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10.06.2012 (eh)
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Was ist Backup? – ein iPhone-Erlebnis

Gelegentlich passieren Sachen im Leben, da denkt man, man ist im falschen Film. Als schreibendes Mitglied eines Storage-Portals wie speicherguide.de bin ich natürlich tagtäglich mit Speichertechnologien und Bedürfnissen wie Backup konfrontiert. Das wissen auch alle meine Familienmitglieder. Man sollte Backup machen, ich hab mich selber schon gefreut, dass ich es hatte, als ich es mal brauchte, usw. usw. usw.

Und trotzdem ist nun einem meiner Familienmitglieder der hässliche Effekt eines dramatischen Datenverlusts passiert. Vor allem sollten jetzt alle Apple-iPhone-Anwender aufmerksam lesen, was eigentlich nicht passieren sollte, aber wohl trotzdem passiert.

Bei einem iPhone 4 hatte die einzige Taste auf der Frontseite ihren Geist aufgegeben. Klar, die wird – im Gegensatz zu anderen Smartphones – überdurchschnittlich häufig gedrückt, weil man damit alles macht. Also ab damit zum Mobilfunk-Shop. Händler riet richtigerweise: Bitte noch mal nach Hause gehen, an PC anschließen, Backup machen – weil bei Reparatur kann was schiefgehen.

Kleiner Fehler – ganz große Auswirkung

Getan wie empfohlen. iPhone an Notebook angeschlossen, iTunes sprang an – und rödelte erst mal ein paar Stunden. (Denn das iPhone war seit Inbetriebnahme nie mehr am PC.) Aber irgendwann mal war es fertig. Dann wieder zum Händler, der schickte es nun an den Reparaturservice.

Nach etwas mehr als einer Woche kam Anruf von Händler: iPhone abholen. Aber, Überraschung: Reparatur war irgendwie zu aufwändig, zurück kam ein funkelnagelneues Gerät. Was nun tun? »Kein Problem«, sagte der Händler. Man müsse nur zuhause an den PC anschließen, dann den Button »aus Backup wiederherstellen« drücken, dann dauere es sicherlich etwas, aber dann hätte man wieder »sein iPhone« mit all den persönlichen Daten und Umgebungen.

Getan wie empfohlen. iPhone an Notebook angeschlossen, iTunes sprang an – und machte erst mal ein Backup des funkelnagelneuen Geräts, auf dem, außer den Aktivierungsdaten wie iTunes-ID, Passwort etc., noch gar nichts drauf war.

Wo ist der verdammte Button »aus Backup wiederherstellen«?

Okay, nun war man also bereit fürs Backup. Doch nun begann ein Daten-Dilemma, das selbst mich als einen mit Backup nicht gerade Unerfahrenen zum Verzweifeln brachte. Zunächst: Der Button »aus Backup wiederherstellen« war einfach nicht auffindbar. (Er verbirgt sich hinter der völlig unsinnigen Bezeichnung »Geräte«, wobei aber die rechte Maustaste gedrückt werden muss. – Seit wann kennt Apple eigentlich eine rechte Maustaste?)

Nun gut, irgendwann – ich schreibe hier mal nicht, wie lange es tatsächlich gedauert hat; es war auf jeden Fall deprimierend – haben wir also diesen Button gefunden. (Er heißt übrigens wirklich »aus Backup wiederherstellen«, auch wenn das iTunes-Hilfesystem auf »Aus Sicherungskopie wiederherstellen« besteht.) Doch was bekamen wir nun angeboten? Ein Zurückspielen des Backups von dem ganz neuen Gerät, das man vor ein paar Stunden erstmals anschloss. Keine Option eines früheren Backups….

Was soll ich sagen? Die Adrenalin-Schübe und Schweiß-Ausbrüche in meiner Familie seither sind Legenden. Trotz eines Dreiviertelstunden-Anrufs bei der Apple-Hotline, mehrfaches Hin- und Herrennen zum Mobilfunk-Händler inklusive iPhone und Notebook – das eigentlich gewünschte Backup bleibt auch nach einer Woche intensivster Suche unauffindbar.

Verdammt noch mal: Was ist Backup?

Mehrfach bekam ich von meinem Familienmitglied die aggressive Frage gestellt: Was ist Backup? Warum macht man das überhaupt, wenn’s nicht funktioniert?

Mittlerweile wurde das iPhone ganz normal in Betrieb genommen. Und Tonnen von Daten werden nun zähneknirschend neu eingegeben. Aber das wird Monate dauern. Auf dem vorherigen Gerät waren schließlich die Daten eines mobilen Büros von drei Jahren Laufzeit.

