17.05.2020 (Michael Baumann)
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Marktüberblick Backup-Software

  • Inhalt dieses Artikels
  • Marktüberblick Backup-Software
  • Acronis Cyber Backup
  • Actifio VDP 10
  • Altaro VM Backup
  • Arcserve UDP
  • Cohesity DataProtect
  • Commvault Complete Backup und Recovery
  • Dell EMC Networker
  • Druva Phoenix & in Sync
  • IBM Spectrum Protect
  • Micro Focus
  • NovaStor DataCenter
  • Novastor NovaBackup
  • Rubrik Andes
  • SEP Sesam
  • SolarWinds Backup
  • Unitrends Enterprise & Enterprise Plus
  • Veeam Availability Suite
  • Veritas Netbackup

Die Auswahl an Backup-Software für Mittelstands- und Enterprise-Umgebungen ist über die Jahre beachtlich gewachsen. Neben der Hardware sind die richtigen Programme von entscheidender Bedeutung um die Anforderungen an moderne Datensicherung im Rechenzentrum zu erfüllen. IT-Manager haben die Wahl zwischen Spezialisten und umfangreichen Plattform-Produkten, die zunehmend als Abomodell zu erwerben sind.

Im Mittelstands- und Enterprise-Segment überzeugen manche Datensicherungs-Produkte durch universelle Leistungsvielfalt, andere sind eher »Spezialisten«. Dennoch: Für uns sollte Backup-Software idealerweise eine breite Palette an Hosts, Anwendungen, Speichertechnologien und Datensicherungs-Strategien unterstützen. Die Software sollte modular aufgebaut, skalierbar sein und mit einer Vielzahl von Plattformen, Betriebssystemen, Tape-Librarys, Laufwerken und Topologien kompatibel sein. Auch Mobilität bzw. die Sicherung am Front-End rücken für RZ-Administratoren zunehmend in den Fokus. Marktübersichten können nie komplett sein. Bei unserem Überblick spielt zunächst die weltweite Marktdurchdringung bei Großunternehmen (nach Gartner und Forrester) eine Rolle, wir berücksichtigen aber auch Produkte, die hauptsächlich im deutschsprachigen Raum ihre Liebhaber finden und tendenziell am Mittelstand orientiert sind.

Acronis Cyber Backup

Neben seinem Angebot für Privatanwender und KMUs wendet sich der Hersteller auch an professionelle User: Acronis Cyber Backup will dabei durch besonders benutzerfreundliches Backup für Unternehmen jeder Größe punkten. Das Tool sichert Cloud-Workloads, Hypervisor-Umgebungen, Applikationen und Mobilgeräten. Dazu werden über 20 Plattformen unterstützt. Ergänzt wird es durch Acronis Disaster Recovery (as-a-Service) und durch Acronis Cloud Storage.

Acronis Cyber Backup beherrscht Instant, Universal, automatisiertes Bare-Metal und Remote-Recovery, vmFlashback, Blockchain-Verarbeitung, Deduplizierung und kann Validierungs-, Konsolidierungs- und Replikations-Prozesse auf andere Systeme auslagern, um Produktiv-Ressourcen zu schonen. Zudem ist ein proaktiver Ransomware-Schutz auf Basis von maschinellem Lernen (ML) integriert. Ebenso unterstützt es Cloud-zu-Cloud-Backup von Microsoft Office 365-Daten und G Suite sowie die Auslagerung von Vmware-VM-Snapshots.

Die Acronis-Software steht im Ruf einer Mittelstandslösung, ist aber auch im Enterprise-Segment gefragt, wenn die Datensicherung in der Cloud/SaaS ergänzt wird durch On-Premises. Demnach punktet die Software durch einfache Handhabung und überschaubare Kosten. Für die Standard-Suite fallen jährlich derzeit 369 Euro pro Server, 449 Euro pro Virtual Host und 55 Euro pro Workstation an. Für die Advanced Edition 639 Euro pro Server, 729 Euro pro Virtual Host und 75 Euro pro Workstation. Kostenlose Testversionen sind verfügbar.


