18.03.2014 (eh)
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Concat Proof-of-Concept für TSM-as-a-Service ist fertig

Das vom Bensheimer Systemintegrator Concat konzipiert Konzept, EMC-Isilon-Storage-Systeme als Backup-Target für den TSM (Tivoli Storage Manager) zu verwenden, schreitet voran. Der Proof-of-Concept mit einem großen Kunden aus der Automobilbranche ist fertig, und wird Anfang April öffentlich vorgestellt. Stéphane Criachi von Concat und Karsten Boll von General Storage gaben speicherguide.de exklusiv vorab einen Einblick.

Auf dem »TSM Symposium« hat Concat im vergangenen Jahr die Lösung erstmals öffentlich vorgestellt. Was hat sich seither getan?

Stéphane Criachi, Solution Architect, Concat
Stéphane Criachi, Solution Architect, Concat
Criachi: Die von uns in Berlin vorgestellte Lösung hat großes Interesse bei den Besuchern ausgelöst. Parallel zum TSM-Symposium führten wir letztes Jahres einen umfangreichen PoC (Proof of Concept) bei einem sehr großen Kunden durch. Das Ziel war die Leistungsfähigkeit von Flash-Disk für TSM-Datenbanken/Logs und Isilon/OneFS für den Einsatz als TSM-Storagepool im Vergleich zur aktuell eingesetzten Lösung des Kunden zu verproben.
Dabei wurden folgende Anforderungen durch den Kunden an den PoC gestellt:
? Verprobung der Leistungsfähigkeit von Flash-Disk für TSM-Datenbanken/Logs und Isilon/OneFS für den Einsatz als TSM-Storagepool im Vergleich zur aktuell eingesetzten Lösung.
? Deutliche Reduktion der notwendigen Ressourcen für Strom, Klima und Stellfläche bei gleichzeitiger Erhöhung der Packungsdichte und Bereitstellung an nutzbarem Storage pro Höheneinheit,
? Maximierung der bereitgestellten IOPS pro used TByte für den Betrieb der TSM-DB/Logs sowie Durchsatz für Single-Stream und Parallelität in MByte/s des Sequential-TSM-Storagepools.
? Drastische Reduktion der Storage-Verwaltung und Change-Prozess für Erweiterungen.
? Lineare Skalierbarkeit für Anforderungen an IOPS und Durchsatz.
? Einfache Integration in die vorhandene hochverfügbare geclusterte TSM-Infrastruktur.
? Umsetzbares Betriebskonzept für die in Abhängigkeit stehenden Schnittstellen.

Und wie verlief der Proof-of-Concept?

Criachi: Mit dem PoC wurde die Grundlage geschaffen, die Lösung aus Kundensicht auf den Prüfstand zu stellen und zum zweiten allen Interessenten die Relevanz des PoC für ihre eigenen Anforderungen transparent zu machen. Der PoC war für den Kunden und uns ein großer Erfolg. Die Ergebnisse des PoC wird der Endkunde auf einer Veranstaltung am kommenden 1. April 2014 in Frankfurt vorstellen bzw. werden wir eine Live-Demo unserer Lösung durchführen. Mit der Veranstaltung sprechen wir alle TSM-Kunden an, die sich zu diesem Thema tiefergehend informieren möchten.

Jetzt dürfen Sie noch nicht sagen, wer der Referenzkunde ist?

Criachi: Nur so viel: Es ist ein sehr großes deutsches Unternehmen aus der Automobilbranche. Aber auf der Veranstaltung in Frankfurt dürfen wir Ross und Reiter nennen.

Sehen wir das richtig, dass mittlerweile in der Lösung auch der »General Storage Cluster Controller« (GSCC) und »dsmISI« von General Storage eine Rolle spielen?

