21.07.2017 (Doc Storage)
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Was ist bei lange eingelagerten Festplatten zu beachten?

Leserfrage: Da mich diese Frage persönlich – wie viele User – brennend interessiert habe ich Ihren Beitrag im Internet vom 7.11.2014 gefunden, in welchem sich auch die Herren Rainer Kaese von Toshiba und Uwe Kemmer, HGST zum Thema geäußert haben.

Ich habe schon seit vielen Jahren eine externe CnMemory USB-2.0-Platte mit 1,5 TByte ungenutzt auf Vorrat eingelagert. Allerdings war diese beim Neukauf bis heute nicht eingeschweißt, sondern nur in einer offenen Cellophanhülle, allerdings im Originalkarton. Zur Lagerung hatte ich einen weiteren Umkarton verwendet.

Leider ist das Herstellungsjahr nicht zu ermitteln. Die Platte besitzt auch keinen ordentlichen technischen Produktaufkleber, welcher irgendwelche technischen Informationen angibt. Auch im Internet konnte ich nichts ermitteln. Allerdings liegt das Kaufdatum einige Jahre zurück. Nachdem was ich nun gelesen habe, war die Platte im Sommer zumindest teilweise über 20 Grad Raum-/Umgebungstemperatur gelagert, was nach Internet-Fachberichten äußerst schädlich für die Platte sein soll. Die Lebensdauer soll rapide fallen bei Umgebungstemperaturen über 20 Grad bis 40 Prozent. Nun ist daran nichts mehr etwas zu ändern.

Die Frage ist allerdings, ob vor/bei der Erstinbetriebnahme nun noch etwas zu beachten ist bzw. im nachfolgenden Betrieb. Aufgrund verschiedener Internetartikel mache ich mir nun Gedanken.

Neukauf Einlagerungstipps: Aufgrund der negativen Beiträge zur Lagerung und dem zu erwartenden Ausfall, habe ich mir neu folgende Platten gekauft: Seagate Backup Plus Hub STEL6000200 mit sechs TByte (USB 3.0). Diese ist im Originalkarton eingeschweißt. Zudem eine Seagate Barracuda ST2000DM006 mit zwei TByte (7.200 U/min, SATA 6Gb/s). Diese ist nicht im Originalkarton verschweißt, sondern nur in einer offenen Cellophan-/Aluhülle.

Damit ich es dieses Mal richtigmachen kann, was ist hier grundsätzlich bei der Einlagerung zu beachten.

Antwort Doc Storage:

Auch wenn es den Angaben einiger Festplattenhersteller entgegenläuft, beantworte ich die erste Frage zu der externen 1,5-TByte-Platte von Cnmemory nach meinen Erfahrungen mit diesen Medien, die mich größtenteils noch nicht im Stich gelassen haben. Sie schreiben, die Platte ist ungenutzt, daher gehe ich davon aus, dass die HDD in einem für sie vorgesehenen Gehäuse gelagert wurde und keine Beschädigungen an der Logik des Laufwerkes möglich waren.

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Ich weiß nicht, welche Internet-Fachberichte Sie gelesen haben, allerdings besagt meine jahrzehntelange Erfahrung, dass man lange gelagerte Festplatten zunächst einmal »warmkuscheln« muss, um diese sicher zum Laufen zu bringen. Bei Temperaturen unter 15 bis 20 Grad neigt das Schmiermittel der Medien dazu zu verharzen. Das heißt, es muss zunächst einmal über die normale Raumtemperatur erwärmt werden. Bitte keinen Fön draufhalten, das ist zu radikal. Nein, das Medium einfach in seiner Plastik- oder ähnlichen Transporthülle zwischen den Handflächen einige Minuten erwärmen (jaja, ich sehe jetzt schon die Kommentare der anderen Fachleute – bei mir hat das immer geholfen, Kollegen!).

Und dann hilft alles nichts – die Platte muss an den USB-Bus und anlaufen. Sollte sie sich nach dem Erwärmen noch nicht bewegen, diese Zeremonie ruhig noch etwas verlängern, irgendwann wirft der Motor die Scheiben schon an. Sollte die HDD nicht anlaufen, Sie allerdings hören, dass der Motor versucht, diese anzudrehen (Experten wissen, welchen Moment und welches Geräusch ich meine), kann es helfen mit einem Kugelschreiber oder einem ähnlichen Gerät (nichts schwereres bitte) einmal, zweimal oder öfter genau auf die Drehachse der Platte klopfen. Manchmal löst das einen letzten Rest ausgehärtetes Öl, der dann durch die Drehung wieder verflüssigt.

Ich weiß, ich weiß – jetzt kommen viele Antworten nach dem Motto »so kann man doch mit Festplatten nicht umgehen«, »um Himmels Willen, dieser Grobian« usw. usf.. Aber erstens wissen wir nicht, wie lange und unter welchen Bedingungen die Platte gelagert wurde. Es mag sein, dass sie ohne weiteres Zutun sofort anspringt und jahrelang ohne Murren durchläuft (was ich für den wahrscheinlichsten aller Fälle halte). Hat sie allerdings längere Zeit im Keller, einer Garage oder sonst wo zugebracht, ist das von mir beschriebene Verfahren leider das einzige, was noch Ergebnisse bringen könnte.

Für die beiden anderen, größeren Platten ist grundsätzlich zu beachten, dass diese bei einer konstanten Temperatur um 20 Grad gelagert werden sollten. Da beide eingeschweißt sind, kann ihnen die Luftfeuchtigkeit oder ähnliche Faktoren nichts anhaben. Aber – Festplatten haben es am liebsten, wenn sie laufen dürfen. Sie sind auch genau für diesen Betriebszustand gebaut. Je länger sie lagern, desto träger werden die eingelagerten Schmiermittel. Beim ersten Betrieb gilt es diese wieder in den Gebrauchszustand zu versetzen. Das heißt, es entsprechend zu bewegen und zu erhitzen. Wenn Sie ihren Laufwerken also einen Gefallen tun wollen, lagern sie sie nicht ein, sondern verbauen sie die Platten oder schließen sie regelmäßig an. Von gelagerten HDDs und deren Kapazität haben Sie außerdem nichts!

Gruß
Doc Storage



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