01.04.2016 (Doc Storage)
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Wie teilt man Platten für Daten und fürs OS am besten auf?

Leserfrage: Ich habe einen HP-Server »DL 120 G7« mit vier Festplatteneinschüben. Nun stellt sich mir die Frage, wie ich die Platten am besten für das Betriebssystem und die Daten aufteilen soll? Der Server wird nur als AD & DNS & DHCP und als Fileserver genutzt. Ist es sinnvoller, zwei Festplatten mit einer 500-GByte-Kapazität in ein RAID-1-Verbund zu setzen, und das Betriebssystem dort zu installieren. Und die zwei restlichen Festplatten (zweimal 4 TByte) noch mal in ein RAID-1 zu setzen für den Fileserver? Oder in ein Speicherpool mit »Windows Server 2012«? Zusätzlich wird täglich ein Backup mit Acronis auf ein NAS gemacht. Oder ist es besser mit allen vier Festplatten (zum Beispiel viermal 2 TByte) einen RAID-5-Verbund zu erstellen? Und auf diesem RAID eine 500-GByte-Partition für das Betriebssystem und die restlichen 5,5 TByte für den Fileserver zu nutzen?

Antwort Doc. tec. Storage

Auch wenn ich mich wiederhole – das kommt drauf an. Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass es sich bei Ihrem Server um das sogenannte Performance-Modell, also eines mit einem RAID-Controller »Smart-Array P212« handelt, der RAID-0, -1 und -5 beherrscht. Sollten Sie über ein Entry- oder Base-Modell verfügen, ist der RAID-Controller »Smart-Array B110i« verbaut, der seinerseits nur RAID-0 und -1 anbietet.

Als alter RZler würde ich natürlich immer die RAID-1-Lösung bevorzugen, wenn Sie den Server nicht auf höchste Kapazität trimmen wollen. RAID-1 hat mehrere Vorzüge, vor allem, dass Sie selbst bei Ausfall einer Platte immer noch den vollen Zugriff auf Ihre Daten behalten, und dass vor allem die Schreibleistung nicht durch das Errechnen von Kontrollsummen beeinträchtigt wird. Sollte nach dem Ausfall einer Platte eine neue erstellt werden müssen, ist auch dieser Vorgang mit einem geringeren Einfluss auf die Gesamtleistung des Systems verbunden, da alle Blöcke 1:1 kopiert werden und auch hier keine Kontrollsummen errechnet werden müssen. Zudem ist der Controller in der Lage, im Idealfall von beiden Platten parallel zu lesen, was einer (theoretischen) Verdoppelung der Leistung gleichkommt. Diese Konfiguration ergäbe 500 GByte für das Betriebssystem und 4 TByte für die Nutzdaten.

RAID-5-Verbund hätte nur einen Vorteil: mehr Kapazität

Der RAID-5-Verbund hätte lediglich den einen Vorteil, dass Ihnen 12 der 16 TByte nutzbar zur Verfügung ständen. Beim Ausfall einer Platte muss das neue Medium aufwändig neu kopiert und Kontrollsummen errechnet werden, somit haben sie in dieser Zeit eine wesentlich verringerte Gesamtleistung des Arrays. Für eine 4-TByte-Platte nimmt dieser Vorgang viele Stunden, wenn nicht Tage in Anspruch, so dass die höhere Kapazität mit diesem Nachteil erkauft wird.

Für einen Rechner mit transaktionslastigen Anwendungen, also Datenbanken oder ähnliches, sollten Sie nach Möglichkeit immer RAID-1 nutzen, für kapazitätslastigen Bedarf, also beispielsweise für Office-Dateien, ist die RAID-5-Lösung die bessere. Nach Ihren Angaben hat das System als Fileserver relativ wenig zu tun, also würde ich hier den Weg mit viermal 4 TByte in RAID-5 beschreiten. Der P212-Controller bietet die Möglichkeit, neben einfachem RAID-5 auch die gestripte Version RAID-50 zu nutzen, bei welchem die Daten nicht hintereinander auf eine Platte geschrieben, sondern vom Controller auf alle vorhandenen Laufwerke verteilt werden. Damit lässt sich die Leistung des Arrays wesentlich erhöhen, da im Idealfall über mehrere Kanäle gleichzeitig auf die Platten zugegriffen wird.

Gruß
Doc. tec. Storage

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