Architektur des TSM-Storage-Pool im Verbund mit »dsmISI«, »General Storage Cluster Controller« und EMC Isilon »OneFS« (Bild: Concat)
Architektur des TSM-Storage-Pool im Verbund mit »dsmISI«, »General Storage Cluster Controller« und EMC Isilon »OneFS« (Bild: Concat)
Criachi: Das stimmt. Zum ersten Zeitpunkt der Implementation, und als wir letztes Jahr erstmals mit speicherguide.de sprachen, waren die Produkte von General Storage noch nicht so sichtbar. Doch wir stellten fest: Bei etlichen Kunden teilt sich die Infrastruktur für Rechenzentren, Netzwerke, Server, TSM und Storage meist auf entsprechende Fachbereiche für den Betrieb auf. Daher muss die von uns vorgestellte Lösung mit TSM und Isilon Antworten für ein umfassendes Betriebskonzept liefern. Insbesondere die übergreifende Schnittstelle für Netzwerk, Betriebssysteme und Protokolle (NFS/CIFS) wurde aus betrieblicher Sicht detailliert analysiert und dabei erkannt, dass hier erhebliche Optimierungspotenziale bestehen. Hier halfen uns die Lösungen und das Know-how von General Storage erheblich, um eine noch tiefere Integration von TSM mit der Isilon-Technologie zu entwickeln und zu ermöglichen. Damit wird zum einen die Anbindung von Unix/Linux an Isilon/OneFS drastisch optimiert, und zum zweiten das Betriebskonzept umfassend vereinfacht.

Was bewirken die Komponenten von General Storage genau?

Karsten Boll, Mitgründer, General Storage
Karsten Boll, Mitgründer, General Storage
Boll: Im Prinzip ist dsmISI als dynamisches Multipathing zu verstehen, welches zur Laufzeit der Write- oder Read-IOs immer den Netzwerk-Pfad mit der geringsten Latenz nutzt. dsmISI wird auf dem Betriebssystem Unix oder Linux als Daemon installiert, und kommuniziert fortan mit den angebundenen Isilon-Clustern und stellt automatisch NFS-Verbindungen zu allen Knoten her. Die angebundenen Betriebssysteme haben somit aktive NFS-Verbindungen zu allen Isilon-Knoten. dsmISI erkennt automatisch, wenn Isilon-Knoten ausfallen, aus dem Cluster entnommen oder zum Cluster hinzugefügt werden. Übernahmen bei Ausfall erfolgen transparent für TSM. Durch die dynamische Lastverteilung zur Laufzeit der Write- und/oder Read-IOs wird zudem immer eine gleichmäßige Auslastung alle Knoten des Clusters sichergestellt

Das hört sich fast nach mehr als nur redundantem Storage bzw. Backup-Speicher an….

Boll: Durch dsmISI muss im TSM-Server nur eine Device-Klasse mit einem Directory eingerichtet werden, während dsmISI im Hintergrund mit bis zu 144 Isilon-Knoten kommuniziert. Das Betriebskonzept wird somit für TSM massiv vereinfacht. dsmISI kann sowohl zur Anbindung von TSM an das Isilon-OneFS für den Einsatz als Storagepool als auch zur inkrementellen Sicherung vorhandener, anderweitig genutzter OneFS-Fileserver genutzt werden. dsmISI unterstützt TSM-Server in den Versionen 5, 6 und 7 unter Linux, AIX und Solaris sowie beliebig viele Isilon-Systeme.

Und was hat es mit dem »General Storage Cluster Controller« (GSCC) auf sich?

Boll: Der GSCC ist eine Hochverfügbarkeitslösung speziell für den IBM Tivoli Storage Manager Server. GSCC bildet dabei kein herkömmliches Server-Cluster, sondern ein Applikations-Cluster, das auf die Anforderungen von TSM-Servern zugeschnitten ist. Aufgrund der Ausrichtung der Lösung auf die Applikation können nicht nur Hardware-Ausfälle, sondern auch Funktionsfehler und logische Probleme der Applikation überwacht und gegebenenfalls behoben werden. GSCC behandelt einzelne TSM-Server-Instanzen als unabhängige Objekte, die auf einem der beteiligten Server in einer virtualisierten Ausführungsumgebung laufen. Bei Problemen beginnt GSCC zunächst lokal mit der Fehlerkorrektur. Sollte die lokale Behebung eines Fehlerzustandes nicht möglich sein, findet eine Übernahme des virtualisierten TSM-Servers auf ein anderes Server-System statt. Sämtliche zum Betrieb benötigten Komponenten – die TSM-Datenbank, IP-Adressen, SAN-Anbindungen usw. – werden mit übernommen, sodass die Übernahme für TSM transparent bleibt.