Actifio VDP 10

Aktuell bietet Actifio seine Virtual Data Pipeline-Suite (VDP) in der Version 10. Die VDP-Engine ist das Herzstück der Plattform, flankiert von der Virtual-Machine-Appliance Actifio Sky, auf der VDP On-Premises oder in der Cloud als VM residiert. Actifio CDS/CDX ist dagegen eine physische Appliance für VDP.

Actifio unterstützt alle gängigen Enterprise-Datenbanken wie Oracle, Microsoft SQL Server, SAP HANA, NoSQL, MongoDB und andere. Die AWS, Azure, Google, IBM und Oracle Cloud-Angebote werden bedient. Neben VMware und Hyper-V ist der Einsatz mit Microsoft Windows, Linux (RHEL, SLES) und Unix (HP-UX, AIX, Solaris) möglich. Wiederhergestellt wird wahlweise über Fiber-Channel, iSCSI oder NFS.

Actifio gilt als einer der Visionäre für das »Copy Data«-Konzept, das auf Basis eines zentralen »goldenen Image« nur mit Kopien arbeitet. Native BCT-Technologie (Block Change Tracking) sorgt dabei für inkrementelle Sicherungen. Besonders große virtuelle Umgebungen und Applikationen wie Oracle-Instanzen sollen sich so schnell verarbeiten lassen. Actifion gilt zudem als Anbieter mit besserem Support.

Die Preisgestaltung richtet sich nach Kapazität sowie Art und Anzahl der Applikationen. Auf der Homepage findet sich dafür ein Online-Kalkulator. Nicht berücksichtigt werden dabei Frequenz, Anzahl und Aufbewahrungszeiten von Kopien sowie der Ort, an dem die Lizenzen genutzt werden, ob On-Premises oder in der Cloud.


Altaro VM Backup

Altaro VM Backup 8.13 unterstützt die Sicherung von Hyper-V- und VMware-Maschinen und ermöglicht ein lokales Backup auf einen Netzwerk-Share sowie mehrere Offsite-Kopien sowohl an einen anderen Altaro-Server als auch an unterschiedliche Cloud-Anbieter wie Amazon S3, Azure oder Wasabi.

Lizenzen werden per Backup-System ausgegeben, weder per CPU noch per Kern oder nach Workload. In der Unlimited Edition beginnt der Preis bei 595 Euro netto pro Backup-Host.

Lesen Sie mehr in der Produkt-Review auf speicherguide.de.

Arcserve UDP

Arcserve Unified Data Protection (UDP) basiert auf den Wurzeln von Arcserve Backup und letztlich auf der Weiterentwicklung des Erbes von CA Technologies. In der Regel findet die Software eher Anwendung bei mittelständischen Anwendern, große Oracle-Umgebungen beispielsweise sind eher die Ausnahme, glaubt man den Analysten.

Arcserve Unified Data Protection (UDP) kombiniert Image-basiertes Backup, Disaster-Recovery-Technologien und Deduplizierung zu einer Komplettlösung. In Zentrale und Außenstellen werden dazu Recovery Point Server (RPS) installiert, über den die Host-Plattformen angebunden werden. Die RPS kommunizieren dann mit Disaster Recovery- und Cloud-Zielen, die als Shared Folder angesprochen werden können.

Zur Liste unterstützter Plattformen gehören Windows, Linux, Amazon EC2, Microsoft Azure, Office 365 (Exchange Online, SharePoint Online und OneDrive for Business), Microsoft Exchange, MS SQL, Dateiserver, Microsoft IIS, Microsoft Active Directory, Oracle Database, PostgreSQL, VMware vSphere (agentenlos), Microsoft Hyper-V (agentenlos) und Nutanix AHV.

Die Kosten für Arcserve UDP Advanced Edition in der aktuellen Version (v. 7.0) für eine Server-OS-Instanz inklusive Enterprise-Wartung liegen bei etwa 550 Euro pro Jahr.

Cohesity DataProtect

Zusammen mit Rubrik gehört Cohesity, vor allem hierzulande, zu den Senkrechtstartern im Bereich der Backup-Anbieter für Unternehmen. Forrester ordnet beide bereits im Bereich der Marktführer ein. Cohesity DataProtect ist eine Cloud-native Datenmanagement-Lösung. Sie zielt auf Backup, Wiederherstellung, Replikation und Notfallwiederherstellung von Daten, aber auch auf die weiterführende Verarbeitung von Metadaten, etwa für Tests, Entwicklung und Analytics.

