12.08.2016 (Doc Storage)
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Was bringt Software-Defined?

Leserfrage: Welche Unterschiede bestehen bei Data-defined Storage bzw. Software-defined Storage gegenüber der traditionellen Speicherung? Was spricht für die Software-Methode, was dagegen?

Antwort Doc Storage:

Wie ich bereits vor drei Monaten in einem Beitrag geschrieben habe, war ich eigentlich froh, dass diese »von irgendwas definiert«-Säue, ob es nun Data, Software oder sonstwas ist, erfolgreich durchs Dorf gelaufen sind und wir nun wieder mit dem Arbeiten weitermachen können. Gegenüber der »traditionellen« Speicherung sollen die x-defined-Lösungen einige Vorteile bringen.

Alle Ressourcen einer Infrastruktur lassen sich besser nutzen, weil man diese unter eine gemeinsame Verwaltung stellt und aus dieser Zentrale heraus mit dem entsprechenden Überblick entscheidet, welche Prozesse und Anwendungen wo am besten laufen. Die Abstrahierung aller proprietären Verwaltungsumgebungen jedes beteiligten Gerätes unter eine einzige Oberfläche ist wesentlich einfacher für die Mitarbeiter im Rechenzentrum. Alle beteiligten Hersteller müssen sich jedes Mal erneut um die Abgabe der bestmöglichen Preise bemühen, ist es doch ein einfaches für den Kunden, sich umzudrehen und Geräte eines anderen Herstellers in die vereinheitlichte Umgebung zu integrieren. Das alles soll die Anschaffung und den Betrieb im Rechenzentrum spürbar preiswerter machen.

Allerdings kann ich nur immer wieder betonen, dass die böse proprietäre Hardware mit ihren genau abgestimmten Microcodes eben doch noch ein wenig effizienter, schneller und stabiler laufen als Standard-Multi-Purpose-Software auf 08/15-Hardware. Des Weiteren ist es für eine IT-Abteilung immer noch nervenschonender, sich mit den Systemen nur eines Herstellers auseinandersetzen zu müssen, als beim Eintritt eines Software-Fehlers diesen mit jedem einzelnen Gerätelieferanten zu diskutieren. Und nicht zuletzt ist ein Rechenzentrum mit einer möglichst homogenen Hard- und Software-Umgebung wesentlich effizienter zu betreiben als ein zusammengewürfelter Haufen der jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt preiswertesten Hardware.

Was nun jeweils ein Vorteil oder ein Nachteil ist, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Ich kann nur noch einmal darauf verweisen, dass es aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung in Rechenzentren noch nie darauf angekommen ist, was ein Produkt kostet, auch nicht inklusive Betrieb oder Wartung. Vielmehr muss man darauf schauen was es kostet, falls die eingesetzten Systeme nicht oder nur eingeschränkt Dienst tun. Und zwar über das gesamte Unternehmen, inklusive aller Mitarbeitern und Prozesse. Plus die Zeit, die gefressen wird, wenn in einer heterogenen Landschaft ein Fehler lokalisiert und behoben werden muss.

Ich zumindest wüsste immer noch, wofür ich mich entscheiden würde…

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (5)
19.08.2016 - mress

Zunächst ganz herzlichen Dank an Doc für seinen "Kampf mit offenem Visier". Ich wäre froh wenn es mehr IT Spezialisten geben würde die herstellerunabhängig ihre Erfahrungen kundtun!!!

Was das Thema SDS anbelangt, so gibt es durchaus eine klare Definitionen dazu - ich verweise nur auf die Definition von SNIA und Gartner. Die wesentlichen Punkte sind: Distributed und horizontal scale, Hardwareunabhängigkeit, Management at Scale/Automation und klare QoS Funktionen. Vor allem aber die Trennung von Control und Datenpfad.

Viele Hersteller sind auf diesen Zug aufgesprungen und verkaufen jetzt ihre Lösungen als Software Defined Storage - obwohl nur ein Bruchteil die Anforderungen an SDS erfüllt sind. Fragen Sie also Ihren Lieferanten mal ob er wirklich ein Set diverser Hardwarehersteller problemlos unterstützt, auch die Platte vom Hersteller XY beim Ausfall zum Blinken bekommt ober er eine effektive Erasure Codinglösung hat, oder ob er einen Full (!) REST API zur Automation hat, oder wie er den Datenpfad vom Kontrollpfad trennt oder welche SDN/NFV Integration er hat, oder wie er eine Vendor-Lockin Situation auf Softwareebene vermeidet und sie werden sehr schnell die Spreu vom Weizen trennen können.

Wie sagt Doc so schön: "Es kommt drauf an". Und das ist auch bei SDS der Fall! Enrico Signoretti - die italienische Variante von Doc - hat in seinem Blog zu SDS erwähnt, das er schon viele sehr vielversprechende SDS Lösungen gesehen hat - aber noch keine einzige Implementierung im Produktionsumfeld eines grossen ( 1000 MA) Unternehmens!