Und was ist hier die Besonderheit im Zusammenspiel mit Isilon-Storage?

Boll: Diese Lösung ist bereits seit Jahren bei vielen großen TSM-Kunden im Einsatz. Spannend im Zusammenhang mit Isilon-Storage ist GSCC vor allem, weil es dank der DB2-HADR-Option den Aufbau höchstverfügbarer TSM-Server-Umgebungen ermöglicht, ohne SAN-Storage und entsprechende Spiegelung der TSM-Datenbank über Volume-Manager oder SAN-basierte Spiegelungsmechanismen vorauszusetzen. Diese Option macht damit die hochverfügbare Anbindung von Außenstellen möglich, welche außerhalb der SAN Reichweite liegen.

Das heißt, ein SAN spielt nur noch eine sekundäre Rolle?

Boll: Der hauptsächliche, konzeptionelle Vorteil liegt in der Tat darin, dass mit der Kombination von GSCC und Isilon das SAN weder für Disk-Storage-Pools noch für die TSM-Datenbanken benötigt wird. TSM-Server können damit als schlanke, simple und kostengünstige Einheiten mit internem Flash-Speicher für die leistungshungrigen TSM-Datenbanken ausgestattet werden, ohne die Verfügbarkeit aufs Spiel zu setzen. Sie benötigen auch dank Isilon-Technologie keine sonstigen SAN-Anbindungen für Disk-Storage-Pools. Im Grunde wird das SAN in einem solchen Konzept nur noch für die Anbindung von Tape-Technologien benötigt, auf die wir in den allermeisten Umgebungen nicht verzichten würden. In der Kombination mit GSCC und Isilon wird TSM nicht nur dramatisch skalierbarer, flexibler und leistungsfähiger, sondern auch bezahlbarer und sicherer.

Criachi: All die Vorteile, welche GSCC bietet, stehen in Abhängigkeit der eingesetzten Storage-Plattform und deren Leistungsfähigkeit. Mit dsmISI und der perfekten Schnittstelle von EMCs revolutionärer Isilon-Technologie bzw. IBMs bewährter Tivoli-Storage-Manager-Software kommen die Stärken von GSCC vollends zum Tragen. Zusammenfassend können wir sagen: Im Sinne von TSM-as-a-Service ermöglicht das Lösungs-Konzept die Kosten für den Invest und den Betrieb zu senken, den Betrieb zu vereinfachen und die Services zu optimieren.

Was für ein Potenzial hat diese nunmehr mit General Storage erweiterte Lösung?

Criachi: Nach der ersten Ankündigung im vergangenen September starten wir nun die Markteinführung. Das Interesse hat deutlich zugenommen, was sich an der Resonanz auf unser geplantes Kundenforum am 1. April 2014 in Frankfurt widerspiegelt. Für die Markteinführung haben wir ein Projektteam von Spezialisten zusammengestellt, das eine erfolgreiche Umsetzung der Lösung sicherstellt. Dieses Team besteht aus Senior-Consultants für die konzeptionelle und kaufmännische Beratung, Projektsteuerung, für Isilon, TSM, Unix und Linux.

Vorstellung des Proof-of-Concept: Isilon als TSM-Storage-Pool
Am 1. April 2014 wird im Frankfurter Airport-Hotel Sheraton »SkyLoft« im Rahmen des TSM-Kundenforums der Proof-of-Concept mit Isilon-Storage als TSM-Storage-Pool vorgestellt. Themen sind hierbei unter anderem:
? Konzepte für das Backup von heute und morgen mit TSM und Isilon/One.
? Nahtlose Integration in komplexe TSM-Umgebungen mit DSMISI in OneFS.
? Hochverfügbarkeit und bessere Performance auch ohne SAN und über beliebige Entfernungen mit GSCC.
? Methoden zur Vorab-Analyse bestehender TSM-Umgebungen mit ActView.
? Optimiertes Backup von als Fileserver genutzten Isilon-Clustern mit TSM.
? Kundenvortrag: Integration von Isilon in TSM-Storage-Klassen-Konzept und PoC-Erkenntnisse.
Agenda, Anmeldung und weitere Infos zum TSM-Kundenforum