Spezialisiert ist Cohesity etwa auf Hadoop Distributed File Systems, verteilte NoSQL-Datenbanken sowie Container- und SaaS-Anwendungen, aber auch herkömmliche Daten bzw. Workflows aus lokalen Quellen werden in der Cloud gesichert, wiederhergestellt und über eine Plattform verwaltet. Dazu dienen Dienste wie Tiering, Archiv und Replikation, richtlinienbasierter Automatisierung sowie webbasierte Deduplizierung und weitere Apps. Anwender sollen von störungsfreien Upgrades und Erweiterungen in der Cloud sowie vom Schutz vor Ransomware-Attacken profitieren.

Von einer einheitlichen Benutzeroberfläche können laut Hersteller Hypervisoren (Vmware, Nutanix AHV, Microsoft Hyper-V, RHeV), traditionelle und moderne Datenbanken (Oracle, SQL, MongoDB, Cassandra, CouchbaseDB, Hbase) und Anwendungen (SAP HANA, EPIC, Office 365, Kubernetes), Big-Data-Hadoop-Workloads, Speicher (Pure, Netapp, Cisco, Dell EMC) und physische Workloads (Microsoft, Solaris, Linux, AIX) verwaltet, gesichert und wiederhergestellt werden.

Cohesity Data Protect ist ein Abonnement-Dienst, der je nach Funktionalität und Kapazität zwischen 400 Euro bis in den fünfstelligen Bereich jährlich kosten kann. Zudem ist der Dienst als Add-on zur Cohesity Data-Platform verfügbar, die in der Premium-Edition für etwa 1.200 Euro jährlich buchbar ist, wiederum mit unzähligen Variablen.

Commvault Complete Backup und Recovery

CommVault ist im Gartner- und Forrester-Ranking Marktführer im Enterprise-Bereich. Die breite Unterstützung von Public-Cloud-Angeboten, Hypervisoren, Big-Data-Fähigkeit und die Eignung für viele Storage-Arrays sind die von den Analysten angeführten Gründe.

Mit Commvaults Flaggschiff Complete Backup und Recovery stehen über 40 Cloud-Speicherungsoptionen in öffentlichen und privaten Clouds zur Verfügung. 16 Hypervisoren, quasi alle File-Systeme und 15 Datenbanken werden unterstützt. Auf der Kompatibilitätsliste stehen über 30 Primär-Storage-Plattformen und eine Vielzahl an Tape-Systemen (Adic, Dell EMC, H3C, HPE, IBM, Quantum, Spectra Logic).

Multi- und Hybrid-Cloud-Support, Remote-Duplikation, Deduplikation und Encryption sind inkludiert, ebenso Engines für intelligente Archivierung von Nutzerdaten in lokalen und in der Cloud gespeicherten Mailboxen sowie in anderen nutzerbasierten Datenspeichern. Künstliche Intelligenz und Algorithmen für maschinelles Lernen sollen die Leistung optimieren, Muster analysieren und Anomalien melden, so der Hersteller.

Flankiert wird Commvault Complete Backup und Recovery vom SaaS-Angebot Commvault Metallic Core und der Scale-out Backup-Appliance HyperScale. Im Online-Shop des Distributors ADN [[https://shop.adn.de/Hersteller-ADN/Commvault/?shp=shop&shp=shop ]] rangiert Commvault Complete Backup und Recovery mit einem Listenpreis von 1.792 Euro netto für eine dauerhafte Lizenz für einen physischen Server bzw. eine OS-Instanz, für 10 VM-Instanzen fallen etwa 2.600 Euro an. Beim Online-Händler Portwork kostet die 5-Jahreslizenz für eine physische Instanz etwa 3.500 Euro.

Dell EMC Networker

Die Dell EMC Data Protection Suite bietet neben den Basis-Funktionen einer Unternehmenslösung zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten bis zur Unterstützung von Big-Data-Workloads. Stand-Alone oder als virtuelle Komponente der Suite ist die Dell EMC NetWorker-Software als einheitliche Backup- und Recovery-Lösung für Unternehmensanwendungen und Datenbanken konzipiert.

