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17.06.2013 (Hubert Speicherwischer)
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NSA – mein National Storage Array

*** Blog von Hubert Speicherwischer, Querdenker ***

Vermutlich haben Sie auch in den letzten Tagen staunend mitgelesen und erfahren, dass die USA alles Digitale auf der Welt mithört, abspeichert und aufzeichnet. Doch der Aufdeckung des Abhörskandals rund um das NSA-Projekt »Prism« kann ich sogar Gutes abgewinnen. Denn wenn ich weiß, dass eine Institution/Organisation alles speichert, was in der Welt digital herumgeschickt wird, dann muss man sich das zunutze machen.

Ob Sie es glauben oder nicht – ich bin schon seit Jahren der Meinung, dass die USA ohnehin alles aufzeichneten. Technisch war und ist es möglich – und seit 9/11 und dem anschließendem »Patriot Act« sind die dort drüben so schizophren geworden, dass NSA und Prism einfach ein logischer Schritt daraus sind. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Öffentlichkeit davon erfuhr.

Mein persönliches National Storage Array

Und was macht unsereinermeiner, der der Meinung ist, dass die NSA ohnehin schon längst alle E-Mails, Telefonate und sonstiges aufzeichnet? Ich füttere die NSA richtig fleißig – heißt, ich gebe ihnen was zum Speichern. Ich benütze sie als mein persönliches National Storage Array, als letzte Backup-Bastion sozusagen.

Denn beruflich muss ich ziemlich wichtige Dokumente kreieren: Kalkulationen, Präsentationen, Business-Pläne, Vertragsentwürfe – halt alles, was so in einer normalen Firma anfällt. Und vor allem: Es sind Dateien, die garantiert nicht verloren gehen dürfen. Also hab ich mir kostenlose E-Mail-Accounts bei Google (US-Unternehmen!) und bei Yahoo (US-Unternehmen!) mit nichtssagenden Fantasienamen eingerichtet. (Die beiden Unternehmen bieten Accounts mit Speicherplatz zum Erbrechen, find ich toll.) Und nun schicke ich die wirklich wichtigen Dokumente von einem Fantasie-Account zum anderen, einfach so.

In den E-Mail-Text kopier ich immer Sätze aus Werken von Goethe oder Schiller. Ich denke, die NSA verzweifelt, weil sie nicht weiß, wie sie die Dokumente einschätzen soll. Auf jeden Fall haben sie Arbeit. Ach ja, hin und wieder mache ich mir einen Spaß, und schicke auch einen Virus von einem Account zum anderen. Dann sind in diesem Fall im E-Mail-Text noch ein paar spezielle Code-Wörter drin – damit ich weiß, dass dieses E-Mail wirklich absoluter Nonsense ist, und ich nicht versehentlich den Anhang aufmache.

Verdammt – wo ist der NSA-Helpdesk?

Okay, ich geb eines zu: Sollten mal wirklich alle Stricke reißen, und tatsächlich der Daten-Gau bei mir eintreten – die Nummer vom NSA-Helpdesk hab ich noch nicht erforscht. Aber noch – Gottseidank – ist der grausame Fall der Fälle bei mir nicht eingetreten. Aber Sie müssen doch zugeben: Daten sind bei mir aufm Firmen-PC, sind in unserem Rechenzentrum plus Backup (mein Administrator ist da ganz stolz drauf), und zusätzlich bei Google, Yahoo und NSA. Da kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?

Und wenn schon ich mir das NSA zunutze mache – warum nicht auch unser Staat? Da lese ich doch grad in der Zeitung, dass wieder eine Diskussion um unsere Vorratsdatenspeicherung aufflammt. Irgendwelche Polizei-Oberen fordern sie wieder. Da sag ich nur: Liebe Leute, die Vorratsdatenspeicherung brauchen wir hierzulande doch gar nicht! Die NSA hat doch schon alles!

Vorratsdatenspeicherung – brauchen wir nicht mehr, wir haben die NSA

Also, liebe Bundes- und Landes-Kriminaler, hebt doch bitte endlich den Telefonhörer ab, und fragt mal auf dem kleinen Dienstweg beim FBI oder CIA an, wer wann mit wem telefoniert hat. Und ihr kriegt nicht nur die Verbindungsdaten, sondern auch noch das mitgeschnittene Gespräch mitgeliefert.

Okay, okay, NSA sagt, Gespräch wird nur mitgeschnitten, wenn gefährliche Code-Wörter drin sind. Aber, mal ehrlich – glaubt das jemand wirklich? Nun gut, meine geschätzte speicherguide.de-Mitschreiberin Ulrike Rieß meint dazu in ihrem Blog letzte Woche: »Ich verweise aber erneut darauf, dass nur Verbindungen und nicht deren Inhalt dokumentiert wurden.« Nun ja, da darf jeder seine Meinung dazu haben…

Fakt ist jedenfalls: Die NSA und Prism sind da. Und die speichern alles wie die Weltmeister, einfach weil’s technisch machbar ist. Im Netz gibt es eben nicht nur Facebook-Freunde und Joyclub-Bumser, sondern eben auch Schnüffler und NSA-Spanner. Und wir müssen uns auch damit abfinden, dass das unumkehrbar ist. Selbst wenn Barack Obama irgendwann mal an die Öffentlichkeit träte, und meinte, Prism würde abgeschaltet – ich wette, es gibt außerhalb der NSA irgendwo ein Backup… ;-)

Mit herzlichsten Prism-Grüßen
Hubert Speicherwischer

P.S.: Falls jemand die Nummer vom NSA-Helpdesk kennt – er darf sie hier gerne vorsorglich posten.



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