11.12.2020 (kfr)
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Was ist eine Data-Fabric?

Leserfrage: Mittlerweile haben fast alle größeren Hersteller irgendetwas im Angebot, was sich Data-Fabric nennt. Was muss man dazu wissen? Eigentlich vereinen sich darin ja nur verschiedene Services, oder?

Antwort Doc Storage:

Data-Fabric ist eine Architektur inklusive einer Anzahl von Datendiensten, die durchgehende Funktionen für eine definierte Auswahl an Endpunkten bieten. Diese können sich über lokale und verschiedene Cloud-Umgebungen erstrecken. Data-Fabric simplifiziert die Handhabung von Daten sowohl in der Cloud als auch vor Ort und fasst diese zusammen. Hierdurch versprechen viele Hersteller die Beschleunigung der sogenannten »digitalen Transformation«. Eine Data-Fabric bietet konsistente, integrierte und hybride Cloud-Datendienste für den Zugriff auf, die Übersicht über und die Kontrolle von Daten. Darüber hinaus sollen die Kontrolle sowie und der Schutz von Informationen, also im Allgemeinen die Datensicherheit, integriert sein.

In dem Maß, in welchem neue und fortgeschrittene Technologie das Leben verändert, ist die sogenannte digitale Transformation die Aufgabe mit der höchsten Priorität. Nach den Definitionen vieler Anwender, Berater und Hersteller werden damit die Daten eines Unternehmens zum wichtigsten Antrieb dieser digitalen Transformation. Die Informationen müssen mühe- und nahtlos durch die gesamten Installationen und Prozesse eines Unternehmens fließen. Auf ihrer Basis sollen neue Werte für die Kunden und Umsatzmöglichkeiten für die Firma entstehen und die Handhabung optimiert und letztendlich mehr Umsatz generiert werden.

Die Anforderungen an heutige Führungskräfte wachsen, diese in vielen Fällen schon unübersichtliche Datenfülle sinnvoll zu nutzen. Wie bereits angeführt muss diese Datenfülle immer neue Werte schaffen, meistens durch neue Prozesse, neue Produkte und neue Dienstleistungen. Und dies alles in knapper Zeit, mit meist limitierten Fähigkeiten und scharf beschnittenen Budgets. Durch all diese Anforderungen werden Daten, die auf Geräten »hinter der Firewall« gelagert sind, nicht mehr speziell geschützt. Ganz im Gegenteil werden sie fast anarchisch verteilt, wenn man es positiv ausdrücken will, dynamisch und vielfältig. Die sich daraus ergebenden Mengen neuer Daten, seien sie nun tatsächlich neu oder nur in anderer Weise zusammengefügt und formatiert, sind überwältigend und schlicht kaum noch zu verwalten.

Um in diesen neuen Umgebungen trotzdem erfolgreich zu sein, wird eine an den Daten, nicht mehr an der Infrastruktur oder an den einzelnen Prozessen orientierte Organisation benötigt, was im Ende den revolutionären Umsturz aller bisher bewährten Methoden in der Unternehmens-DV darstellt. Diese Organisation erfordert auch einen ganzheitlichen, hardware-, betriebssystem-, anwendungs- und prozess-unabhängigen Ansatz für die Verwaltung von Informationen. Dieser muss noch dazu sicher, effizient, zukunftssicher und herstellerunabhängig sein.

Die bisherigen Lösungen für Data-Fabric sind, ganz im Gegensatz dieser grundsätzlichen Betrachtung, weder herstellerunabhängig noch hochintegriert. Vielmehr handelt es sich, wie in der Frage bereits festgestellt, jeweils um das mehr oder weniger zusammengewürfelte Produktspektrum der einschlägigen Anbieter, mit dem der Datenzugriff, die Integration, die Integrität und Kontrolle sowie Anwendungen und APIs in einem Paket zusammengefasst werden.

Sind die Idee und die Auswirkungen dieser durchaus valide, so haben die Data-Fabrics noch einen längeren Weg vor sich, bis es sich tatsächlich, wie in der Bezeichnung suggeriert, um integrierte und vor allem herstellerunabhängige Werkzeuge zur datenorientierten Organisation von Netzwerken handelt

Gruß
Doc Storage


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