Networker bietet eine zentralisierte Verwaltung mit Deduplizierung, Backup-to-Disk und Backup-to-Tape, Snapshots, Replikation und NAS-Support und unterstützt physische und virtuelle Umgebungen wie Vmware und Hyper-V und natürlich auch Cloud-Umgebungen.

Die Software ergänz sich nicht nur, aber auch mit Hardware des Herstellers wie der Avamar-Appliance oder PowerProtect DD (Data Domain) für virtuelle Umgebungen. Neben der Data-Domain-Integration betont der Hersteller Security-Aspekte wie 256-Bit AES-Encryption, Secure-Lockbox-Kontrolle, User- und rollenbasierte Authentifizierung. Effizienz auf Enterprise-Level sollen über VMware vStorage APIs und diverse Wizards für Verwaltung und Monitoring realisierbar sein. Ferngesteuerte Server-Optionen sowie Web-Zugriff für die Restaurierung werden wohl nicht unterstützt.

Mit PowerOne bietet Dell eine übergreifende Infrastruktur-Lösung, in die auch Networker als Data-Protection-Lösung passt. Dort gibt es unterschiedliche, flexible Preismodelle wie »Pay as you grow«, »Flex on Demand« (mit monatlicher Berechnung) und Data Centre Utility (Pay-per-use über die gesamte Dell-IT-Infrastruktur hinweg). Weitere Details zu den Kosten stehen uns nicht zur Verfügung.

Druva Phoenix & in Sync

Mit Druva gibt es einen weiteren relativ erfolgreichen Newcomer im Bereich Data-Protection. Druva Phoenix ist eine SaaS-Plattform für die Sicherung von lokalen physischen und virtuellen Servern. Druva inSync legt den Schwerpunkt auf Endpunkt-Datensicherheit, d.h. insbesondere auch die professionelle Datensicherung mobiler Endgeräte.

Die Cloud-Plattform baut auf AWS auf, kombiniert diese Endpoint- mit SaaS-Anwendungsdaten und ermöglicht deren Verwaltung. Insbesondere werden Dienste für mobiles Personal geboten und im Gegenzug für das Unternehmen Compliance- und Governance-Services vorgehalten.

Im AWS-Marketplace ist Insync in der Enterprise-Version ab 480 US-Dollar im Abo für zehn Nutzer (G-Suite und Office 365) sowie 960 US-Dollar ohne Anwendungsrestriktion erhältlich. Die Elite-Version beinhaltet eDiscovery und Compliance-Funktionen und ist entsprechend teurer.

IBM Spectrum Protect

IBM Spectrum Protect bietet Sicherungs-, Archivierungs- und Speicherverwaltungsfunktionen für Dateiserver, Workstations, virtuelle Maschinen und Anwendungen. Das Erbe aus der Großrechnerwelt deutet auf das Know-how für hohe Skalierbarkeit und Transferraten hin, heute unterstützt das IBM natürlich auch diverse Clouds, Betriebssysteme und Speicher-Hardware.

Automatisierte, zentral geplante, richtlinienverwaltete Datensicherung soll IBM Spectrum Protect ermöglichen. Laut Hersteller können Milliarden von Objekten pro Sicherungsserver verwaltet werden. Inkludiert integrierter Funktionen für Dateneffizienz und der Möglichkeit, Daten auf Bandlaufwerke, Public-Cloud-Services und lokalen Objektspeicher zu migrieren, stehen Anwendern alle technischen Möglichkeiten offen, so wie es man von IBM erwartet.

Zu Preisen, der Lizenzstruktur, vor allem im Verbund mit etwaigen Hardware-Verkäufen und damit verbundenen Rabatten, ist es uns nahezu unmöglich, Aussagen zu treffen. Dafür gibt es aber eine Heerschar an Vertriebs- und Beratungskräften, die sich darauf spezialisiert haben.

Micro Focus

Das in Großbritannien niedergelassene Unternehmen ist in Deutschland noch nicht sehr etabliert. Durch die Übernahme großer Teile der HPE-Software-Sparte und einem Umsatz von 4,4 Milliarden US-Dollar kann man allerdings nicht von einem Start-up sprechen. Datenmanagement rund um die digitale Transformation hat sich das Unternehmen auf die Fahnen geschrieben.