Jedem Mittelständler kann ich nur raten: Schaut Euch SDS an! Für Grossunternehmen mit tausenden von Platten: Schaut genau auf die TCO! SDS braucht zusätzliche Netzleistung, Orgaanpassung, Full Automation, Workloadwechselfunktionen usw. usw. Fangen Sie mit Developmentumgebungen an und testen Sie alle Fehlerszenarien incl. Doppelfehlern (CEPH specialists know what i mean....)

19.08.2016 - LHL

Hallo, ich würde den meisten Punkten von Doc Storage zustimmen. Aber ;) Der Begriff "Software defined" im Speicherumfeld ist fast genauso dehnbar wie die Cloud ;) Manche verstehen darunter einfach eine Speichervirtualisierung wie z.B. mit SVC, Datacore, Falconstor .... (Liste nicht vollständig ;) ) andere den Einsatz von Standard-Serverhardware, die über eine Software zu einem Storage konfiguriert wird wie z.B. vSAN, Ceph, MS Storage Pools ... (Liste ebenfalls nicht vollständig ;) )
Letzteres hat aus meiner Sicht den Vorteil einer sehr guten horizontalen Skalierbarkeit. Ich bin daher auch der Überzeugung, dass wir zukünftig insbesondere von Firmen, die sowohl Server als auch Storage herstellen, einen fließenden Übergang von Standardhardware bis zu eher spezialisierten monolithischen Storagesystemen im Produktportfolio sehen werden. Bei der Produktauswahl gebe ich dann Doc Storage wiederum zu 100% Recht - das System muss auch im Fehlerfall für den Administrator beherrschbar sein - es muss Tools (besser ein Tool) geben, mit dem sich Fehler finden und eingrenzen lassen. Je heterogener meine Landschaft da ist, umso schwieriger gestaltet sich das Ganze. Da haben die klassischen Storagesysteme und SAN-Umgebungen - meiner Beobachtung nach - die Nase noch sehr weit vorn.

18.08.2016 - Gast

Folgendes Mail erreicht uns erreicht:
Liebe Redaktion,

seit Jahren führe ich ja einen Kleinkrieg aus der Distanz mit Eurem Doc Storage darüber, ob SDS Sinn macht. Seine Meinung hat sich in all den Jahren ja kaum verändert, wie man in seinem Blog-Beitrag jüngst mal wieder lesen konnte. Den Erfolg von Datacore bei kleineren Unternehmen will glaube ich niemand mehr leugnen und dass es bei Großunternehmen mit höheren Ansprüchen nicht einfach ist SDS umfassend einzusetzen hat auch niemand wirklich behauptet. Aber es geht voran und FreeStor von FalconStor kann da sehr wohl als Beispiel herhalten. Darüber könnte der Doc vielleicht mal schreiben, anstatt immer nur zu behaupten, dass das alles nicht geht und keinen Sinn macht und überhaupt niemand braucht….

Ich denke, der Erfolg wird uns Recht geben müssen und ich bin schon heute darauf gespannt, wie der Doc in ein paar Jahren den Erfolg von SDS-Lösungen erklären wird. ;) Den Blog-Beitrag rahme ich mir dann. :D

Ein Beweis gefällig, dass SDS auch bei Großunternehmen erfolgreich im Einsatz ist? Und ich meine nicht nur eine Insellösung, sondern gleich das große Geschütz in Form von FreeStor, das die komplette Speicherebene virtualisiert und verwaltet? Und auch kein Wald- und Wiesen-KMU, sondern ein Technologieunternehmen mit 2.7 Millionen Kunden?

Sehr gern: Sunrise Communications in der Schweiz setzt seit zehn Jahren auf Speichervirtualisierung von FalconStor und setzt ab sofort FreeStor ein um - genau - seine komplette Speicherumgebung unter FreeStor zu verwalten. Interessant auch der Kommentar des IT-Managers dazu, dass die Preisgestaltung von den Firmen monolithischer Systeme, die der Doc Storage so vehement verteidigt, vielen Kunden sauer aufstößt.

18.08.2016 - kfr

Der Doc ist so - und dies ist auch gut so! :-)
Dass er in der Regel nicht auf Kommentare antwortet ist v.a. seinem engen Zeitbudget geschuldet. Bitte sehen Sie es ihm nach.
Der Beitrag zu SDS polarisiert auf jeden Fall...

14.08.2016 - bernd.schaub

Tun Sie nur so oder sind Sie so? und wenn Sie so sind, wer bezahlt Sie dafür, das Sie so sind? Achso, ich erwarte wie üblich keine Antwort.

Übrigens, meine bis zu 6 mal günstigeren Säue (siehe ihren Text) rennen den ach so tollen Blechbüchsen um den Faktor 3 - 8 davon.


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