Natürlich beschwor ich mein Familienmitglied, ab jetzt das iPhone wöchentlich an den PC anzustecken, damit die Backup-Funktion anspringt, und damit so ein Datendesaster nicht wieder passiert. Entwaffnende Antwort: »Ich schließe das Gerät nie nie nie mehr wieder an einen Computer. Dein komisches Backup hat meine Daten zerstört.« Aus. Punktum. Ende Diskussion.

Vom Apple-Jünger zum Apple-Feind in zwei Wochen

Ich muss zugeben, ich hatte kein Gegenargument, auch wenn es nicht »mein komisches Backup« war. So wurde aus einem Apple-Enthusiasten innerhalb von zwei Wochen ein ganz großer Apple-Feind. Der Spaß am iPhone ist Geschichte. Beim Konfigurieren des neuen iPhones wurde übrigens auch gefragt, ob man iCloud aktivieren will. Daraufhin wurde ich – als vermeintlicher Bescheidwisser – gefragt: »Was ist dieses iCloud?« Meine Antwort: »Das ist eine noch neuere Art, um Backup…..« Weiter kam ich nicht. Der Finger flutschte sehr schnell und deutlich sichtbar auf die Funktion »iCloud deaktivieren«.

Ich weiß – Apple-Profis, die hier mitlesen, werden sich vor Grinsen nicht mehr halten können. Aber das inhärente Problem des Vorfalls ist der Anspruch, den Apple mit seinem Marketing verbreitet: Alles soll angeblich ganz easy und problemlos sein – vor allem für völlig unbedarfte Anwender. Es gibt übrigens Statistiken, dass rund 43 Prozent aller iPhone-Benutzer ihr Gerät nach dem erstmaligen Aktivieren nie mehr an einen PC angeschlossen haben. Das war vermutlich seinerzeit beim Mobilfunk-Händler, wo sie es kauften. Hier bahnt sich ein großer Feindes-Pool an, wenn es Apple nicht schafft, diese Horden an iPhone-Anwendern vernünftig an Datensicherung zu gewöhnen. Denn sie alle werden mal an den Rand des Datenverlusts kommen – spätestens beim Wechsel zu einem neueren Gerät.

Und das sei jedem iPhone-Anwender deshalb mit auf den Weg gegeben: Es ist im Fall der Fälle des Datenverlusts eben doch nicht so easy, wie es die Reklame gerne verbreitet.

Kleiner Backup-Ratgeber für unbedarfte iPhone-Anwender

Und weil eben das Marketing extrem in die Irre führt, sollten deshalb unbedarfte iPhone-Anwender ein paar kleine Punkte, falls sie über diesen Blog stolpern, unbedingt tun:
? Das Häkchen aus der Funktion rausmachen, dass beim Anschluss eines iPhones sofort das Backup anspringt. Dann werden nämlich nicht unsinnige Backups produziert, und möglicherweise frühere wichtige Backups überschrieben. Kleiner Komfort-Nachteil freilich: Sie müssen Ihr Backup jetzt jedes Mal händisch anstoßen.
? Wer die Backup-Funktion von iTunes nutzt: gelegentlich mal das Zurückspielen der Daten üben! (Und diesen Rat kennen natürlich auch professionelle Storage-Administratoren. Denn auch Profis können ein Lied davon singen, was beim Recovery alles schiefgehen kann.)
? iTunes-ID, Passwort und damit verknüpftes E-Mail auf separatem Zettel notieren. (Wer kennt noch sein Passwort, wenn er seit einem Jahr keine App mehr heruntergeladen hat?)

Herzlichts
Ihr Engelbert Hörmannsdorfer
(Sie sind anderer Meinung? Dann diskutieren Sie unten unter »Kommentar schreiben« mit. Ist ja schließlich ein Blog....)

Kommentare (2)
15.06.2012 - ben-schwarz

Wie im Artikel richtig steht: Das ganz große Problem ist die Erwartungshaltung, die Apple verbreitet: alles ganz simpel und problemlos. Dagegen spricht, dass die Help-foren weltweit überlaufen von Problem beim Backup von iPhone & Co.....

13.06.2012 - unex

Mein Beileid.
Das ist einer der Gründe, warum ich damals den Jailbreak bevorzugt habe. Um vom idotischen iTunes wegzukommen und die Datenbanken für Calender, SMS, etc. selber backuppen und wieder einspielen zu können.
Seit zwei jahren bin ich dann ganz weg von Apple, weil ich mich zu eingeschränkt gefühlt habe, aber das ist ein anderes Thema.
Ich finde es ebenfalls merkwürdig, dass Apple in diesem Fall ihre Backupstrategie total vernachlässigt. Schließlich drängt Apple den Nutzer extrem dazu andauernd auf die neuste iPhone-Generation gehen zu müssen und wenn dann die eigentlich simple Recoveryfunktion nicht die Daten vom letzten Gerät aufspielt, kann ich mir gut vorstellen, dass einige Leute schnell mal Gebrauch vom 14tägigen Rückgaberecht gebrauch machen.



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