Im Bereich Datensicherung steht der Micro Focus Data Protector im Portfolio. Das Produkt adressiert Enterprise-Kunden, inkludiert Security-Aspekte und Analytics-Funktionen. Entsprechend der Historie verwendet Data Protector dieselben Snapshot-APIs wie HPE, so dass sich hier ein großes Spektrum an Kompatibilitäten bietet. Dazu gehören StoreOnce, Nimble, SimpliVity sowie die Integration in HPE Catalyst und Recovery Manager Central.

Das NDMP-basierte Backup unterstützt aber auch Dell EMC Data Isilon, Domain und Unity, Nutanix, NetApp- und Hitachi-Systeme. Neben lokalen Ressourcen wird über das Microsoft StorSimple-Gateway die Cloud erreicht. Dort stehen dann Azure- und Amazon S3-kompatible Services bereit. Nur Vmware und Hyper-V werden nativ, KVM funktional unterstützt. Ein Schwerpunkt liegt auf Analytics, Automation und Orchestrierung. Die Software kann als Express-(virtuell) und Premium-(hybrid) Variante lizenziert werden. Neben einer kostenlosen Testversion kann Express ab 1.000 US-Dollar pro CPU-Socket erworben werden.

NovaStor DataCenter

Das in Hamburg ansässige Unternehmen Novastor bietet mit NovaStor DataCenter eine ganzheitliche Datensicherung für physische und virtuelle Server auf derselben Oberfläche, zentralisiert die Sicherung verteilter Daten und das Medien-Management von Cloud, Disk und Tape inklusive Datenauslagerung.

Der Hersteller verspricht freie Wahl bei Speichermedien und -herstellern, hohen Automationsgrad, Fehlertoleranz und effiziente Speichernutzung. Adressiert werden primär mittelständischen Unternehmen, Behörden und öffentliche Verwaltungen, die Lösung skaliert aber auch auf mehrere tausend Server.

Eine NovaStor DataCenter-Lizenz inkl. einem Jahr NovaCare-Support für 5TByte finden wir im Online-Handel ab etwa 850 EURO.

Novastor NovaBackup

Das in Hamburg ansässige Unternehmen Novastor bietet mit NovaBACKUP Business Essentials eine Datensicherungslösung für physische und virtuelle Maschinen. Adressaten sind eher kleine bis mittelständische Unternehmen, wie Arztpraxen, Kanzleien und Handwerksbetriebe.

NovaBackup bietet universelles Backup und Restore für Windows-Server, SQL-Backup im laufenden Betrieb, Sicherung von Exchange-Datenbanken, Vmware- und Hyper-V-Sicherungen von beliebig vielen virtuellen Maschinen und Image-Backups zum Schutz vor einem Systemausfall oder Festplattenfehlern. Unterstützt werden lokale Speichermedien (USB, Tape, RDX, NAS) sowie Cloud-/File-Sharing-Dienste (z.B. Sharepoint, Onedrive, Dropbox, Amazon S3).

NovaBackup Business Essentials 19 kostet voll lizenziert 599 Euro bzw. ab 269 Euro im Jahres-Abo.

Rubrik Andes

Neben Cohesity ist Rubrik ein neuer »Stern« am Data-Protection-Himmel. Dynamisch wie die Datenwelt präsentiert sich das Unternehmen mit seinem Cloud-Data-Management-Produkt Andes. On-Premises-, Edge- und Multi-Cloud-Workloads können mit Rubrik gesichert werden, in der Cloud.

Der Andes-Service beinhaltet Data-Protection, Ransomware-Recovery, Compliance nach individuellen Vorgaben und generell Datenmobilität durch die Sicherung in der Wolke mit einem gewissen Grad an Automation und API-Offenheit. Datenklassifizierung, Archivierung, Disaster-Recovery und Migration will der Dienst bieten. Dies soll Endgeräte ebenso beinhalten wie VMs und Datenbanken. Mit Polaris Sonar bzw. Polaris GPS bietet der Hersteller zudem eine Online-Plattform zur Datenklassifizierung.

