data identifizieren und nutzbar machen.
  • Hindernisse für wichtige Technologien: Die sechs wichtigen Zukunftstechnologien KI, 5G, Blockchain, IoT, AR/VR, Edge-Computing stoßen in Deutschland hauptsächlich auf strukturelle Hindernisse.
    Am häufigsten werden Mangel an Fachpersonal, Schwierigkeiten beim Identifizieren von Dark-Data, Schwierigkeiten bei der Verwaltung und Nutzung von Daten und mangelndes Technologieverständnis als Gründe genannt.
  • Unterschiede je nach Branche: Nach Schätzung der befragten Deutschen sind verschiedene Branchen unterschiedlich gut aufgestellt, um von der Datenwelle profitieren zu können, angeführt vom Finanzsektor (57 Prozent), der Fertigungsbranche (45 Prozent) und dem Gesundheitswesen (27 Prozent). Der öffentliche Sektor ist am wenigsten auf den Anstieg des Datenvolumens vorbereitet.

Globale Ergebnisse im Überblick

Die Studie ergab darüber hinaus, dass Länder wie die USA und China, die als Technologieführer gelten, eher optimistisch bezüglich ihrer Fähigkeit sind, die Chancen des Datenzeitalters zu nutzen.

  • 83 Prozent der chinesischen Unternehmen bewerten den Einfluss neuer Technologien optimistisch und bereiten sich auf ein schnelles Datenwachstum vor. Der weltweite Durchschnitt liegt bei nur 47 Prozent.
  • 59 Prozent der Führungskräfte aus den USA vertrauen auf ihre Fähigkeit, sich auf ein schnelles Datenwachstum vorzubereiten und sind daher zumindest einigermaßen zuversichtlich. 
  • In Frankreich geben 59 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen niemand über die Auswirkungen des Datenzeitalters spricht.
  • In Japan erklären 67 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen Mühe habe, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Das sind mehr als im globalen Durchschnitt (57 Prozent).
  • Die Führungskräfte aus dem Vereinigten Königreich nutzen neue Technologien noch in geringem Umfang, sind jedoch optimistisch, was deren Einsatz in der Zukunft betrifft. 19 Prozent geben an, dass sie gegenwärtig KI/ML-Technologien nutzen. 58 Prozent erklären, dass sie diese Technologien in naher Zukunft nutzen werden.

Einige Branchen sind besser vorbereitet als andere

Die Studie gibt teilweise Aufschluss über den branchenübergreifenden Einsatz neuer Technologien:

  • Branchenübergreifend hat das Internet of Things (IoT) die meisten aktuellen Nutzer (allerdings nur 28 Prozent), 5G hat die wenigsten Nutzer und weist mit 2,6 Jahren die kürzeste Implementierungs-Timeline auf. 
  • Bei fünf der sechs untersuchten Technologien ist die Finanzbranche bezüglich der aktuellen Entwicklung von Use-Cases führend. Der Einzelhandel rangiert bei den meisten Technologien an zweiter Stelle, hinkt jedoch beim Einsatz von KI beachtlich hinterher. 
  • 62 Prozent der Unternehmen im Gesundheitswesen erklären, dass mindestens die Hälfte ihrer Daten Dark Data sind. Zudem haben sie Mühe, ihre Daten zu verwalten und zu nutzen. 
  • Der öffentliche Sektor hinkt beim Einsatz neuer Technologien hinterher.
  • In der Fertigungsbranche prognostizieren mehr Führungskräfte als in jedem anderen Sektor ein Ansteigen des Datenvolumens (78 Prozent). 76 Prozent erwarten, dass der Wert von Daten weiter steigen wird.

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