23.04.2015 (eh)
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Studie: Zu viele Anwender haben Datenverlust trotz Backup

  • Inhalt dieses Artikels
  • Backup-Fehlerquelle: unzureichende Richtlinien in Unternehmen
  • Magnetbänder – die Backup-Dinosaurier
  • Das Beste aus dem Backup herausholen

Selbst das beste Backup schützt nicht vor einem Datenverlust. Eine Umfrage des Datenrettungsexperten Kroll Ontrack ergab, dass 61 Prozent der Befragten schon mal einen Datenverlust plagte, obwohl es zum Zeitpunkt des Verlusts eigentlich eine vermeintlich funktionierende Datensicherung gab. Die Gründe dafür – und die Reaktionen darauf.

Bevorzugte Backup-Plattform: externe Festplatte bzw. Disk-Backup ist klarer Favorit, Cloud bereits Nummer Zwei, und Band ist ans Ende gerutscht (Grafik/Quelle: Kroll Ontrack)Bevorzugte Backup-Plattform: externe Festplatte bzw. Disk-Backup ist klarer Favorit, Cloud bereits Nummer Zwei, und Band ist ans Ende gerutscht (Grafik/Quelle: Kroll Ontrack)Man möchte es nicht glauben, aber bei vielen privaten und unternehmerisch orientierten IT-Anwendern, die tatsächlich regelmäßig ein Backup ziehen, grasiert immer noch das Prinzip Hoffnung. »Viele Unternehmen denken, dass es reicht, überhaupt eine Backup-Strategie zu haben«, sagt Peter Böhret, Managing Director bei Kroll Ontrack in Böblingen. »Dabei ist es nicht damit getan, eine Datensicherung einzurichten und anschließend auf das Beste zu hoffen. Das hat unsere Umfrage dieses Jahr wieder eindrücklich bewiesen. Besonders die Tatsache, dass fast drei Viertel der Befragten trotz Backup einen Datenverlust erlitten haben, zeigt, wie wichtig umfassende Sicherungsrichtlinien sind,«

Dazu gehört unter anderem etwas ganz banales: Nämlich, dass die korrekte Funktion des Backups regelmäßig überprüft wird. Auch müssen die Verantwortlichen dafür sorgen, dass eine Datensicherung immer aktuell und vollständig ist. »Außerdem«, so betont Böhret, »sollten Unternehmen in ihren Richtlinien immer einen zuverlässigen und erfahrenen Datenrettungspartner miteinbeziehen, falls es doch einmal zu einem Datenverlust kommt.«

Backup-Fehlerquelle: unzureichende Richtlinien in Unternehmen

Doch was sind die Ursachen für die vielen Datenverluste, die sich trotz Backup ereignen? »Es sind vor allem unzureichende Richtlinien in Unternehmen«, erklärt der Kroll-Ontrack-Manager. Ist beispielsweise ein Gerät nicht in den Backup-Protokollen erfasst, können dessen Daten auch nicht automatisch gesichert werden. Ebenso verheerend kann es für Unternehmen sein, wenn ein Defekt im Sicherungssystem unentdeckt bleibt und erst ans Licht kommt, wenn man auf das Backup angewiesen ist.

Dabei ist es völlig unerheblich, wie häufig die Daten tatsächlich gesichert werden – oder ob überhaupt. Denn obwohl 71 Prozent der Umfrageteilnehmer täglich oder zumindest wöchentlich sichern, hatten 61 Prozent der Befragten trotz Backup einen Datenverlust. So war bei jeweils 21 Prozent die Datensicherung defekt bzw. das betroffene Gerät war nicht in den Sicherungsplan integriert, während in knapp einem Fünftel der Fälle (19 Prozent) das Backup nicht aktuell war, also die verlorenen Daten nicht abgebildet hatte.

Magnetbänder – die Backup-Dinosaurier

Bei der Art des Backups werden auch 2015 am häufigsten externe Festplatten bzw. Backup-Disk-Systeme genutzt (68 Prozent) – sowohl für private als auch geschäftliche Daten. Cloud-Backups sind – noch – vergleichsweise selten (nur 16 Prozent), haben sich aber auf den zweiten Platz vorgeschoben. Damit wurde das klassische Tape-Backup klar überholt. Es scheint langsam auszusterben – nur noch fünf Prozent der Befragten setzen auf diese Art der Datensicherung.

Die am häufigsten genannten Gründe in der Studie für das Fehlen einer Backup-Lösung sind Zeitmangel für die Auswahl (50 Prozent) sowie die Kosten einer Datensicherung (39 Prozent). Die Umfrage wurde unter 841 IT-Verantwortlichen in Unternehmen weltweit durchgeführt, davon 409 aus Europa.

Das Beste aus dem Backup herausholen

Kroll Ontrack empfiehlt die folgenden Maßnahmen für eine eigene Datensicherungsstrategie – egal ob nun Unternehmen oder Privatperson –, um beim Backup optimale Resultate zu erzielen:
► Im Zeitplan für die Datensicherung müssen alle Geräte und Medien abgedeckt sein.
► Die Funktion der Backups muss gewährleistet sein und sie müssen zu den festgesetzten Zeiten laufen.
► Datensicherungssysteme müssen regelmäßig auf Fehler überprüft werden.
► Ebenso müssen Datensicherungen auf Vollständigkeit und Funktion regelmäßig getestet werden.

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