Eigenen Angaben zufolge ermöglicht Rubrik Unternehmen ein leistungsstarkes, eng verzahntes Cloud Data Management, beispielsweise für Cloud als Archiv, DR in der Cloud, Test/Dev, Office 365. Die Lösung versteht sich als »Umbrella«-Management zwischen On-Premise- und Cloud-Workloads.

Banal ist der Service nicht: Integriert ist eine selbstheilende Masterless-Architektur, eine nativ integrierte und Vmware-zertifizierte CDP-Funktion (Continuous-Data-Protection) als Option in SLA-Domains, mit der Firmen ihre Datenschutzrichtlinien definieren können. Smart-Data-Tiering-to-Azure, SaaS-basiertes Polaris GPS, verteilte Metadaten und Namespaces, richtliniengesteuerte Datenverwaltung, rollenbasierte Zugriffskontrolle, Nutzungs- und Compliance-Reports sowie die Integration mit Automatisierungs-Frameworks sollen zum Datensicherungsnutzen beitragen.

SEP Sesam

Der deutsche Backup- und Disaster-Recovery-Spezialist SEP wartete kürzlich mit der Version 2 seiner SEP sesam Beefalo-Software auf. Sie unterstützt neun Hypervisoren nativ, mehrheitlich mit der Möglichkeit für Single-File-Restore. Zuletzt wurde der Oracle Linux Virtualization Manager (OLVM) hinzugefügt und das LTO-Band-Handling optimiert.

SEP setzt zudem auf den Support von HPE StoreOnce und Catalyst. Assistentenwerkzeuge für die Rücksicherung gibt es für die Datenbank-Applikationen von Oracle, SAP HANA und SQL-Server in Form von AlwaysOn Availability Groups (AOAG). Auch die Rücksicherung der VMware Sandbox wird assistiert.

Das Lizenzmodell beginnt bei SEP Sesam Beefalo mit einem Stream und der Sicherung von einem TByte auf Festplatte und eine unbegrenzte Anzahl an Wechselmedien bei 290 Euro netto und beinhaltet 12 Monate Maintenance.

SolarWinds Backup

Nach dem Motto Cloud First wurde SolarWinds Backup eigens für die Datensicherung in der Cloud entwickelt. Sie basiert im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen auf SaaS-Services, die keine lokale Speicherressourcen zur Datensicherung benötigen.

Statt auf Image-basierte Sicherung verarbeitet die Software Datenänderungen im lokalen Server und erzielt durch True-Delta-Deduplizierung, Datenkomprimierung und WAN-Optimierung nach eigenen Angaben etwa 50-Fach niedrigere Änderungsraten, die dadurch ohne lokale Speicher schneller in die Cloud verschoben werden. Dort können eigene Kapazitäten oder jene von Solarwinds genutzt werden.

Über ein zentrales Web-Dashboard werden virtuelle und physische Server, Workstations, Microsoft 365-Daten. Geschäftsdokumente gesichert. Die Wiederherstellung erfolgt auf Ordner- und Dateiebene. Auch komplette Systemwiederherstellungen mit Bare-Metal- oder Virtual-Disaster-Recovery sind möglich, wie auch automatische Recovery-Tests.

Laut Hersteller ist die Lösung extrem skalierbar, Hot-Spot sind aber eher mittelständische Unternehmen. So liegen auch die Kosten im »mittleren Bereich«, weitere Auskünfte erhalten wir auch auf Nachfrage nicht.

Unitrends Enterprise & Enterprise Plus

Unitrends ist hierzulande ein weniger sichtbarer Player, wird aber von den Analysten unter den Top 10 geführt. Das Backup-Portfolio für Rechenzentren besteht aus der Backup-Software, der MAX-Appliance für das Recovery in diversen Ausführungen sowie einem Backup-Dienst für Office 365. Die Kunden befinden sich in der Regel in KMU und im mittleren Marktsegment.

Anfang 2020 wurde Helix eingeführt, eine SaaS-basierte Verwaltungsplattform, die Software-Updates für Backup-Appliances zentral verwaltet und Backup-Fehler in Windows-Umgebungen überwacht.

Die Appliances der Recovery Series Gen 8, die Recovery-Series MAX und die virtuellen Unitrends-Appliances erfüllen gemeinsam eine breite Palette von Backup-Kapazitäten und Wiederherstellungs-Anforderungen für KMU- und mittelständische Unternehmen zu eher geringen Kosten.

Das Forever Cloud-Programm unterstützt die langfristige Aufbewahrung von Daten über sieben Jahre in der verwalteten Cloud-Infrastruktur des Unternehmens ohne Ausgangsgebühren und mit Optionen für die Durchführung regelmäßiger Wiederherstellungstests in der Cloud. Das Sichern von lokalem zu öffentlichem Cloud-Speicher wird für AWS, Google und Rackspace Technology unterstützt. Die Sicherungsinstanz von Unitrends lässt sich allerdings nicht in die von AWS und Azure bereitgestellten nativen Snapshot-Funktionen integrieren.

Unitrends Enterprise bzw. Enterprise Plus kosten 1.100 bzw. 1.700 US-Dollar pro Server. Die Recovery-Appliances ab 2.750 US-Dollar.

Veeam Availability Suite

Aus der Virtualisierungsszene kommend, gehört Veeam nach Umsatz mittlerweile zu den Top 5 der Data-Protection-Anbieter, so die Analysten. Für das Backup virtueller Vmware-Maschinen fast schon Standard, aber auch Hyper-V wird unterstützt. Dementsprechend wird bei der Veeam Availability Suite unkomplizierte Administration von Backup und Restore von VMs vorausgesetzt.

Die Availability Suite unterstützt 19 Dateisysteme und ermöglicht die Wiederherstellung von virtuellen Festplatten aus VMs und einzelner Dateien, auch auf abweichenden Hosts. Die Software unterstützt die Wiederherstellung einzelner Objekte aus Microsoft Anwendungen wie SharePoint, SQL-Server, Exchange und Active-Directory mit dem Veeam Explorer. Über U-AIR und Veeam Explore für Oracle lassen sich einzelne Objekte aus Oracle-Datenbanken und beliebigen virtualisierten Anwendungen wiederherstellen. Dazu zählen unter anderem MySQL und PostgreSQL-Kompression und Deduplizierung sind inkludiert. Auch die Migration von VMware VMs über Storage vMotion und VMware vMotion sind schnell und einfach von der Hand.

Potenzielle Kunden mit dem Bedarf an der Datensicherung von virtuellen und physischen Komponenten müssen sich über die Hardware-Unterstützung der Suite informieren. Plattform-seitig werden Windows, Linux und AWS unterstützt.

Veeam Availability Suite Enterprise (V10) ist ab 1.850 Euro pro Lizenz und Jahr erhältlich, ohne Support. Mit Betreuung steigen die Kosten auf 2.750 Euro netto.

Veritas Netbackup

Der Anbieter ist der Dino in der Software-Data-Protection-Szene. Mit Backup Exec eher auf KMU abzielend, adressiert Veritas mit NetBackup größere Umgebungen im gehobenen Mittelstand und Enterprise-Bereich. Aus der langen Historie ergibt sich eine breite Unterstützung für Hard- und Software, und viele Add-Ons, die je nach Bedarf interessant sein können.

Netbackup ermöglicht über den NetBackup CloudCatalyst den Zugriff auf über 40 Cloud-Konnektoren. Aktiv unterstützt werden AWS Glacier und Deep Archive mit orchestriertem Disaster-Recovery sowie das Azure-Archiv. Für Vmware steht ein agentenloses File-Recovery zur Verfügung.

Neben Datenbanken (IBM DB2, Exchange Server, SQL-Server, MySQL, Oracle, SAP) wird auch OpenStack und Red Hat Virtualization adressiert. Snapshots und NDMP sind für diverse Storage-Hersteller wie zum Beispiel Dell EMC, HP, Hitachi, IBM und Netapp verfügbar. Auch Cloud und Big-Data stehen im Feature-Set.

Die Wurzeln von Netbackup reichen bis in die frühen 1990er Jahre zurück. Daher darf das Produkt in der Version 8.2 in Sachen 3rd-Party-Support und Kompatibilität durchaus als ausgereifte Lösung bezeichnet werden. Auch Unix-Files versteht das System. Eine On-Premises-Lizenz kostet um die 2.700 Euro (netto).